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Kuhmilch ist nicht (mehr) natürlich - aus diesen 6 Gründen!

Ist Kuhmilch ein Naturprodukt? Längst nicht mehr! Dieser Artikel zeigt, warum! Bild: 279photo / Adobe Stock, Artem Zakharov / Adobe Stock

Ist es eigentlich natürlich, die Milch einer anderen Tierart zu trinken? Von Tieren, denen wir wir riesige Mega-Euter gezüchtet haben? Die Soja und Mais fressen, statt Gras? Denen wir Medikamente und Hormone verabreichen? Und deren Milch wir ultrahoch erhitzen und mechanisch in ihrer Struktur verändern?

Wie viel "Natürlichkeit" steckt wirklich in Kuhmilch?

In diesem Artikel zeigen wir euch 6 Gründe und Beispiele, warum Kuhmilch keineswegs natürlich ist!

#1: Pasteurisierung:
Die meisten Milchprodukte, die im Supermarkt erhältlich sind, sind pasteurisiert. Das bedeutet, dass die Milch stark erhitzt wurde, um unerwünschte Bakterien abzutöten. Zugleich werden durch die Pasteurisierung auch Enzyme und "günstige" Bakterien zerstört.

#2: Homogenisierung:
Normalerweise würde sich in Kuhmilch das Fett oben absetzen. Um diesen natürlichen Effekt zu verhindern, wird Kuhmilch in der Regel homogenisiert. Winzige Fett-Partikel bieten dem Immunsystem eine größere Oberfläche und können dadurch Allergien fördern. Praktisch jeder Liter Milch aus dem Supermarkt wurde homogenisiert.

#3: Antibiotika und Hormone:
Der Einsatz von Antibiotika und Hormonen (z. B. Oxytocin) ist in der Milchindustrie Normalität. Auch Rinder in der Bio-Tierhaltung erhalten Antibiotika und teilweise Hormone! Die Gabe von Antibiotika fördert zugleich die Entstehung von resistenten Keimen. Dadurch verlieren wichtige Medikamente auf Dauer ihre Wirksamkeit. Unnatürlich ist es obendrein.

#4: Einsatz von Qualzuchten:
Die Ur-Vorfahren der heutigen Rinder gaben durchschnittlich etwa 1,3 Liter Milch am Tag. Das reichte, um das Kalb zu ernähren. Heutige "Hochleistungsrinder" produzieren mitunter 30 Liter Milch am Tag. Sie könnten also ein ganzes Dutzend Kälbchen versorgen - wäre da nicht die Molkerei. Auch in Bio-Milchbetrieben werden diese Qualzuchten eingesetzt. "Qualzucht" deshalb, weil die Tiere aufgrund der Züchtung leiden.

Fast vollautomatisches "Melk-Karussell" in einem Milchbetrieb. Bild: DedMityay / Adobe Stock

#5: Artfremdes Futter:
Hochgezüchtete Rinder benötigen innerhalb der Laktationsphase Kraftfutter aus Ackerbau (Sojaschrot, Mais usw.). Ohne diese energiereichen Futtermittel würden sie schnell in Ketose fallen. Das bedeutet, dass ihr Körper mehr Energie verbraucht (für die Milch), als er aufnehmen kann. Die Kühe würden also bei lebendigem Leibe verhungern. Und das, wo Rinder von Natur aus (ausschließlich) Grünfutter (Gras, Klee usw.) fressen.

#6: Gefangenhaltung:
Ein Großteil der "Milchkühe" steht in Laufställen oder sogar in Anbindehaltung. Viele Tiere können sich also tagelang nicht einmal umdrehen, weil sie im Stall fixiert sind. Bei den berühmten "Alpenkühen" handelt es sich oft um Färsen, die noch kein Kalb zur Welt gebracht haben und daher keine Milch geben. Ohne Kalb keine Milch. Der Mangel an Bewegung und das unnatürliche Futter hat Einfluss auf die Zusammensetzung der Kuhmilch.


Dieser Artikel erklärt, warum technische und züchterische Eingriffe aus Kuhmilch längst ein Industrieprodukt gemacht haben. Warum es ein "Milchmärchen" ist, Kuhmilch als Naturprodukt zu bewerben.

Käme Kuhmilch von Ur-Kühen, würde ohne den Einsatz von Medikamenten, Hormonen, Antibiotika, Homogenisierung, Pasteurisierung, genetischer Eingriffe und nur mit natürlichem Weidegang erzeugt, dann könnte man sagen, es wäre ein Naturprodukt.

Ein natürliches Nahrungsmittel für Menschen ist Kuhmilch dann aber immer noch nicht. Es ist schließlich die Babynahrung von Rindern.

Zum Glück gibt es längst gute, pflanzliche Alternativprodukte zu Kuhmilch.

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Warum Kuhmilch kein Naturprodukt ist
Letzter Beitrag: 04.04.2023, von Sunjo.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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