Geldregen für Schweinehalter: 200 Mio Euro Beihilfe von Staat - und Lobby fordert noch mehr!

200 Millionen Euro für die Schweinebranche. So viel Steuergeld stellen Bund und Rentenbank als sogenannte Liquiditätshilfe für Schweinehalter bereit. Ab Juni!
Schweinefleisch wird dadurch nicht billiger. Die Kosten für Umwelt- und Gesundheitsfolgen werden weiterhin auf die Allgemeinheit abgewälzt.
Trotzdem behandelt der Staat Schweinemäster so, als wären sie gemeinnützig.
Für Schweinehalter lohnt sich das richtig:
Bei einem Kredit in Höhe von 500.000 Euro müssen Mäster laut Programm im Rahmen der „Liquiditätshilfe“ nur 200.000 Euro zurückzahlen – also 40 %. [1]
300.000 Euro bezahlen wir alle als Steuerzahler. Und nicht vergessen: Schon die Mehrwertsteuer im Supermarkt ist eine Steuer!
Und das ist nur der Anfang: Lobby-Verbände der Branche fordern derzeit zusätzlich rund 2 Milliarden Euro, um die illegale Kastenstandhaltung abzuschaffen. Das kommt also noch dazu!
Warum bekommen Schweinehalter immer neue Beihilfen vom Staat?
Die Branche der Schweinehalter wettert gerne und oft über Umweltauflagen oder Tierschutzregeln in Deutschland, die alles teurer machen würden.
Dabei zeigen Statistiken: Es verschwinden zwar immer mehr Betriebe – aber die großen werden immer größer.
Seit 2015 ist die Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Deutschland um mehr als 40 % gesunken. Doch die Zahl der Tiere ist zuletzt wieder gestiegen! [2]
Das zeigt: Die Industrie zerfleischt sich selbst – und schiebt es auf Umwelt- und Tierschutz.
22 Milliarden Euro Schäden – und trotzdem neue Hilfen?
Laut einer Studie von 2023 verursacht die deutsche Tierindustrie rund 22 Mrd. Euro an Umweltschäden – pro Jahr.
Diese Kosten zahlt die Branche als Verursacher nicht selbst. Auch Fleischesser werden dafür nicht zur Kasse gebeten. Vielmehr blecht die Allgemeinheit dafür.
Jeder Steuerzahler zahlt rechnerisch 264 Euro pro Jahr allein für Umweltschäden der Tierindustrie – ohne jede Gegenleistung.
Und das, obwohl die deutsche Schweinebranche einen großen Teil ins Ausland exportiert. Dann können Italiener, Chinesen und Koreaner günstiges Fleisch aus Deutschland kaufen.
Kritiker sagen: Der Staat finanziert sich ein Loch in der Hosentasche, das mit jeder Beihilfe größer wird.
Warum gibt es darüber keine öffentliche Debatte?
Milliardengelder für eine Branche, die den Steuerzahlern keinen Gegenwert liefert. Und niemanden interessiert’s?
Bei der Recherche zu diesem Artikel habe ich über die neuen Liquiditätshilfen für Schweinehalter in Google News keinen Artikel zu diesem Thema gefunden – abgesehen von Branchenmedien der Agrarindustrie.
Dabei ist Hinsehen so wichtig!
Dass die Branche kurzerhand Millionen Steuergelder erhält, ohne dass es zu einem öffentlichen Aufschrei kommt, liegt sicherlich auch daran, dass sie sich systematisch abschottet.
Wenn ein Schweinezüchter Muttersauen in qualvoller „Kastenstandhaltung“ einsperrt, bekommt er 8 bzw. 15 Jahre Übergangsfrist für den Umbau – und kann die Frist bis zum Ende ausreizen.
Wenn es um staatliche Förderungen geht, gelten diese oft umgehend, manchmal sogar rückwirkend.
Die neuen staatlichen Beihilfen für Schweine-Massentierhalter zeigen: Wegsehen kommt uns allen richtig teuer zu stehen.
Und jetzt lohnt es sich erst recht, hinzusehen – denn die weiteren 2 Mrd., die Lobbyverbände fordern, sind noch nicht beschlossen.
Quellen
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig
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Bild: unbekannt](https://img.vegpool.de/bild/schweinezucht-tote-ferkel_teaser.webp)