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Sterben Regenwälder für Tofu und Sojamilch? Die Fakten zum Sojaanbau

Für den Anbau von Futtermitteln aus Soja werden Urwälder zerstört.
Für den Anbau von Futtermitteln aus Soja werden Urwälder zerstört. Gilt das auch für Tofu?
Bild: pixabay.com

Bei Fernseh-Dokumentationen über brennende Urwälder fragen sich viele: Werden auch für Tofu und Sojamilch Regenwälder zerstört? Kurz gesagt: Nein. Der Großteil der weltweiten Sojaernte landet nicht auf unseren Tellern – sondern in den Futtertrögen der Tierindustrie.

Warum das so ist und welche Rolle Soja wirklich bei der Abholzung spielt, erklären wir in diesem Artikel.

Werden für Tofu und Sojamilch Regenwälder abgeholzt?

Riesige Wälder werden mit Bulldozern und Brandstiftung zerstört, um auf den kahlen Flächen Futter für Milliarden Nutztiere anzubauen.

Die Zahlen zeigen: 98 Prozent der weltweiten Sojaernte werden zu Sojaschrot (vor allem für Tierfutter) und Sojaöl verarbeitet. Gerade einmal ca. 2 Prozent werden für Lebensmitteln wie Tofu oder Sojamilch genutzt.[1]

Der größte Teil der Soja kommt in der Tierhaltung als Gülle wieder raus und geht für die Ernährung verloren. Wenn wir Soja direkt als Lebensmittel nutzen, vermeiden wir die enormen „Veredelungsverluste“ der Tierhaltung.

Weltweite Verwendung von Soja.
Bild: K/Vegpool

Gier nach Tierfutter: So sterben Urwälder für Futter-Soja

Farmer zünden in Südamerika Urwälder an, um neue Anbauflächen zu gewinnen. Sie setzen Harvester und Bulldozer ein, um die verbleibenden Überreste zu beseitigen.

Es entstehen kilometergroße Monokulturen, auf denen nichts überlebt, was unerwünscht ist. Auf den riesigen Flächen werden Pestizide mitunter mit dem Flugzeug ausgebracht. Es wirkt wie ein Krieg gegen die Natur.

Urwälder müssen Futtermittel weichen.
Bild: Artem Zakharov / Adobe Stock
Auch in Deutschland werden importierte Futtermittel aus Urwaldgebieten an Tiere verfüttert. Verbraucher erfahren davon normalerweise nichts. Die Herkunft des Futters steht meist nicht auf der Verpackung.

Warum Lebensmittelhersteller auf Urwald-Soja verzichten

Für den Anbau von Futtermitteln werden oft gentechnisch veränderte Sorten eingesetzt. Wenn Tierhalter Gentech-Soja füttern, müssen sie das nicht kennzeichnen.

Bei Lebensmitteln müsste der Einsatz von gentechnisch veränderter Soja jedoch angegeben werden. Und weil die meisten Verbraucher in Europa Gentechnik im Essen ablehnen, wären diese Produkte praktisch unverkäuflich.

Für europäische Lebensmittel wird vorwiegend gentechnikfreie Soja verwendet. Dafür werden getrennte Lieferketten aufgebaut, die sich vom Futtermittelmarkt unterscheiden.
Sojabohnen für Lebensmittel werden immer häufiger in Europa angebaut.
Bild: nungning20 / Adobe Stock

Um gentechfreie Soja zu erhalten, haben Hersteller begonnen, Soja innerhalb von Europa anzubauen. Ohne den Einsatz von Gentechnik. Ein wachsender Anteil der Soja für Tofu, Sojaschnitzel und Sojamilch in Deutschland stammt aus Europa.

  • Die meiste Soja wird als Futtermittel und für die Erzeugung von Kraftstoffen angebaut (siehe Grafik).
  • Nur etwa 2 % der weltweiten Soja werden zu Lebensmitteln verarbeitet.
  • Tiere scheiden den größten Teil des Futters als Gülle wieder aus. → Mehr über die Veredelungsverluste der Tierhaltung.
  • Würden alle Menschen pflanzlich essen, könnten alle satt werden – ganz ohne die Rodung neuer Anbauflächen.
Der direkte Verzehr von Soja (ohne Umweg durch den Tiermagen) schont Umwelt und Klima.
Bild: yuliiaholovchenko / Adobe Stock

Sojaprodukte haben oft Bio-Qualität und werden regional erzeugt

Doch es kommt noch besser: Sojaprodukte wie Tofu, Sojamilch oder Soja-Fleischersatz sind häufig aus biologischem Anbau. Die Anforderungen sind deutlich höher als in der Produktion konventioneller Lebensmittel. Ganz zu schweigen von den niedrigen Standards im Futtermittel-Anbau.

Vegane Sojaprodukte wie Tofu schonen also nicht nur die Urwälder, sondern auch die Böden vor Ort.

Wer pflanzliche Rohstoffe direkt zu Lebensmitteln verarbeitet, verbraucht weniger Anbauflächen. Der gesamte Futtermittelanbau inklusive der Produktion von synthetischen Düngemitteln (und der Umwandlung zu Gülle) entfällt. Pflanzliche Ernährung schützt also nicht nur die Ur- und Regenwälder, sondern auch die Umwelt vor Ort.

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Wir haben den Artikel am 21.3.2026 überarbeitet und aktualisiert.

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Diskussion im Forum:
Urwaldvernichtung für Tofu?
Letzter Beitrag: 17.09.2024 von kilian.

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