Käse-Paradoxon: Deshalb ist Käse kein guter Fleischersatz!

Immer mehr Menschen reduzieren Fleisch. Das wäre eigentlich eine gute Nachricht.
Weil Verbraucher aber Fleisch gegen Käse austauschen, ist der Umwelt und den Tieren nicht geholfen. Man spricht vom Käse-Paradoxon. Die Probleme werden dadurch nur verlagert.
Das ist das Käse-Paradoxon
Fleisch ist bekannt für seine Umweltfolgen. Das liegt vor allem an den Ressourcenverlusten.
Die Fleischindustrie verbraucht zu viel Landfläche, Futter und Wasser, um nachhaltig zu sein. → Deshalb ist die Tierindustrie ein auslaufendes Geschäftsmodell.
- Für ein Kilo Fleisch vom Rind benötigt man mitunter 15 Kilo Kraftfutter aus Ackerbau.
- Für ein Kilo Schweinefleisch sind es ca. 5 Kilo Futter, abhängig von der Haltungsform.
- Der größte Teil des Futters kommt als Gülle hinten wieder raus und geht für die Ernährung verloren.
Wenn Verbraucher die Umwelt schützen wollen und umweltschädliches Fleisch durch umweltschädlichen Käse ersetzen, spricht man vom Käse-Paradoxon.
Eine sinnvolle Lösung wäre, Fleisch und Käse durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen.

Warum Verbraucher Fleisch durch Käse ersetzen (Käse-Paradoxon)
Viele Verbraucher reduzieren Fleisch aus gutem Willen. Sie wollen Umwelt und Tiere schonen – und kaufen daher Käse als Alternative.
Und klar: Die Hersteller von Käse werben schließlich mit glücklichen Kühen in grüner Idylle. Wer denkt da schon an Massentierhaltung, brennende Urwälder – und Futter aus Ackerbau?
Doch kaum ein Verbraucher weiß, dass auch Milchkühe Soja, Gerste und Mais bekommen. Bis zu 70 % der Futter-Energie stammen aus Kraftfutter! (Und nicht aus Gras und Heu.)
Gleichzeitig macht die Tierindustrie Stimmung gegen pflanzliche Ernährung – Lobbyisten kämpfen politisch gegen nachhaltigere, pflanzliche Produkte!

Weil Verbrauchertäuschung so verbreitet ist, haben Verbraucher kaum eine Chance, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Dass Deutschland bei der Ernährung seine Klimaziele verfehlt, hängt wenigstens teilweise mit irreführender Werbung zusammen. Das Käse-Paradoxon ist wohl eine Folge.
Ein weiterer Grund könnten Vorbehalte gegenüber veganer Ernährung sein. So verzichten selbst Fachleute manchmal auf eine klare Empfehlung für vegane Ernährung, aus Angst, als "radikal" bezeichnet zu werden.
Warum Käse kein guter Fleischersatz ist
Bei der Erzeugung von einem Liter Kuhmilch stößt die Milchindustrie so viele Klimagase aus wie ein Liter brennendes Benzin. Die Zahlen sind seriös und jeder kann sie überprüfen.
In einem Kilo Hartkäse stecken gesättigte Fette und Proteine aus ca. 20 Litern Milch (auch hier entstehen Ressourcenverluste). Dazu kommt die Energie für Verarbeitung, Kühlung und Transport.
Kurz: Wer von Fleisch auf Käse umstellt, schützt damit weder Klima noch Tiere. Deshalb spricht man vom Käse-Paradoxon.
Obwohl der Fleischkonsum in Deutschland sinkt, bleiben die Treibhausgasemissionen in der Ernährung deshalb konstant.
Deshalb ist es so wichtig, Fleisch rein pflanzlich zu ersetzen – und nicht durch Käse.

Das Käse-Paradoxon vermeiden – so geht's
Beachtet diese wichtigen 5 Tipps, um Fleisch umweltfreundlicher zu ersetzen:
- Hartkäse gehört zu den klimaschädlichsten Nahrungsmitteln, neben Fleisch.
- Wer Fleisch durch Käse ersetzt, schützt weder Umwelt noch Tiere. Das ist das Käse-Paradoxon.
- Achtet auf Fleisch- und Käsealternativen mit einem Vegan-Siegel. Dieses garantiert, dass keine Tierprodukte enthalten sind.
- Probiert unterschiedliche Produkte von verschiedenen Herstellern aus, denn sie schmecken ganz unterschiedlich.
- Seht pflanzliche Alternativprodukte nicht als "Ersatz". In Wahrheit verbinden sie den gewohnten Geschmack mit den Vorteilen einer pflanzlichen Ernährung. Das Beste aus zwei Welten.
Das andere Käse-Paradoxon
Als "Käse-Paradoxon" wird auch der Scherz bezeichnet, dass Käse wegen der Löcher viel Luft enthält. Mehr Käse enthielte demnach auch mehr Luft. Dem Käse-Paradoxon zufolge ist mehr Käse daher weniger Käse.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig














