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Umfrage: Kaum Vertrauen in Tierwohl-Versprechen!

Werbebilder von jungen Tieren überzeugen Verbraucher offenbar nicht besonders.
Bild: agnormark / Adobe Stock

Die meisten Menschen misstrauen den Versprechen von Supermärkten, wenn es um das Wohl von Tieren geht. Das hat eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Marktforschungsunternehmens Civey ergeben.

Befragt wurden 2.500 Erwachsene am 12. und 13. August 2025. Auftraggeber der Umfrage ist die Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt. [1]

Laut der Mitteilung der Stiftung vertrauten nur 1,9 Prozent den Tierwohl-Versprechen von Supermärkten "auf jeden Fall". 9,7 Prozent vertrauen ihnen "eher".

Dem gegenüber stehen 61,5 Prozent, die kein oder wenig Vertrauen haben. 32,2 Prozent vertrauen "eher nicht", 29,3 Prozent "auf keinen Fall". 26,9 Prozent sind sich nicht sicher.

Die Supermarktkette Edeka stand bei der Umfrage besonders im Mittelpunkt. Auf die Frage, ob man Edeka beim Thema Tierwohl vertraut, sagten laut Mitteilung nur 14,4 Prozent "Ja". 39,2 Prozent sagen Nein. 46,4 Prozent waren sich unsicher.

Die Stiftung erinnert daran, dass Edeka in ihrem "Masthuhn-Report" 2024 den letzten Platz belegt hat. Umweltgruppen kritisieren seit Langem, wie Edeka Tiere hält und woher die Produkte kommen.

Über 68.000 Menschen haben laut Stiftung einen Protest gegen Edekas Stillhalten beim Tierschutz unterschrieben.

Die Stiftung sagt: Edeka trage eine große Verantwortung, tue aber zu wenig. Andere Supermärkte hätten bereits begonnen, das Tierwohl zu verbessern. Bei Edeka fehlten aber bislang klare Versprechen – zum Beispiel zur Masthuhn-Initiative.

Weil Edeka 15 eigene Fleischwerke besitzt, könnte der Konzern viel bewegen.

Zur Umfrage: Laut der Pressemitteilung sind die Ergebnisse repräsentativ. Sie wurden nach bestimmten Regeln gewichtet. Der Fehler liegt bei bis zu 3,6 Prozentpunkten.

Meinung:
Dass Misstrauen in Tierwohl-Versprechungen ist berechtigt. Denn: Die Versprechen werden praktisch nicht kontrolliert - und schon gar nicht unabhängig und ohne Voranmeldung.

Immer wieder enthüllen Tierschützer, wie Tiere selbst mit "Tierwohl"- oder QS-Label gequält werden. Die Siegel bieten keine Sicherheit, weil sie nicht ausreichend und unabhängig kontrolliert werden.

Auch ein staatliches Tierwohlsiegel – das seit Jahren geplant ist – wird daran nichts ändern. Schon heute versagen staatliche Behörden bei der Kontrolle des Tierschutzgesetzes. Also beim Vollzug von geltendem Recht.

Trügerische Werbeversprechen mit Tierwohl werden so gut wie nie bestraft. Deshalb müssen Verbraucher davon ausgehen, dass Tierprodukte aus den niedrigsten Haltungsbedingungen kommen.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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Diskussion im Forum:
Umfrage: Kaum Vertrauen in Tierschutz-Versprechen
Letzter Beitrag: 20.08.2025 von METTA.

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