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"Hafermilch": darf man Pflanzendrinks so bezeichnen? (Oder ist es verboten?)

Darf man eigentlich "Hafermilch" sagen, oder ist das verboten? Bild: deagreez / Adobe Stock (bearb.)

Darf man zu Haferdrink eigentlich "Hafermilch" sagen? Oder ist die Bezeichnung "Milch" nur tierischen Produkten vorbehalten? Hier die Antwort auf ein häufiges Gerücht!

Kurz und knapp: Ja, man darf "Hafermilch" zu Milchalternativen aus Hafer sagen. Es ist nicht falsch – und schon gar nicht verboten!

Ausnahmen gelten in der Vermarktung von Milchalternativen. Und das hat rein rechtliche Gründe.

"Hafermilch" ist ein grammatikalisch korrekter Begriff für Milchalternativen aus Hafer. Auch der Duden kennt den Begriff "Hafermilch". [1]

Zum Begriff "Milch" gibt es vom Duden mehrere Definitionen, darunter diese: "milchiger Saft bestimmter Pflanzen". Milch ist also keineswegs immer tierisch. Jedenfalls aus Sicht der Sprachexperten. [2]

Wenn ihr also Freunden schreibt, wie gut euch die Hafermilch geschmeckt hat, dann liegt ihr vollkommen richtig. Denn, ja, es ist Hafermilch. Im normalen Sprachgebrauch ist die Bezeichnung angemessen.

Allerdings:
Das EU-Parlament hat 2017 auf Initiative von Molkereien entschieden, dass in der Europäischen Union nur Produkte "aus Eutersekretion" als Milch vermarktet werden dürfen. Tierische Milch also. Kritiker sehen das als Versuch, den Herstellern pflanzlicher Alternativen Steine in den Weg zu legen.

In der Regelung werden jedoch konkrete Ausnahmen genannt (zum Beispiel für "Kokosmilch" und "Sonnenmilch"). Allerdings dürfen pflanzliche Milchalternativen in der Vermarktung nicht als "Milch" bezeichnet werden.

Hersteller von Hafermilch müssen aufgrund der EU-Regelung alternative Bezeichnungen verwenden. Beispiele sind "Haferdrink", "Oat Drink" oder "No-Muh-Drink". Sie dürfen ihre pflanzlichen Produkte jedoch nicht als "Hafermilch" bewerben oder bezeichnen.

Fazit: Im privaten Sprachalltag ist der Begriff "Hafermilch" angemessen und korrekt.

Wichtig: Hafermilch unterscheidet sich in ihren Nährstoffen von Muttermilch. Hafermilch ist also kein Ersatz für Muttermilch. Wenn Kinder nicht gestillt werden können, kann man auf spezielle, mit Nährstoffen angereicherte Produkte zurückgreifen, die dem Nährstoffbedarf des Kindes entsprechen. Wichtig: Vorher vom Arzt beraten lassen!

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Darf man "Hafermilch" sagen?
Letzter Beitrag: 04. Mai., von flo.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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