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Palmhonig – Interview mit einer Importeurin

Josefin Jander-Wilk
Josefin Jander-Wilk Bild: Jan Wilk

Josefin Jander-Wilk vertreibt über ihr kleines Unternehmen so genannten „Palmhonig“, der aus dem Saft der kanarischen Dattelpalme gewonnen wird.
Im Interview erklärt die Vegetarierin, was es mit dem Palmhonig auf sich hat – und ob er vegan ist.


Josefin Jander-Wilk: Palmhonig ist von Hand geernteter, eingekochter Saft (Guarapo) der Kanarischen Dattelpalme. Seit über 500 Jahren wird er auf La Gomera traditionell hergestellt.
In der Kanarischen Volksmedizin wird Palmhonig bei Grippe, Verdauungs- und Kreislaufproblemen eingesetzt. Wegen dem hohen Gehalt an Nährstoffen ist er besonders bei Sportlern sehr beliebt und ist auch ein wertvoller Bestandteil für die Ernährung von Kleinkindern.

Palmhonig schmeckt unvergleichbar würzig-süß und ist sehr vielseitig einsetzbar, ob zum Süßen und Verfeinern von Obst, Eis, Desserts und Soja/-Milchprodukten oder zum Garnieren von herzhaften Gerichten wie Gemüsequiches, Wraps, Falafel oder in Salatdressings.

Wie wird Palmhonig gewonnen?

Josefin Jander-Wilk: Immer noch genauso wie damals: Die Guaraperos klettern auf die bis zu 10 Meter hohen Palmen und entfernen Dornen und junge Palmwedel von der Krone und legen so das Palmherz frei. Jeden Abend wird nun eine dünne Schicht Holz entfernt. Dieser Prozess sichert die tägliche Erneuerung des Gewebes durch das der Guarapo über Nacht „herausbluten“ wird. Durch einen Rohrstock fließt der Guarapo in einen Eimer, bei Sonnenaufgang wird der Lichtempfindliche Saft von den Guaraperos eingesammelt.
Anschließend wird er gefiltert und gereinigt. Nun wird er Stunden lang geköchelt. Acht Liter Saft ergeben einen Liter Palmhonig! Das sind zwei Drittel der Tagesproduktion einer Palme.

Ist die Gewinnung des Palmhonigs ökologisch verträglich?

Josefin Jander-Wilk: Absolut: Beim Anbau und der Pflege der Palmen werden keine Pestizide, Insektizide oder ähnliche Pflanzenschutzmittel verwendet. Auch auf Dünger wird dank der optimalen Bedingungen auf La Gomera verzichtet.

Durch die stetigen Regenerationsphasen, die Saisonale Ernte (Frühling bis Spätsommer) und das bedachte Handwerk der Guaraperos leidet auch die Palme nicht unter dem Verlust des Palmsafts.
Seit 1999 steht sie sogar unter strengem Schutz und ist mittlerweile das Wahrzeichen von La Gomera. Guarapo ist deshalb mit dem Kanarische Öko-Siegel CRAE und dem EU-Bio-Siegel ausgezeichnet.

Ist Palmhonig vegan?

Josefin Jander-Wilk: Ja! Bei der Herstellung von Palmhonig wird keiner Biene zu Leid getan, der Name Palmhonig kommt von „Miel de Palma“, wie Ihn schon die Guanchen nannten und ist natürlich etwas irreführend. Palmhonig ist frei von Zusatzstoffen und daher für Veganer unbedenklich. Für nächstes Jahr haben wir auch das V-Label beantragt.

Kann man Palmhonig als Alternative zu Bienenhonig nutzen?

Josefin Jander-Wilk: Teilweise ja. Bei Erkältungen, Hals und Rachenschmerzen ist Palmhonig sogar noch wirksamer als herkömmlicher Honig. Er stärkt dazu das Immunsystem und der Gehalt von Spurenelementen wie Kupfer, Eisen, Phosphor, Magnesium, Kalium, Natrium und Zink ist in Palmhonig höher als in Bienenhonig.

Beim Kochen nach Rezept empfehle ich persönlich den Bienenhonig nicht mit Palmhonig zu ersetzen, da teilweise große geschmackliche Unterschiede bestehen. Im Mund wirkt der Geschmack des puren Palmhonigs wie eine fruchtige Mischung von Karamell und Lakritz. Am Gaumen spiegeln sich holzig-nussige Aromen wider.


Die Fragen stellte Kilian Dreißig. Bio-zertifizierter Palmhonig kann z. B. über die Firma Spices and Goods Worldwide unter www.palmhonig.de bestellt werden.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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