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Vegane Ernährung - welche Veränderungen treten im Lauf der Zeit auf?

Welche Veränderungen treten bei veganer Ernährung eigentlich auf? Bild: Trendsetter Images / Adobe Stock

Wenn man sich entscheidet, in Zukunft vegan zu essen, dann ist es ganz normal, dass man im Laufe der Zeit Veränderungen feststellt!

Ganz offensichtlich ist natürlich eine Veränderung der Ernährung. Oft kommt es auch zu gesundheitlichen Veränderungen, zu Veränderungen bei der Verdauung, beim seelischen Wohlbefinden und auch im Freundes- und Familienkreis.

Wir verraten euch, welche Veränderungen beim Vegan-Einstieg auftreten können. Dabei nennen wir nicht nur die positiven, gewünschten Veränderungen, sondern auch jene, die vielleicht erst mal etwas unangenehm sein können.

Vegan zu werden bedeutet zunächst einmal, bewusst etwas zu verändern. Wer Veganer wird, der strebt also Veränderungen an. Und dafür gibt es gute Gründe.

Zugleich sind Veränderungen etwas, das viele Menschen verängstigt – und insbesondere den Inneren Schweinehund. Veränderung bedeutet nämlich mitunter, die eigene Komfort-Zone zu verlassen.

Die meisten Veränderungen bei einer veganen Ernährung sind aber gewünscht – und meist sehr erfreulich!

  • Veränderungen machen uns immer erst einmal Angst. Die Momente, in denen wir unseren Inneren Schweinehund überwinden (ihm also sanft einen Weg weisen), sind gleichzeitig die Momente, auf die wir später stolz sein werden. Wichtig: Wir überwinden den Inneren Schweinehund nicht, sondern wir bringen ihm neue Fähigkeiten bei.
  • Erste Veränderungen treten oft schon wenige Tage oder Wochen nach dem Vegan-Umstieg auf. Glattere Haut, bessere Stimmung, mehr Energie. Gleichzeitig kann es zunächst aber auch zu vorübergehenden Verdauungsproblemen kommen, wenn sich der Magen auf die neue, gesunde Ernährung einstellt.
  • Auch im sozialen Umfeld können Veränderungen auftreten. Vielleicht wird man mit Vorurteilen konfrontiert. Vielleicht erzählt eine enge Freundin, dass auch sie schon länger vegan leben wollte, es sich aber bisher nicht getraut hat. Viele Veganer berichten auch von anerkennenden Worten. "Es ist richtig, was du tust, ich bewundere deinen Mut!"

Gesundheitliche Veränderungen bei veganer Ernährung

Viele unserer Leser berichten (z. B. im Forum), dass Allergien verschwunden sind. Wir hören das wirklich oft! Viele Leser berichten, dass sie besonders davon profitiert haben, Milchprodukte zu meiden.

Solche Veränderungen können schon nach wenigen Tagen oder Wochen bemerkbar werden! Gerade Menschen mit Laktoseintoleranz oder Kaseinunverträglichkeit werden davon schwärmen, endlich das Magendrücken und die Übelkeit loszuwerden!
Viele Veganer berichten von gesundheitlichen Veränderungen. Bild: Fotolia.com

Oft wird auch von positiven Veränderungen der Haut berichtet. Manche Hauterkrankungen wie Akne, Rosazea oder Neurodermitis sollen einfach verschwunden sein, nachdem Betroffene begonnen haben, Tierprodukte von ihrem Speiseplan zu streichen.

Vielleicht liegt es daran, dass Tierprodukte entzündungsfördernde Arachidonsäure enthalten.

Regelmäßig erzählen Vegan-Umsteiger, dass sie innerhalb von Wochen und Monaten ihr Übergewicht reduzieren oder ganz loswerden konnten. Der wichtigste Grund dafür liegt auf der Hand: Wer sich bewusst ernährt und mit frischen, ballaststoffreichen Zutaten kocht, der kann die Kalorien-Aufnahme besser kontrollieren.

Eine pflanzliche Ernährung kann auch dabei helfen, Bluthochdruck loszuwerden. Und wer sich ausgewogen vegan ernährt, wird auch beim Hausarzt feststellen, dass dieser weniger zu meckern hat und vielleicht weniger Blutdrucksenker, Betablocker und Co verschreibt. (Übrigens einer der Gründe, warum Senioren von veganer Ernährung besonders profitieren können).

Faszinierend finden wir, dass eine pflanzliche Ernährung bei verschiedenen arthritischen Erkrankungen (darunter Psoriasis Arthritis und Rheuma) mitunter sehr unterstützend wirken kann. Dieser Arzt empfiehlt sogar vegane Ernährung bei Rheuma. In diesem Bereich kann vegane Ernährung in der Tat erstaunliche Veränderungen bewirken!

Selbstverständlich betreffen solche Veränderungen nicht alle Vegan-Einsteiger und natürlich gibt es auch Menschen, bei denen die genannten Erkrankungen nicht verschwunden, oder nur schwächer geworden sind. Nahezu alle Veganer berichten aber rückblickend, dass der Vegan-Umstieg zu den besten Entscheidungen ihres Lebens gehört hat. Und das wird seine Gründe haben!

Es kann also sein, dass du als Vegan-Umsteiger überhaupt keine unerwarteten Veränderungen bemerkst. Also nur die, die du ohnehin erwartest und anstrebst.

Veränderungen im sozialen Umfeld

Ob du in deinem sozialen und beruflichen Umfeld Veränderungen feststellst, hängt stark vom Umfeld selbst ab. In Großstädten kennen die meisten Menschen andere Veganer und kommen gut damit klar, dass jemand nicht jeden Tag Produkte von gequälten Tieren verzehrt.

Ein kleines Kalb
Manche Menschen verstehen Respekt vor Tieren als persönlichen Angriff auf eigene Essgewohnheiten. Bild: egrego2, flickr.com (bearb.) Bildtitel: Jersey Calf, CC-BY

Es gibt aber natürlich auch intolerante Menschen, die eine vegane Ernährungs-Umstellung als persönlichen Angriff verstehen – warum auch immer.

Manche Menschen glauben, Veganer, die sich bewusst gegen die Ausnutzung von Tieren stellen, würden sie dafür verurteilen, dass sie es nicht tun. Und sie "reagieren" auf diese vermeintliche Abwertung mit persönlichen Angriffen. Dieses Phänomen wurde auch psychologisch untersucht.

Auch die Verdauung verändert sich

Wenn ihr jahrelang Fertiggerichte und Tierprodukte verzehrt habt und plötzlich auf eine vegane Ernährung mit viel mehr frischen Bestandteilen umstellt, wird sich natürlich auch erst mal euer Verdauungssystem umstellen.

Auch die Verdauung stellt sich um – und lernt neue Lebensmittel kennen. Bild: photocrew / Adobe Stock

Eure Darmflora passt sich eurer Ernährung an. Das kann sich in der ersten Zeit auch mal mit Magengrummeln, Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall äußern. Geht es daher behutsam an und gebt eurem Körper die Zeit, sich anzupassen.

Wer seine Ernährung vegan gestaltet, isst automatisch mehr Ballaststoffe. Die sind richtig gesund und beugen sogar Darmkrebs vor. Es ist vollkommen normal, wenn das bisweilen ein paar Blähungen verursacht, insbesondere zu Beginn der Umstellung.

Besonders häufig sind solche Veränderungen, wenn ihr früher viele stark verarbeitete Lebensmittel verzehrt habt und jetzt z. B. häufiger frisches Gemüse oder Hülsenfrüchte esst. Beginnt daher mit kleinen Portionen, esst langsam und kaut gut. Nach einigen Wochen wird sich euer Körper umgestellt haben. Weitere Tipps bei Verdauungsproblemen findet ihr hier.

Veränderungen für Geist und Seele

Viele Menschen stellen ihre Ernährung um, nachdem sie erfahren haben, wie Tiere für die Erzeugung von Tierprodukten behandelt werden. Sie möchten nicht mehr teilnehmen an einem System, das auf gnadenloser Ausbeutung beruht und Tiere schwer vorstellbaren Qualen aussetzt. Aus Angewohnheit, Gruppenzwang und kurzen Genuss.

Manchmal hilft Durchatmen
Der Ausstieg aus der Ausnutzung von Tieren erleichtert auch die Seele. Bild: Fotolia.com (bearb.)

Viele Vegan-Umsteiger, berichten, dass sie sich einfach wohler fühlen. Dass sie das Tierleid einfach nicht mehr verdrängen müssen, weil sie nicht mehr daran teilnehmen. Sie sind aus diesem tödlichen System ausgestiegen!

Immer wieder berichten Veganer uns davon, dass sich ihr psychisches Wohlbefinden verbessert hat. Dass sie nicht mehr so gereizt und schwermütig sind und dass sie nachts auch besser durchschlafen.

Auch hier ist es natürlich so, dass diese Veränderungen nicht immer und bei jedem Vegan-Umsteiger auftreten. Aber nachvollziehbar finden wir sie.

Manche Veganer berichten auch, dass sich ihr Selbstbewusstsein verbessert hat. Vielleicht liegt das nicht direkt an der veganen Ernährung, sondern vielmehr daran, dass diese Menschen merken, wie gut es tut, dem eigenen Herz zu folgen. Und das ist dann indirekt wieder eine Folge des Vegan-Umstiegs.

Auch, wenn die Gesellschaft bislang nicht so weit ist, dies vollständig anzuerkennen. Übrigens sprechen Psychologen hier von dem Gefühl der Selbstwirksamkeit, einer zentralen Grundlage für ein zufriedenes, erfülltes Leben.

Wir Menschen lehnen Veränderungen instinktiv ab. Unser Innerer Schweinehund hat die Absicht, uns vor dem Unbekannten zu beschützen. Doch er hält uns aus Bequemlichkeit oft auch davon ab, Chancen zu nutzen.

Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass eine vegane Ernährung einfach echt viele Vorteile hat. Und die gute Nachricht: innerhalb von 4–6 Wochen beginnen wir, neue Routinen zu entwickeln. Dann ist auch der "Innere Schweinehund" wieder beruhigt. Es ist einfach nur eine Frage steter Routine.

Gebt Veränderungen daher eine Chance!

Veränderungen: Die Basis für neue Routinen

So wird der Umstieg auf eine vegane Ernährung, den ihr vielleicht lange vor euch hergeschoben habt, plötzlich ganz normal. Rückblickend fragt ihr euch womöglich, warum ihr euch nicht viel früher begonnen habt.

Denn auch wenn der Vegan-Umstieg bedeutet, sich zu verändern, sind viele gesundheitliche Veränderungen erwünscht – und oft wie eine Belohnung dafür, dass ihr begonnen habt, euren Zielen zu folgen. Und: sobald ihr eure neuen Routinen erlernt habt, fühlt sich alles wieder ganz normal an.

Der Artikel wurde am 12.2.2024 überarbeitet und ergänzt.

Veröffentlichung:

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Vegan werden - welche Veränderungen treten auf?
Letzter Beitrag: 18. Feb., von Libio.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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