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NRW: Züchtereien dürfen weiter Küken töten

Küken mit Ei
Küken mit Ei Bild: © Anatolii - Fotolia.com

Das Töten eines Tieres ohne vernünftigen Grund ist laut Tierschutzgesetz in Deutschland verboten. Ein besonders erschreckendes Beispiel, wie eklatant gegen dieses Gesetz verstoßen wird, liefern Brütereien, die Hühner für die Eierproduktion züchten. Dabei handelt es sich meist um hochgezüchtete Sorten, die fast täglich ein Ei legen. Zur Fleischproduktion werden andere Zuchtsorten genutzt.

Da die männlichen Küken keine Eier legen, sind sie für Eierproduzenten nicht verwertbar und werden – als Eintagsküken – umgehend nach dem Schlüpfen getötet. Dies ist trotz massiver Kritik von Tierschützern auch in Deutschland alltäglich und hängt unmittelbar mit der Eier-Produktion zusammen.
Als erstes Bundesland wollte Nordrhein-Westfalen im Jahr 2013 per Erlass das Töten der so genannten Eintagsküken per Erlass verbieten, denn ein vernünftiger Grund für diese Küken-Tötungen läge nicht vor.

Brütereien klagen, um weiter Küken töten zu dürfen

Hahn - seltener Anblick in der Eierproduktion
Ein Hahn legt keine Eier Bild: joe06wds Bildtitel: Peter Hahn, CC-BY

Dagegen haben mehrere Brütereien geklagt – und dürfen vorerst weiter Küken töten. Das Verwaltungsgericht in Minden hat die Landesverwaltung NRW zurückgepfiffen. Im Grundgesetz sei schließlich auch die freie Berufswahl verankert, hieß es vom Gericht (Aktenzeichen Az.: 2 K 80/14 und 2 K 83/1 vom 30.1). Es sei, so das Argument des Gerichts, nicht Sache einer Landesverwaltung, zu entscheiden, ob Berufswahl oder Tierschutz höher zu bewerten sei.

Der mit der Eierproduktion verbundene Tod der männlichen Küken ist für viele Menschen ein Grund, Veganer zu werden. Denn so könne man – unabhängig von Gerichtsentscheidungen und Übergangsfristen – erreichen, dass zumindest für die eigene Ernährung keine Tiere mehr getötet werden. Mehr dazu: Sind Eier vegetarisch?

Eier lassen sich je nach Anwendungsbereich durch Zutaten wie Sojamehl, Chia-Samen, Frucht-Püree oder Kala-Namak ersetzen. Die von manchen Bio-Verbänden geforderten „Zweinutzungsrassen“, die für Eier– und Fleischproduktion genutzt werden können, sind aus Sicht veganer Tierschützer keine Lösung. Zweinutzungsrassen werden schließlich auch getötet – nur später.

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Autor: Redaktion

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