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DAS haben Fleischesser WIRKLICH gegen Veganismus

Aus diesen Gründen lehnen Fleischesser Veganismus WIRKLICH ab! Bild: Goran / Adobe Stock
Fast niemand kommt als Veganer auf die Welt. Auch der Autor dieses Artikels hat lange Zeit Fleisch gegessen. Deswegen wird hier Klartext gesprochen. Kritisch, selbstkritisch und aus eigener Erinnerung. Persönlich gemeint ist nichts, ernst gemeint alles.

Fast eine Million Menschen leben in Deutschland vegan. Für viele Menschen ist der Umstieg ein Statement für mehr Gesundheit, Nachhaltigkeit und Fairness. Und es werden immer mehr Veganer. Die Folgen der Fleischproduktion für Umwelt und Tiere sind schwer zu übersehen - und die guten Gründe für eine pflanzliche(re) Ernährung leuchten vielen ein.

Der wichtigste Grund, Tierprodukte zu essen, ist so einfach wie tragisch: Menschen essen sie aus Gewohnheit. Mit all den Folgen.

Als "Gewohnheitstiere" neigen wir Menschen dazu, erlernte Verhaltensweise pseudo-rational zu begründen. Die meisten Menschen in Deutschland bekamen bereits als Kleinkind Tierprodukte – und glauben (oder reden sich ein), dass es sich um eine bewusste, sorgfältig überlegte Entscheidung handeln würde, sie weiterhin zu essen.

Psychologische Feldversuche zeigen: Wir Menschen entscheiden in Ernährungsfragen weitgehend emotional. Eine sachliche Auseinandersetzung mit Argumenten findet so gut wie gar nicht statt.

Verbraucher, die nach dem Nutzen von Tierprodukten gefragt werden, ersetzen diese Frage innerlich offenbar durch eine andere: "Mag ich Tierprodukte". Sachinformationen werden dabei also nicht berücksichtigt.
Junges Schwein
Wir könnten Tiere nicht quälen. Deshalb lassen wir es andere tun. Bild: liz west, flickr.com Bildtitel: this little piggy, CC-BY

Wäre Veganismus die Lebensweise mit der größten Verbreitung, sähe es natürlich anders aus. Dann müsste man sich erst an das Tieretöten und Fleischessen gewöhnen – sofern es dafür einen Grund geben würde.

Suche nach Gegenargumenten ist keine Entscheidung

Klar: Jeder Fleischesser entscheidet, was er sich morgens aufs Brötchen legt. Doch das, was Fleischesser als "Entscheidung" bezeichnen, würden Psychologen wohl eher als post-hoc reasoning bezeichnen. In der Regel tun Menschen also das, was sie schon immer getan haben. Und sie suchen Gründe, die dieses Verhalten vor sich selbst und im sozialen Umfeld legitimieren.

Beispiele für die :

  • es ist normal, Fleisch zu essen (daher esse ich weiter Fleisch und ignoriere gesellschaftliche Veränderungen)
  • Menschen benötigen Fleisch (und anderslautende Informationen ignoriere ich)
  • Fleischalternativen sind radikal (eine vertiefende Beschäftigung damit vermeide ich)
  • Ich lasse die Tiere ja nicht töten und für Fehler anderer Menschen kann ich nichts (und ich schaue weg, wenn Undercover-Videos an die Öffentlichkeit gelangen, oder ziehe diese in Zweifel = "Spendensammler!")
  •  …

Ich als Autor erinnere mich an eigene Ausflüchte. Es ist vollkommen normal, so ticken wir. Und natürlich haben sich die wenigsten Veganer unverzüglich für ihre Ernährungsumstellung entschieden.

  • Fleischalternativen helfen beim Umstieg, da man so ohne Umgewöhnung vegan essen kann
  • Man bezahlt dafür, sich die Hände nicht selbst schmutzig machen zu müssen, und nimmt eine grauenvolle Behandlung von Tieren in Kauf, die man aus gutem Grund und bei einem Tier, das man gut kennt, nie praktizieren würde.
  • Menschen haben sich immer weiterentwickelt und im Zuge der Anpassung an die Anforderungen der Zeit alte Verhaltensweisen aufgegeben und neue Fähigkeiten erworben.

Wer nur nach Gegenargumenten sucht, verliert die echten Gründe aus dem Blick. Die Auswirkungen der Tierhaltung auf das Klima, die enormen Ressourcen-Verluste der Tierhaltung. Die Bedrohung für die Ernährungssicherheit.

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Und auch die Auswirkungen auf die eigene Gesundheit und Lebensqualität, angefangen bei Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Krebs.

Vorurteile stehen echter Auseinandersetzung im Weg. Bild: Minerva Studio / Fotolia.com

Klischees und Vorurteile stützen die eigenen Gewohnheiten

Weil sich Veganer oft täglich mit den "Gegenargumenten" von Fleischessern konfrontiert sehen, die sie sich selbst bereits beantwortet haben (daher leben sie ja vegan), führt die Diskussion mit Veganern manchmal zu Missverständnissen und Konfrontationen.

Fleischesser reagieren auf vermeintliche Angriffe, werten Veganer pauschal ab und grenzen sich ab. So entstehen Konflikte, die bis in den engsten Freundeskreis reichen können. Auch das erleichtert es Fleischessern, Veganismus pauschal abzulehnen und sich auf den Status Quo zu berufen. Darauf, dass es eben "normal" und "unradikal" sei, Fleisch zu essen.

Wer Veganismus als Ideologie einer homogenen Szene versteht, kann die Lebensweise leichter in Misskredit ziehen – und so die triftigen Gründe verdrängen. Denn wer möchte schon "seltsam" sein?

Das Lästern über Veganer – gerne in deren Anwesenheit – stärkt dieses Gefühl, "normal" zu sein, ohne dass hierzu kritische Selbstreflexion oder Argumente erforderlich wären.

Veganismus ist eine vielfältige Lebensweise

Veganismus ist eine vielfältige Lebenseinstellung. Es gibt radikale, politisch orientierte Veganer aller Strömungen. Es gibt liberale Veganer, konservative Veganer, reiche und arme Veganer. Es gibt Veganer, die ihre Lebensweise anderen Leuten aufdrängen und solche, die sich komplett abschotten oder ihre Ernährungsweise gar wie ein Geheimnis hüten.

Manche Veganer leben vegan, weil es ein Zeichen für Selbstbewusstsein und vielleicht tatsächlich manchmal Selbstüberhöhung ist. Manche Veganer lieben Tiere, andere wollen lieber ihrer Gesundheit oder der Umwelt etwas Gutes tun, wiederum leben andere gar nicht konsequent vegan, sondern nur zu Hause oder bis auf ein paar Ausnahmen.

Ein veganer Burger
Ein langweiliger, veganer Burger. Oder? Bild: Panu Horsmalahti, flickr.com (bearb.) Bildtitel: Vegan burger, CC-BY

Es gibt natürlich Tendenzen (zum Beispiel sind Veganer in der Regel höher gebildet und neigen zu weniger sozialen Vorurteilen), doch Verallgemeinerungen fördern bloß Klischees. Und Klischees dienen auch wieder dazu, Argumente zu vermeiden. Auch deshalb sind Veganer-Klischees so verbreitet.

Daraus entsteht manchmal auch Unmut bei den Veganern. Denn während sich manch ein Fleischesser im Gefühl sozialer "Normalität" fühlt, hat manch ein Veganer das Gefühl, dass Teile der Realität schlicht ausgeblendet werden. Als lebten Fleischesser in einer Art Parallelwelt, in der physikalische Zusammenhänge einfach nicht existent sind.

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Es gibt Hinweise, dass die Welt keine Scheibe ist

Der Fleischverzehr aus Normalität dient dazu, in der Gesellschaft nicht negativ aufzufallen. Aus reiner Angewohnheit.
Ist das die Risiken wert?

Wenn mehr Fleischesser und Vegetarier erkennen würden, dass Veganismus allein eine Lebensentscheidung aus guten, rational verständlichen Gründen ist … Dass Veganer manchmal so "komisch" wirken, weil man das am Ende auch fürs eigene Weltbild benötigt … Dass man sich letztendlich mit dem Fleischverzehr selbst schadet und niemandem Rechenschaft schuldig ist, außer sich selbst …

Dann wäre eine gute Grundlage geschaffen, sich einmal wirklich und nachhaltig mit den Hintergründen der veganen Lebensweise zu beschäftigen.

Der Artikel wurde am 08.08.2025 überarbeitet.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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Daher lehnen Fleischesser vegane Ernährung ab
Letzter Beitrag: 07. Aug. von kilian.

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