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Vitamin B12: Über eine Spritze oder als Tablette einnehmen?

Vitamin B12-Aufnahme: Als Injektion (Spritze) oder Tablette? Bild: laurencesoulez / mdbildes / Adobe Stock

Wenn der Hausarzt einen Vitamin B12-Mangel oder eine Unterversorgung mit dem Vitamin feststellt, stellt sich für Betroffene die Frage: Sollte ich das Vitamin B12 als Spritze oder über Tabletten bzw. Kapseln einnehmen?

Auch Menschen, die regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B12 einnehmen, fragen sich mitunter, ob eine Vitamin B12-Injektion nicht besser geeignet wäre.

Dieser Artikel geht auf die Unterschiede zwischen Vitamin B12-Injektionen und der Aufnahme als Nahrungsergänzungsmittel ein.

Die wichtigsten Infos vorab:

  • Die Gabe als Spritze / Injektion ist eine schnelle und sichere Möglichkeit, die Versorgung mit Vitamin B12 zu verbessern. Sie kommt bei akutem Vitamin B12-Mangel zum Einsatz, aber auch, wenn eine Aufnahmestörung vorliegt.
  • Eine Vitamin B12-Injektion erfolgt in der Regel intramuskulär, also z. B. in den Oberarm oder Po. Vitamin B12 kann auch subkutan (unter die Haut) oder auch intravenös erfolgen (in eine Vene).
  • Bei gesunden Menschen genügt in der Regel die orale Einnahme von Vitamin B12 (also über den Mund).

Vitamin B12 als Spritze oder über orale Einnahme?

Vitamin B12 ist ein Nährstoff, der für unseren Körper absolut notwendig ist. Ein Mangel daran kann zu irreparablen Schäden führen, unter anderem am Nervensystem (Polyneuropathie). Aus dem Grund ist es wichtig, die Versorgung mit Vitamin B12 sicherzustellen.

Obwohl das Thema häufig in Verbindung mit einer veganen Ernährung diskutiert wird, sind auch viele Fleischesser und Vegetarier von einem Vitamin B12-Mangel betroffen. Diese Lebensmittel enthalten Vitamin B12.

Besonders aufpassen sollten ältere Menschen, sowie Patienten, die bestimmte Medikamente gegen Diabetes Typ 2 oder Sodbrennen einnehmen, da diese die Aufnahme von Vitamin B12 stark einschränken können. Siehe dazu unser Interview mit Prof. Dr. med. Andreas Michalsen.

Auch nach einer Lachgas-Behandlung besteht erhöhtes Risiko für einen B12-Mangel.

Die gute Nachricht: Über eine Supplementation kann die Vitamin B12-Versorgung normalerweise ohne Probleme gesichert werden.

Vitamin B12-Injektionen als Kur

Wenn es erst zu einem Vitamin B12-Mangel gekommen ist, empfiehlt der Hausarzt in der Regel eine mehrwöchige Vitamin B12-Kur mit regelmäßigen Injektionen, also Spritzen. Dadurch soll der Vitamin B12-Status wieder auf einen normalen Stand gebracht werden.

Vitamin B12 als Spritze.
Über eine Injektion kann Vitamin B12 schnell wirksam verabreicht werden. Bild: mdbildes / Adobe Stock

Bei einer solchen Vitamin B12-Kur wird das Vitamin (meist in der chemischen Form Cyanocobalamin) hochdosiert in einen Muskel gespritzt ("intramuskulär"). Je nach Bedarf wird dann z. B. einmal wöchentlich B12 mit 1.000 µg gespritzt. Anschließend folgt oft eine "Erhaltungskur", zum Beispiel über monatliche Injektionen.

Vitamin B12-Injektionen gelten als sichere Form, Vitamin B12 zu verabreichen. Und: Wenn man möchte, kann man sich Vitamin B12 auch selbst spritzen (nach vorheriger Anleitung durch den Arzt). Alle benötigten Utensilien sind frei in Apotheken erhältlich.

B12-Nahrungsergänzung statt Injektion?

Zugleich sind Injektionen natürlich mit einem leichten, brennenden Schmerz verbunden. Kann man statt einer Injektion also auch einfach Nahrungsergänzungsmittel wie Tabletten, Kapseln, Lutschtabletten, Tropfen oder Sprays nehmen?

Diese Antwort hängt auch wesentlich davon ab, ob der Körper grundsätzlich über die Fähigkeit verfügt, Vitamin B12 über die Nahrung aufzunehmen. Bei manchen Menschen kann die Vitamin B12-Aufnahme über den Mund allerdings gestört sein.

Die orale Einnahme von Vitamin B12 ist normalerweise problemlos möglich. Bild: laurencesoulez / Adobe Stock

Zu den Risikogruppen gehören Menschen in höherem Alter, Patienten, die bestimmte Medikamente gegen Diabetes oder Sodbrennen einnehmen, und auch Menschen, die eine Lachgas-Behandlung bekommen haben (oder Lachgas als Droge verwenden).

Für die Verwertung von B12 aus der Nahrung benötigt der Körper ein Transport-Protein, den sogenannten "Intrinsische Faktor". Ist die Aufnahme gestört, kann Vitamin B12 aus der Nahrung nicht (oder nur in geringem Maße) verwertet werden. Oft in zu geringem Maße. Die Aufnahme über Tabletten oder andere Darreichungsformen reicht dann nicht aus.

Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel werden teilweise auch direkt über die Mund- und Rachenschleimhäute aufgenommen. Dieser biologische Vorgang wird als "passive Diffusion" bezeichnet. Ob die Menge reicht, kann sich von Patient zu Patient unterscheiden. Aus dem Grund sollte die Vitamin B12-Gabe durch einen regelmäßigen Bluttest kontrolliert werden.

B12-Präparate ggf. zur Aufrechterhaltung geeignet

Bei akutem Vitamin B12-Mangel sollte unbedingt der Hausarzt konsultiert werden. Die Verabreichung als Spritze gilt als eine der sichersten Formen, Vitamin B12 zu verabreichen. Daher wird der Hausarzt im Falle eines akuten Vitamin B12-Mangels in der Regel zuerst damit beginnen.

Zum weiteren Erhalt der B12-Versorgung kann dann in der Regel - wenn keine B12-Aufnahmestörung vorliegt - Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Generell wird empfohlen, die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin B12 regelmäßig durch einen Bluttest kontrollieren zu lassen, denn auf die Weise lässt sich erkennen, ob die Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel ausreicht, oder ob das Vitamin B12 besser per Spritze injiziert werden sollte.

Ganz wichtig ist dabei, nicht nur auf den B12-Wert im Blut-Serum zu schauen, sondern weitere Werte wie "Holo-TC" und ggf. Methylmalonsäure zu berücksichtigen. Siehe auch: Worauf du beim B12-Bluttest achten solltest.

Bitte besprich mit deinem Hausarzt, wie du deine Vitamin B12-Versorgung am besten handhabst. Eine B12-Injektion ist eine sehr sichere Möglichkeit, die B12-Versorgung kurzfristig zu verbessern.

Ob langfristig die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausreicht, hängt teilweise von deinem individuellen Gesundheitszustand ab. Häufig ist es möglich, nach einer gewissen Zeit die Injektionen zu stoppen und stattdessen Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Übrigens: Welches Vitamin B12-Präparat wir am besten finden (und warum), erfährst du hier.

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Der Artikel wurde am 19.6.2023 überarbeitet und aktualisiert.

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Vitamin B12 besser als Spritze oder Nahrungsergänzung?
Letzter Beitrag: 26.06.2023, von Libio.

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4,3/5 Sterne (29 Bew.)
AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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