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1.800 Schweine sterben bei Feuer in Essen - dritter Großbrand in fünf Wochen!

Erneut tötet ein Stallbrand 1.800 Schweine in Essen (Oldenburg). Symbolbild.
Bild: Canva

Schon wieder brennt eine Riesen-Schweinemast. Schon wieder sterben 1.800 Schweine bei einem Feuer.

Der Großbrand in Essen bei Oldenburg ist mindestens der dritte schwere Schweinestallbrand innerhalb von nur 33 Tagen!

Auch wenn die genauen Todeszahlen noch nicht feststehen, stellt sich erneut die Frage:

Wie viele Tiere müssen eigentlich noch verbrennen, unter Trümmern begraben werden oder ersticken, bevor die Politik handelt und konkrete Regeln zum Schutz der Tiere erlässt?

Wie lange sollen solche Brände noch als „Einzelfälle“ durchgehen?

1.800 Schweine sterben in brennendem Stall in Essen (Oldenburg)

Am Dienstagabend schlugen Flammen aus dem Dach einer Schweinemast im Essener Ortsteil Bevern. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand der Stall bereits vollständig in Flammen.

Nach Angaben der Feuerwehr befanden sich darin etwa 1.800 Schweine. Alle Tiere sind bei dem Brand offenbar ums Leben gekommen. Zwischen 150 und 200 Einsatzkräfte waren vor Ort. [1]

Die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen auf zwei weitere Schweineställe übergriffen. Das betroffene Gebäude brannte vollständig nieder. Der Schaden wird auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.

Die Brandursache ist noch ungeklärt. Eine Warnanlage soll den Eigentümer auf das Feuer aufmerksam gemacht haben. Zu diesem Zeitpunkt schlugen jedoch bereits Flammen aus dem Dach.

Drei Großbrände innerhalb von 33 Tagen:

  • Am 6. August starben bei einem Stallbrand in Ried bei Augsburg rund 1.600 Schweine. Als wahrscheinliche Ursache gilt ein technischer Defekt an der Stromzufuhr eines Lüfters.
  • Am 2. September starben bei einem Stallbrand in Bernsgrün rund 1.000 Ferkel. Der Stall stand beim Eintreffen der Feuerwehr bereits vollständig in Flammen. [2]
  • Am 8. September dann der Brand in Essen (Oldenburg) mit 1.800 toten Schweinen. Auch hier konnte die Feuerwehr nur eine noch größere Katastrophe verhindern.

Wie viele Stallbrände braucht es noch?

Dass Stallbrände regelmäßig viele Tiere töten, ist seit Jahrzehnten bekannt. Trotzdem gibt es nur wenige verbindliche Brandschutzvorschriften, die speziell auf Tierhaltungsanlagen zugeschnitten sind.

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung enthält keine konkreten Vorgaben zum Brandschutz. Zwar verlangt die Musterbauordnung grundsätzlich, dass auch die Rettung von Tieren möglich sein muss. Spezielle Anforderungen für Tierhaltungsanlagen fehlen jedoch. [3]

Der Brand in Essen zeigt zudem: Selbst eine Warnanlage rettet keine 1.800 Schweine, wenn sich das Feuer bereits ausgebreitet hat und die Tiere den Stall nicht verlassen können.

Gleichzeitig fordern Schweinehalter- und Agrarverbände jährlich 200 Millionen Euro bis 2036 – insgesamt rund zwei Milliarden Euro aus Steuergeldern.

Wer Milliarden aus Steuergeldern verlangt und Verbrauchern etwas vom Tierwohl erzählt, kann wirksamen Brandschutz nicht zur freiwilligen Nebensache erklären. Öffentliche Förderung muss an verbindliche Vorgaben zum Schutz der Tiere gekoppelt sein.

Drei Großbrände und rund 4.400 tote Schweine innerhalb von 33 Tagen sind ein unüberhörbares Stoppsignal.

Die Politik muss wirksame Brandmelde-, Lösch- und Rettungskonzepte für Tierhaltungsbetriebe endlich verbindlich vorschreiben.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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