"Weidemilch": Auf dem Weg zur Verbrauchertäuschung

Erstellt 24.07.2021, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 11 Antworten.

"Weidemilch": Auf dem Weg zur Verbrauchertäuschung
24.07.2021
"Weidemilch" stammt offenbar häufig von Kühen, die die meiste Zeit im Stall verbringen. Manchmal sogar in Anbindehaltung. Von Tieren, die auch mit Kraftfutter gefüttert werden.
https://www.vegpool.de/magazin/weidemilch-verbrauchertaeuschung.html
Wusstet ihr das?
antworten | zitieren |
24.07.2021
Man müsste einen Aufkleber erstellen, auf dem steht: Anbindehaltung statt Weidemilch evtl . noch mit Foto von Kühen in Anbindehaltung. Und das dann im Supermarkt auf die "Weidemilch" kleben. Aber die Klebestreifen hinten drauf bitte dreigeteilt, sonst kann man sie nicht so schnell und gut abziehen, habe da leider schon genug negative Erfahrungen gesammelt. :-(
antworten | zitieren |
24.07.2021
Das ist ja echt mal wieder der Hammer :surprise:
Bevor ich vegan wurde, habe ich auch Weidemilch gekauft und getrunken ... Da auch bei dieser Haltungsform die Kälber ihren Müttern weggenommen werden, habe ich mich dann auf die Suche nach muttergebundener Kälberaufzuchtsmilch gemacht. Ich weiß nicht, wie es mittlerweile ist, aber damals (vor eineinhalb Jahren) war da nicht dranzukommen, zumindest hier, wo ich wohne.
Die logische Konsequenz war für mich dann schließlich und zum Glück auf pflanzliche Alternativen umzusteigen.
Da meine Tochter zwar Vegetarierin, aber keine Veganerin ist, landet aber besagte Weidemilch leider ab und zu immer noch in unserem Einkaufswagen :| Zum Glück trinkt sie Milch nur sehr selten.
antworten | zitieren |
25.07.2021
Und dann klagen, dass vegane ,,Milch" nicht Milch heißen darf weil das ja Verbrauchertäuschung wäre. In was für einer verkorksten Welt leben wir?!
antworten | zitieren |
27.07.2021
Hier noch ein weiterer Beitrag zu Thema. Ursprünglich sollte das der erste Beitrag zum Thema werden, doch dann wurde mir klar, dass es für "Weidemilch" gar keine wirkliche Definition gibt. Also musste ich mit dem anderen Artikel erst einmal Vorarbeit leisten.
https://www.vegpool.de/magazin/weidemilch-klima-fakten.html
1x bearbeitet

antworten | zitieren |
27.07.2021
Die Verbrauchertäuschung fängt doch schon bei der Bezeichnung wie Vollmilch oder einfach nur Milch an. Tatsächlich handelt es sich ja um Muttermilch von Kuh, Schaf, Ziege etc. Und genau genommen müßte es so auf der Verpackung stehen, z.B. "Muttermilch Typ Kuh", das wäre korrekt !
antworten | zitieren |
27.07.2021
Danke für Deinen Artikel Kolian.
@ Smaragdgruen: Du hast vollkommen recht. Das werde ich versuchen in meinen Sprachgebrauch zu übernehmen, aber ich weiss schon jetzt, wie sich dann wieder mein Umfeld vor den Kopf gestossen und kritisiert fühlen wird... :-(
antworten | zitieren |
27.07.2021
Zitat kilian:Hier noch ein weiterer Beitrag zu Thema.

Aus Sicht der Artenvielfalt und zur Humusbildung ist Tierhaltung auf Weideflächen tatsächlich ein Argument für die Weidehaltung. Und bei extensiver Tierhaltung könnte auch die Nutzung der Tierprodukte trotz des Methanausstoßes klimaneutral (durch Humusbildung wird viel CO2 im Boden gebunden) sein.


Dass eine derartige schonende Haltung in der Realität derzeit nicht oder extrem selten vorkommt, und dass man die Tiere auch zur Landschaftspflege einsetzen könnte, ohne sie zusätzlich zu nutzen, sollte man als Veganer (tierrechtlich motiviert) nicht unerwähnt lassen. Wer aber Tiernutzung nicht grundsätzlich ablehnt, könnte in extensiver Weidehaltung berechtigt eine Alternative zur derzeitigen Intensivtierausbeutung sehen.
antworten | zitieren |
27.07.2021
Hi Sunjo,
hast du evtl. eine Quelle dazu, dass der Vorteil der Humus-Bildung die Nachteile des Methan-Ausstoßes aufwiegt? Das wäre spannend! Methan ist ja 25x so klimawirksam wie CO2.

Edit: Hier gibt es eine Meta-Analyse, die einen geringeren Ausstoß an Treibhausgasen bei ganzjähriger "Weidehaltung" (in Verbindung mit hoher "Milchleistung") nennt.
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0959652618335170?via%3Dihub#!
Von Klimaneutralität ist da aber auch nicht die Rede. Dass echte "Weidehaltung" weniger klimaschädlich ist, liegt auf der Hand, wenn der gesamte Futtermittel-Anbau entfällt.
5x bearbeitet

antworten | zitieren |
27.07.2021
Ich denke, dass bei wirklicher Weidehaltung es erheblich weniger Tiere geben dürfte, um das klimaneutral und auch tiergerecht zu managen. Es werden ja auch Schafe benutzt um z.B. die Gräser auf den Deichen kurz zu halten. Aber auch da könnte man es doch vermeiden, Tiere zu töten, in dem man immer nur eine bestimmte Anzahl an Nachwuchs zu lässt und die anderen Tiere kastriert oder sterilisiert. Ist zwar auch wieder ein Eingriff in deren Leben, aber immer noch besser als die Lämmer zu töten !
antworten | zitieren |
Antworten

Nächster Thread:

Als Veganerin beim muslimischen Opferfest



Weitere Themen:

Titel
Autor
Antworten
zuletzt
Übersicht: Vegane Thunfisch-Alternativen
Wie kann man veganen Thunfisch ersetzen? Wir haben eine …
kilian
8
Karahama
18.09.2022
» Beitrag
Vegan vom Konzern... gut oder schlecht?
Immer mehr Konzerne bringen vegane Produkte auf den Markt. …
kilian
7
Franz23
16.09.2022
» Beitrag
Selbstoptimierung: Eine gute Sache!
...und keineswegs Selbstausbeutung, Quälerei und Perfektioni…
kilian
8
Franz23
12.09.2022
» Beitrag
Rechtsgutachten: Werbeverbot für Fleisch ist rechtlich möglich
Greenpeace hat ein juristisches Gutachten in Auftrag …
kilian
20
kilian
08.09.2022
» Beitrag
Verbesserungen im Forum
Hier eine Liste für Verbesserungen am Forum. Gerne könnt …
kilian
739
kilian
04.09.2022
» Beitrag


© Vegpool.de 2011 - 2022.