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Lidl will Preise für pflanzliche Alternativen drastisch senken!

Lidl will die Preise für pflanzliche Proteinquellen deutlich senken.
Lidl will die Preise für pflanzliche Proteinquellen deutlich senken. Bild: LIDL

Der Discounter Lidl will die Preise für pflanzenbasierte Produkte in Deutschland drastisch senken.

Nahezu alle Produkte der Lidl-Eigenmarke "Vemondo" sollen preislich an vergleichbare Tierprodukte angepasst werden.

In Zukunft will Lidl das Angebot an pflanzlichen Proteinquellen erhöhen. Dazu hat das Unternehmen eine eigene Protein-Strategie entwickelt.

Mit der preislichen Anpassung veganer Alternativprodukte an Tierprodukte will der Discounter insbesondere Flexitarier ansprechen.

Flexitarier sind Menschen, die ihren Konsum an Tierprodukten reduzieren möchten, ohne vegetarisch oder vegan zu essen.

Die Frage, ob man pflanzlich oder tierisch isst, soll bei Lidl also künftig nicht mehr vom Geldbeutel entschieden werden.

"Mit der Preisanpassung unserer Vemondo-Produkte möchten wir Kunden vermehrt dazu einladen, die pflanzlichen Alternativen auszuprobieren", so Christoph Graf, Chef-Einkäufer bei Lidl.

Auf die Weise könne man die Transformation zu einer zukunftsfähigen Ernährung mitgestalten. Lidl setzt sich dabei für branchenübergreifende Standards ein.

Insgesamt will Lidl in Deutschland den Anteil pflanzenbasierter Proteinquellen bis 2023 auf 20 Prozent erhöhen (2022 waren es laut Mitteilung 11 Prozent). Der Anteil an alternativen Molkereiprodukten soll auf 10% erhöht werden (2022: 6%).

Meinung:

Die Ankündigung von Lidl, pflanzliche Alternativprodukte preislich an Tierprodukte anzupassen, ist eine gute Nachricht.

Durch günstigere Preise wird es attraktiver, öfter mal pflanzlich zu essen! Niemand muss bei Lidl aus finanziellen Gründen Tierprodukte kaufen.

Allerding ist damit noch lange keine Gleichberechtigung erzielt. Und der Grund ist folgender:

Tiere wandeln Futtermittel zu Gülle um. Nur ein kleiner Teil des Futters wird zum gewünschten Tierprodukt.

Futter aus Ackerbau wird von den Tieren überwiegend zu Gülle umgewandelt. Dazu kommen der hohe Wasserverbrauch und die Folgen für Klima und Umwelt.

Vor dem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie kann ein Tierprodukt billiger sein, als ein direkt aus Pflanzen hergestelltes Lebensmittel - obwohl für das Tierprodukt 5x so viele Pflanzen verfüttert wurden?

Der Grund liegt darin, dass die Tierhaltung politisch intensiv bevorzugt wird. Durch Subventionen, reduzierte Mehrwertsteuersätze (Milch) und die Externalisierung sogenannter "versteckter Kosten". 4 krasse Beispiele, wie Kuhmilch vom Staat bevorzugt wird.

Die "Versteckten Kosten" der intensiven Tierproduktion in Deutschland belaufen sich laut einer Studie des Wissenschaftsinstituts CE Delft auf etwa 22 Milliarden Euro im Jahr. Doch dafür kommen nicht die Verursacher auf, sondern die Allgemeinheit.

Statistisch muss jeder Bundesbürger mit mehr als 260 Euro im Jahr dafür aufkommen. Allein für die Folgeschäden der intensiven Tierhaltung!

Moderne Verfahren ermöglichen es dagegen, pflanzliche Rohstoffe viel effizienter zu Lebensmitteln umzuwandeln, als es die Tierhaltung schafft.

Die Bandbreite neuer Verfahren reicht von der direkten Verarbeitung zu Fleischalternativen bis zur Präzisionsfermentation.

Eigentlich müssten pflanzliche Alternativen also vielfach günstiger sein als Tierprodukte.

Auch wenn Lidl mit seiner Proteinstrategie zu den Vorreitern in Deutschland gehört und damit ein wichtiges Signal setzt, besteht also weiterhin intensiver Handlungsbedarf - auch politisch.

Auch Kaufland reduziert Preise für vegane Lebensmittel!
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Veröffentlichung:

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Lidl senkt Preise für pflanzliche Alternativen drastisch
Letzter Beitrag: 31.10.2023, von Esi.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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