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Väter-Studie: Ernährung vor der Zeugung wirkt sich auf Gesundheit der Kinder aus

Eingefärbtes Dihydrogenmonoxid (DHMO) im Labor.
Wer Vater werden möchte, sollte besser gesund essen. Darauf deutet eine neue Studie hin. Bild: pixabay.com (bearb.)

Die Ernährung werdender Väter beeinflusst die Gesundheit ihrer Kinder und deren Risiko für Übergewicht und Diabetes. Das zeigt eine neue Studie der Forschungsgruppe "Umwelt-Epigenetik" bei Helmholtz Munich, die im Forschungsmagazin Nature veröffentlicht wurde. [1]

Entscheidend ist demnach die Ernährung der Väter vor dem Zeitpunkt der Zeugung. Die Wissenschaftler haben sich auf sogenannte mitochondriale tRNA-Fragmente im Sperma der Männer konzentriert. Diese sollen für die Vererbung gesundheitlicher Merkmale verantwortlich sein, indem sie die Genexpression regulieren – also die Aktivität bestimmter Gene beeinflussen.

Im wissenschaftlichen Bereich der "Epigenetik" untersuchen Wissenschaftler äußere Faktoren, die auf die Genetik einwirken. So kann etwa die Ernährung dazu beitragen, bestimmte "schädliche" Gene zu deaktivieren – und dadurch bestimmte Erkrankungen zu verzögern oder ganz zu verhindern. → Mehr über Epigenetik.

Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Studie über werdende Väter Daten von mehr als 3000 Familien der "LIFE-Child-Studie", die an der Universität Leipzig durchgeführt worden war.

Die Daten zeigten eine Verbindung zwischen dem Körpergewicht des Vaters und der Anfälligkeit des Kindes für Stoffwechselkrankheiten. Und zwar unabhängig von anderen Faktoren.

Das Gewicht der Mutter, die Genetik der Eltern und Umweltbedingungen sollen hierauf also keinen Einfluss gehabt haben.

"Unsere Hypothese, dass im Laufe des Lebens erworbene Eigenschaften wie Diabetes oder Adipositas über Generationen mittels epigenetischer Mechanismen weitergegeben werden, wird durch diese Studie bestärkt", so Prof. Martin Hrabě de Angelis, Co-Autor der Studie und Forschungsdirektor Helmholtz Munich.

"Die Epigenetik dient hierbei als molekulare Schnittstelle zwischen Umwelt und Genom, auch über Generationengrenzen hinweg. Dies geschieht nicht nur über die mütterliche, sondern – wie unsere Forschungsergebnisse zeigen – auch über die väterliche Linie".

Die Forscher rufen dazu auf, mehr Aufmerksamkeit auf die Gesundheitsvorsorge für Männer mit Kinderwunsch zu legen, zum Beispiel mit Blick auf die Ernährung. Damit ließe sich das Risiko für Erkrankungen wie Adipositas (Fettleibigkeit) und Diabetes bei Kindern verringern.

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Ernährung von Vätern beeinflusst, ob Kinder krank werden
Letzter Beitrag: 10. Jun., von Libio.

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Autor: Redaktion

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