Selbstoptimierung: Eine gute Sache!

Erstellt 11.09.2022, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 8 Antworten.

Selbstoptimierung: Eine gute Sache!
11.09.2022
...und keineswegs Selbstausbeutung, Quälerei und Perfektionismus.
https://vegpool.de/magazin/selbstoptimierung-gut-oder-schlecht-kommentar.html
Wie seht ihr das? In welchen Bereichen quält ihr euch noch - und woran arbeitet ihr?
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11.09.2022
Ich finde Selbstoptimierung ist für das was in dem Beitrag beschrieben wird das falsche Wort. Auf mich selbst zu höhren hat für mich nichts mit Selbstoptimierung zu tun. Und auch nichts mit Mediation oder Handy-Auszeit. Es gibt Menschen die gerne meditieren und andere nicht, deswegen höhrt der bzw. die eine nicht mehr oder weniger auf sich.
Selbstoptimirung bleibt für mich ein negativer Begriff, der im schlimmsten Fall zu ernsthaften Erkrankungen wie Essstörungen, Sportsucht oder Burn out führen kann.
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11.09.2022
Ich finde zwar nicht, dass Selbstoptimierung negativ behaftet ist, aber man kann auch ganz neudeutsch Biohacking sagen. Kleine Tricks und Tipps die einem helfen, (körperlich und geistig) in der Mitte zu bleiben und sich und seinen Körper besser kennenzulernen. Bei mir gehört da eben Sport, Eisbaden, Sauna, Atmen und Meditation dazu. Ganz spannend finde ich ein Glukosemonitoring. Da kann man sehr gut erkenne, wie der Körper auf welche Stoffe reagiert. Welche Biohacks für wen gut sind, kann ganz unterschiedlich sein.
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11.09.2022
Habe gerade am Freitag diese Sendung zum Thema im hr gehört: https://www.ardaudiothek.de/episode/studio-komplex/selbstoptimierung-forever/hr/10801365/

dabei ist mir besonders negativ aufgefallen, dass jemand seinen Körper "in Form" bringt, weil sie fürchtet, dass ihr sportlicherer Freund die Beziehung beenden könnte, wenn sie es nicht tut. Genau da ist nach meiner Meinung der begriff "Selbstoptimierung" fehl am Platz.


Klar: Es gibt immer wieder Sachen im Leben, wo wir Rückmeldungen bekommen, oder selbst beobachten, dass wir nicht so sind, wie wir selbst sein wollen. Der Wunsch, daran etwas zu ändern - also und zu "optimieren" weil wir selbst erkennen, dass die Rückmeldungen einen wahren Kern haben ist doch nicht an sich negativ. Erst dann, wenn negative Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben, wird es zu viel. Das ist dann keine Selbstoptimierung mehr, das ist dann Selbstvergewaltigung.

Leuten wniger auf die Nerven zu gehen, ist für mich durchaus ein Ziel. Dabei meine gesamte Persönlichkeit aufzugeben, wäre für mich jedoch keine "Optimierung".


Dinge, die ich mir vornehme zu tun, nicht mehr nur vor mir her zu schieben, sondern sie tatsächlich umzusetzen, ist für mich jedoch "Optimierung" in des Wortes Bedeutung. Es befriedigt mich, wenn ich erkenne, dass ich mich da verbessere und es freut mich, die Erfolge zu sehen. Das motiviert mich dann, auch bei anderen Sachen, die mich an mir stören, weiter zu arbeiten. Aber alles nur im Rahmen dessen, was mir mein Wohlbefinden nicht zerstört.


Größte Erfolge meiner persönlichen Selbstoptimierungen:
1. konsquente Umstellung meines Lebens auf Vegan. (da bin ich besonders stolz drauf, weil ich buchstäblich ein Fleischfresser war!)
2. Meinen Alkoholkonsum von 2 Litern Wein am Tag auf null Alkohol zu reduzieren
3. Meinen mit 13 Jahren gestarteten Zigarettenkonsum von täglich bis zuletzt ca 60 selbst gedrehten "Van Nelle" schwarz Zigaretten (die rauchen sich nicht wie andere Filterzigaretten selbst, sondern müssen aktiv bis zum Ende geraucht werden, sonst gehen sie aus - kein Magnesium im Papier) ebenfalls auf null zu setzen.
4. Nach 17 Punkten in Flensburg mein Fahrverhalten auf regelbasiertes Verhalten umzustellen. Da wo 100 steht, sagt mein Navi maximal 102, da wo 60 steht, maximal 62 usw., Abstand halten, ruhig auf Fahrfehler usw, anderer zu reagieren (gelingt nicht immer, aber immer öfter)
5. nicht nur vor dem Fernseher zu sitzen und über Politik mich aufregen, sondern auch versuchen, sie aktiv zu beeinflussen.
6. Mich im Haushalt mehr und mehr an den tagtäglichen Dingen wie Wäsche waschen, Staubsaugen, Putzen, Spülmaschine Ein- und Ausräumen, Gartenarbeit und so weiter aktiv zu beteiligen bzw. diese Dinge vollständig zu übernehmen.

Nicht alles gelingt gleich und sofort vollständig, bei manchen Dingen scheitere ich auch immer wieder, aber dennoch bin ich froh, es weiter zu versuchen, ohne mich dabei zu quälen, das ist mir dabei besonders wichtig.
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11.09.2022
Ich schliesse mich veg-beratung an, und sehe das genau so. Selbstoptimierung klingt schrecklich. Ich will mich nicht optimieren, bin ja kein Computer oder eine Maschine. "Optimierung" und "funktionieren im Leben" klingt für mich so, zu sehr, nach deutscher (unlustigen) "Lebensart". Irgendwie klingt das auch so, dass Spontanität, Flexibilität ... im Leben zu kurz kommt.
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12.09.2022
Bei mir liegt die Selbstoptimierung darin, zu erkennen, dass es kein eigenständiges, unveränderbares, immerwährendes Selbst gibt. Und dafür gehe ich den achtfachen Weg des Erwachten! Was das "ich" betrifft, das ist eigentlich nur relativ im Moment, das hat der Erwachte auch benutzt.
1x bearbeitet

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12.09.2022
Ich finde das Prinzip grundsätzlich gut, würde es aber auch nicht Selbstoptimierung nennen. In Optimierung steckt Optimum, also 100% vom Möglichen. Das entspricht nicht dem, hier oft angeführten, Pareto-Prinzip, sondern bedeutet, dass man auch für minimale Verbesserungen maximalen Energieaufwand betreibt. Da wir als Menschen aber meist mehr als nur eine Schwachstelle haben, an der wir arbeiten können oder wollen, würde im Falle von Optimierungsversuchen sehr viel Energie in eine Sache gehen, die dann an anderen Stellen fehlt.
Das zweite ist, dass mir beim Begriff Selbstoptimierung zu sehr das Ziel im Vordergrund steht und nicht der Weg dahin. Das kann dann leicht dazu führen, dass man einen vermeintlich einfachen, aber schädlichen Weg wählt.
Wenn man den Begriff so versteht, kann ich verstehen, dass das auch negativ sein kann und eher abgelehnt wird. Deshalb entweder lieber gleich andere Begriffe verwenden (das von Dana erwähnte Biohacking, oder persönliche Weiterentwicklung, oder oder) oder zumindest direkt dazu erklären, wie man es meint.

Was jetzt die Gründe angeht: für den Freund gut aussehen zu wollen, mag an sich erst einmal ein blöder Grund sein, aber wenn man sich deswegen eine gesündere Lebensweise (Ernährung, Sport) angewöhnt und man dadurch wirklich auch langfristige Verbesserungen (nicht nur optisch) erzielt, ist das doch eine gute Sache. Schönheitsoperationen fallen aber dann natürlich nicht in diesen Bereich.
Bei der Entscheidung für ein veganes Leben sind die Gründe ja am Ende auch egal - positive Effekte hat das unabhängig von den Gründen.

Was für mich bei dem Thema "an sich selbst arbeiten" und die "Komfortzone immer mal wieder verlassen" wichtig ist, dass dadurch auch das Leben an sich schöner und interessanter wird, man Selbstwirksamkeit erfährt, neue Erfahrungen sammeln kann usw. - also als Persönlickheit wachsen und reifen kann.
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12.09.2022
Für mich hat Selbstoptimierung einen negativen Beigeschmack. Es sagt ja im Kern aus "Du bist, so wie du bist, nicht gut (genug)". Mittlerweile gehören selbst so Sachen wie Self-Care da rein, denn überall gibt es Tipps, Tricks und Produkte, wie man sich auf "die richtige Art" um sich selbst kümmert, um die beste Version seiner selbst zu werden.
Ich persönlich finde den Ansatz, sich für jemand anderen zu ändern, weil man fürchtet "nicht gut genug" zu sein, absolut falsch. Viele gehen bei so einer Art der Selbstoptimierung davon aus, dass das dann alles gesund sei und gut für die Person, ich kenne aber einige Leute, die aus Selbstzweifel/Selbsthass ihr Sport- und Ernährungsverhalten umgestellt haben und das war alles andere als gesund. Sowas kann zu einem gestörten Essverhalten und evtl. Sportsucht führen.


Eine Veränderung der eigenen Person/des eigenen Körpers sollte immer aus einer intrinsischen Motivation entstehen und damit anfangen, dass man mit seinem Anfangs-Selbst verständnisvoll umgeht, aber gerne eine Veränderung für ein noch besseres Wohlbefinden hätte.
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12.09.2022
@ItsaMeLisa: Super geschrieben, ich könnte das nicht so gut! :clap:
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