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Muttermilch und Kuhmilch: So unterschiedlich wie Kind und Kalb!

Unterschiede zwischen Baby und Kalb sind auch in der Muttermilch / Kuhmilch zu erkennen. Bild: pixabay.com (Kombi)

Muttermilch ist ein echtes Wundermittel. Sie liefert Nährstoffe, Proteine, Wachstumsfaktoren und Abwehrstoffe, die den Nachwuchs vor Infektionen schützen. Ein optimales Nahrungsmittel für alle Neugeborenen!

Bis zur Entwöhnung profitiert der Nachwuchs von der Milch der eigenen Mutter! Kein Haferdrink kann da mithalten!

Gerade weil Milch so optimal für den eigenen Nachwuchs ist, lässt sie sich nur schwer austauschen. Kuhmilch ist daher kein Muttermilch-Ersatz für Menschenbabys.

Wie groß die Unterschiede zwischen Muttermilch und Kuhmilch wirklich sind, haben wir hier unten in einer Tabelle aufgelistet.

Warum Muttermilch und Kuhmilch so verschieden sind

Fast alle Säugetiere kommen mit einem relativ weit entwickelten Gehirn auf die Welt und sind schon kurze Zeit nach der Geburt in der Lage, auf eigenen Beinen zu stehen.

Menschliche Kinder kommen mit einem unausgereiften Gehirn zur Welt. Sie würden wegen des großen Kopfes sonst nicht mehr durch den Geburtskanal passen.

Auch nach der Geburt sind sie viele Jahre lang auf Schutz und Fürsorge ihrer Eltern und anderer Menschen angewiesen. Es vergehen Jahre, bis sie auch nur in der Lage sind, eigene Schritte zu gehen.

Dafür ist ihr Gehirn aber auch in der Lage, Sprache zu entwickeln und abstrakt zu planen.

Diese enormen Unterschiede sind auch in der Zusammensetzung der jeweiligen Muttermilch zu erkennen.

Kuhmilch ist auf die Bedürfnisse von Kälbchen mit kleinen Gehirnen und schnellem Wachstum optimiert. Muttermilch für Babys mit riesigen Gehirnen und langsamem Wachstum.
Merkmal Menschliche Muttermilch Kuhmilch
Zusammensetzung Für Menschenbabys optimiert Für Kälber konzipiert
Fettgehalt (pro 100 ml) Durchschnittlich etwa 4,2 g Durchschnittlich etwa 3,7 g
Laktosegehalt (pro 100 ml) Durchschnittlich etwa 7 g Durchschnittlich etwa 4,8 g
Proteingehalt (pro 100 ml) Durchschnittlich etwa 1,1 g Durchschnittlich etwa 3,5 g
Kalziumgehalt (pro 100 ml) Durchschnittlich etwa 30 mg/100 ml Durchschnittlich etwa 120 mg/100 ml
Vitamine und Mineralstoffe Ausgewogene Versorgung Weniger Eisen, beeinträchtigt Eisenabsorption
Wachstumsfaktoren enthalten, mehr Details unten

Wichtige Unterschiede im Detail:

  • Muttermilch ist mit 7 g/100 ml Laktose deutlich energiereicher als Kuhmilch (~4,7 g). Die Energie versorgt u. a. das im Wachstum befindliche Gehirn des Säuglings.
  • Menschliche Muttermilch ist fettreicher als Kuhmilch und versorgt das Baby mit weiterer Energie.
  • Kuhmilch enthält vergleichsweise fast dreimal so viel Protein wie Muttermilch. Bei Menschen kann der hohe Proteingehalt die Aufnahme von Eisen hemmen.
  • Der Kalziumgehalt von Kuhmilch liegt sogar viermal so hoch wie bei Muttermilch. Da Kalzium und Eisen um ähnliche Aufnahmemechanismen im Darm konkurrieren, kann Kuhmilch auch hier die Eisenaufnahme behindern.
  • Immunfaktoren (darunter Antikörper, Leukozyten, Lactoferrin und Lysozym) können bei "fremdem" Nachwuchs allenfalls einen Teil ihrer Wirkung entfallen. Bestimmte Proteine können bei "artfremder" Milch sogar allergische Reaktionen auslösen.
  • Milch ist reich an Wachstumsfaktoren (EGF, IGF-1, TGF-beta und FGF), welche die Zellreifung und Zellteilung unterstützen. Der Gehalt unterscheidet sich zwischen Muttermilch (langsam wachsender Nachwuchs) und Kuhmilch (schnell wachsend). Welche Auswirkungen es hat, langfristig "artfremde" Wachstumsfaktoren aufzunehmen, ist bis jetzt nicht genau geklärt.

Der Vergleich zwischen Kuhmilch und Muttermilch zeigt, wie wichtig es ist, dass der Nachwuchs die eigene Muttermilch erhält.

Kuhmilch ist kein Ersatz für Muttermilch und allenfalls für Notsituationen geeignet, in denen die Mutter ihr Kind nicht stillen kann und keine Alternative verfügbar ist (z. B. speziell formulierte Babynahrung).

Nach Ende der Stillzeit benötigen wir keine Milch mehr. Weder von der eigenen Mutter noch von einer anderen. Wir sind abgestillt, weil unser Körper in der Lage ist, feste Nahrung zu verdauen. Viele Menschen reagieren mit Blähungen und Magenschmerzen, wenn sie weiterhin Milch aufnehmen. Laktoseintoleranz ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Unverträglichkeit.

Wichtig: Die aufgelisteten Nährwerte können schwanken. Die Milch passt sich im Laufe der Zeit an die Bedürfnisse des Nachwuchses an. Demzufolge ist auch Kuhmilch natürlichen Schwankungen unterworfen, die (teilweise) dadurch standardisiert werden, dass die Milch etlicher Kühe vermischt wird.

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Muttermilch und Kuhmilch: So groß sind die Unterschiede!
Letzter Beitrag: 11. Feb., von ItsaMeLisa.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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