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Das sind die Langzeitfolgen einer omnivoren Ernährung!

Wer viele Tierprodukte verzehrt, erhöht das Risiko u.a. für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkte. Bild: pixabay.com

Welche Langzeitfolgen hat eine omnivore Ernährung mit Tierprodukten eigentlich für die Gesundheit?
Welche Krankheiten und Beschwerden entwickeln Menschen, die lange Zeit omnivor essen – so, wie es von ca. 80 % der Menschen in Deutschland praktiziert wird?

Welche Symptome und Veränderungen treten auf, wenn Menschen 10, 20 Jahre – oder lebenslang – omnivor essen?

Als Online-Plattform rund um pflanzliche(re) Ernährung werden wir immer wieder mit der Frage konfrontiert, welche Folgen für die Gesundheit eigentlich eine pflanzliche Ernährung hat. Eine berechtigte Frage, die wir in vielen Artikeln ausführlich behandeln!

Wirklich interessant sind die Antworten aber erst, wenn man die vegane und omnivore Ernährung über längere Zeiträume miteinander vergleicht.

Hier eine Übersicht typischer Langzeitfolgen einer omnivoren Ernährung.

Ernährung nicht verteufeln – aber trotzdem klug handeln!

Wichtig: Wir möchten eine omnivore Ernährung nicht verteufeln, denn aus rein gesundheitlicher Sicht kommt der Mensch mit (ein paar) Tierprodukten klar. Es wäre falsch, allein aus Gesundheitsgründen generell von Tierprodukten abzuraten. Erst die Kombination aus Gesundheit, Nachhaltigkeit und Empathie spricht für eine vegane Ernährung.

In der Geschichte der Menschheit gab es nie eine so große Fülle an unterschiedlichen Lebensmitteln – und nie war unsere Ernährung so energiereich wie heute.

Die meisten Ernährungsprobleme sind daher eine Folge unserer modernen Lebensweise - sie werden daher auch als "Zivilisationserkrankungen" bezeichnet.

Gleichwohl spielt die Ernährung beim Arztgespräch oft keine Rolle (einerseits aus Unwissen, aber auch, weil manche Ärzte (berechtigterweise) davon ausgehen, dass Patienten nichts an ihrem Verhalten ändern wollen).

Medikamente können die eigentlichen Ursachen einer Erkrankung aber selten lösen und verursachen ihrerseits Nebenwirkungen. Bei typischen "Ernährungskrankheiten" lohnt sich daher der Besuch eines spezialisierten Ernährungsmediziners.

Langzeitfolgen einer typischen omnivoren Ernährung

Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) sind so verbreitet, dass es uns oft ganz normal erscheint, wenn Menschen 20 oder 30 Kilo mehr mit sich herumschleppen. In Deutschland ist jeder zweite Mann übergewichtig oder adipös (fettleibig)! Sogar 20 % der Kinder sind übergewichtig! [1]

Diese vermeintliche "Normalität" äußert sich für die Betroffenen unter anderem darin, dass sie Bewegung mehr anstrengt, sie daher weniger Sport treiben und auch weniger unterwegs sind.

Viele Betroffene leiden unter Schmerzen, weil die Gelenke verschleißen. Manche benötigen schon im mittleren Alter neue Kniegelenke. Und auch die lösen das Grundproblem nicht. Manche Patienten nehmen über Jahre hinweg Schmerzmittel ein.

Eine oft übersehene Nebenfolge von Übergewicht ist Vereinsamung. Betroffene schämen sich für ihre (vermeintliche) "Zügellosigkeit", sind teilweise aber auch einfach physisch nicht mehr in der Lage, länger auf eigenen Beinen unterwegs zu sein.

Der Mangel an Bewegung macht viele Betroffene einsam und sogar depressiv. Alkoholismus ist eine verbreitete Folge aus Einsamkeit. Es ist keine direkte Folge der Ernährung – doch indirekt hängt der Verlust der Lebensqualität zumindest oft auch mit der hochkalorischen, omnivoren Ernährung zusammen.

Ein hoher Konsum von Tierprodukten erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Menschen, die schon im mittleren Alter Tabletten gegen Bluthochdruck (oder auch sogenannte Betablocker) einnehmen, sollten dringend einmal mit einem spezialisierten Ernährungsmediziner sprechen, um herauszufinden, ob und inwiefern die eigene Ernährung Teil der Ursache ist. Auch, weil Bluthochdruck die Nieren schädigen kann.

Erfahrungsberichte zeigen regelmäßig, dass Menschen mit Bluthochdruck und Nierenproblemen von einer deutlich pflanzliche(re)n oder veganen Ernährung profitieren. Manche sprechen gar von einem "Wunder", angesichts der wiedergewonnenen Lebensqualität.

Wie zuvor erwähnt: Sprecht mit einem auf Ernährung spezialisierten Arzt darüber, damit ihr wirklich fundierte Auskunft erhaltet!

Bluthochdruck erhöht das Risiko für weitere Erkrankungen, wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Auch in diesen Fällen lohnt es sich, nicht nur auf Medikamente zu vertrauen, sondern auch nach der eigentlichen Ursache Ausschau zu halten.

Dass rotes Fleisch – und verarbeitete Fleischprodukte – krebserregend sind, hat sich spätestens herumgesprochen, seit sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davor warnt.

Insbesondere Darmkrebs hängt häufig mit dem Fleischverzehr über lange Zeit zusammen. Wichtig: Laut einer repräsentativen Online-Umfrage von 2001 essen 71 % der Deutschen mehr Fleisch, als sie dachten. [2] Es ist also normal zu glauben, man äße ohnehin schon wenig Fleisch. Die meisten Verbraucher irren sich in dieser Einschätzung.

Auch Menschen mit Divertikulitis (einer schmerzhaften Darmerkrankung) können von einer pflanzlichen Ernährung deutlich profitieren. Wer sich überwiegend pflanzlich ernährt, hat ein ca. 50 % geringeres Risiko für Divertikulitis. [3]

Selbst Menschen mit Insulinresistenz oder sogar Diabetes Typ 2 können ihre Medikamente mitunter reduzieren (mit viel Glück sogar ganz absetzen), wenn sie ihre Ernährung deutlich pflanzlich(er) gestalten. [4]

Ein fortgeschrittener Diabetes Typ 2 lässt sich zwar damit kaum heilen, aber zumindest oft deutlich besser kontrollieren. Auch dazu sollten Betroffene unbedingt einmal mit einem Ernährungsmediziner sprechen.

Menschen, die unter Gicht oder (rheumatischer) Arthritis leiden, sollten ebenfalls mit ihrem Arzt darüber sprechen, ob eine pflanzliche(re) Ernährung ihnen helfen kann. Nicht immer hängen Rheuma und Arthritis mit der Ernährung zusammen – regelmäßig aber schon. Ein Selbstversuch über 4–6 Wochen kann da schon einen ersten Einblick verschaffen. [5]

Viele Patienten mit Akne oder auch Hauterkrankungen (Neurodermitis) berichten, welche "Wunder" es bewirkt hat, Tierprodukte wegzulassen – und zwar insbesondere Milchprodukte.


Damit der Artikel übersichtlich bleibt, haben wir nur einen Teil der Erkrankungen berücksichtigt, die typischerweise mit der Ernährung zusammenhängen. Die Ernährung hat einen wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit, daher empfiehlt es sich speziell bei chronischen Erkrankungen immer, einmal aktiv abklären zu lassen, ob auch die Ernährung einen Einfluss hat.

Angesichts der vielen positiven Erfahrungsberichte liegt es nahe, überschwänglich eine pflanzliche(re) Ernährung zu empfehlen. Doch wir bleiben offen und ehrlich: Wenn ihr nicht selbst vom Sinn überzeugt seid, die Ursache einer Erkrankung anzupacken (statt nur die Symptome zu unterdrücken), werdet ihr nicht lange durchhalten!

Deshalb: Sprecht die Ernährung mit einem spezialisierten Ernährungsmediziner durch. Nehmt diesen Rat ernst, denn in der medizinischen Ausbildung spielt die Ernährungsprävention bis heute kaum eine Rolle. Mit anderen Worten: Wenn ihr fundierten, medizinischen Rat zur Ernährung wollt, fragt jemanden, der sich wirklich damit auskennt.

Kritiker sagen, dass auch eine pflanzliche Ernährung nicht zwingend gesund sei. Und das stimmt, hat aber oft einen ideologischen Hintergrund (und wenn es nur der "Innere Schweinehund" ist, der am "weiter so" festhalten möchte).

Angesichts der schon heute vorliegenden Forschungsergebnisse aus großangelegten Ernährungsstudien ist in Fachkreisen längst klar: Man muss zwar nicht unbedingt ganz vegan leben – doch in Fachkreisen ist längst klar, dass die meisten Menschen davon profitieren, zumindest deutlich pflanzlicher zu essen.

Aus gesundheitlichen Gründen dürfte es oft schon ausreichen, den Fleischkonsum auf den "Sonntagsbraten" zu begrenzen – und Milchprodukte pflanzlich zu ersetzen.

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Langzeitfolgen einer OMNIVOREN Ernährung!?
Letzter Beitrag: 04. Feb., von Okonomiyaki.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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