Warum Kinder keine Kuhmilch brauchen

Erstellt 08.12.2021, von kilian. Kategorie: Vegpool aktuell. 7 Antworten.

Warum Kinder keine Kuhmilch brauchen
08.12.2021
7 wichtige Gründe:
https://www.vegpool.de/magazin/kinder-kuhmilch-gruende.html
Fallen euch weitere Argumente ein?
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12.12.2021
Liebes Vegpool-Team,
erstmal grundsätzlich danke für das Plädoyer gegen Kuhmilch in der (Klein-)Kinderernährung! Allerdings bin ich (wie andere natürlich auch) hier ebenfalls fachlich gefragt:
Wie lange brauchen Kinder (menschliche) Milch? Bis zum vollendeten 2. Lebensjahr (s. WHO-Empfehlung zum Stillen, z.B. auf nationale-stillfoerderung.de oder babyfreundlich.org.) sollte neben der BEI(!)kost gestillt werden; wo dies nicht der Fall ist (und Mütter/Eltern keine tierische Milch oder Milchprodukte geben möchten), wird das Substituieren der Calciumverbindungen durchaus ein schwieriges Kapitel. Wahrscheinlich sind die allermeisten Kinderärzte*innen nicht spontan in der Lage hier gute Ernährungsempfehlungen veganer Natur geben zu können. Als Stillberaterinnen empfehlen wir daher auch vegan lebenden Familien, dem Kleinkind bis zum 2. Geburtstag täglich ca. 250ml Milch (am besten natürlich von der Mutter, z.B. auch in einer Milchmahlzeit mit bevorrateter MuMi?) oder Milchprodukte zu geben/anzubieten.
Wenn Ihr eine fundierte/evidenzbasierte Studie dazu habt/kennt, wie die für das Knochenwachstum in dieser Altersgruppe wesentlichen Calcium- und Kaliumverbindungen gut in veganer Ernährung zu geben sind, würde mich das wirklich interessieren! (Exkurs an dieser Stelle: Für den Eisenersatz (wo viele Ärzte ab 6 Montane das Fleisch in der Babyernährung fordern) durch Getreide wie Hirse und Amaranth in Verbindung mit Vitamin C oder durch grünes Gemüse und Nüsse gibt es bereits gute Belege. Und das eisen in menschlicher Milch wird optimal resorbiert, weshalb die dort enthaltenen kleinen Mengen lange genügen.)
Herzliche Grüße von der stillfördernden Fach"front" ;-)

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12.12.2021
Hi etorod,
schön, dass du immer noch hier und offen für die proveganen Argumente bist :wink:
Ich bin selbst keine Expertin auf dem Gebiet und auch sonst sind hier unter den aktiven Forenschreibern meines Wissens keine Eltern mit vegan ernährten Babys (logischerweise von der veganen Mutter gestillt) oder Kleinkindern. Es gibt sie aber. Ich kenne vom Laufen eine Familie, in der die drei jüngsten Kinder komplett vegan aufgewachsen und gesund und sportlich erfolgreich aktiv sind. Aber verständlicherweise möchte man sich, gerade als jemand von der Fach"front", nicht mit anekdotischen Beispielen abspeisen lassen.
Vielleicht magst du mal bei Dr. Keller und dem ifane-Institut recherchieren? Die beschäftigen sich seit einigen Jahren mit dem Thema veganer Ernährung sowohl bei Kleinkindern als auch Jugendlichen. Insgesamt ist die Studienlage natürlich und leider immer noch sehr dünn.
Sollte die Kalziumversorgung jetzt aber tatsächlich noch der einzige Bedenkenpunkt der ihre Kinder mit Kuhmilch versorgenden Eltern sein, dann wird es allerhöchste Zeit, die ungleich schwerer wirkenden Nachteile von Kuhmilch endlich zur Kenntnis zu nehmen und ins entsprechende Verhältnis zu setzen. Insbesondere auch in Verbindung mit der Fragestellung, warum Osteoporose in Ländern mit hohem Milchkonsum ein deutlich größeres Problem ist als in Ländern mit geringen oder keinem Milchkonsum.
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13.12.2021
Hallo Sunjo,
danke für Deine Antwort. Die Quellen Dr. Keller und ifane-Institut werde ich mir mal genauer ansehen. Dein Beispiel aus dem Bekanntenkreis zeigt, dass sich die Eltern schon gut damit auskennen sollten. Ich sagte ja auch nicht, dass man es nicht ausgleichen kann, nur dass es - z.B. für frischgebackene Eltern, die "mal eben" auf vegan umstellen möchten - in der Kleinkindernährung ein gewisses Risiko birgt.
Übrigens hat die Osteoporose recht wenig mit dem Calcium zu tun; die Mediziner sind schon seit einiger Zeit sicher, dass Vitamin D hier eine viel größere Rolle spielt. Also raus an die frische Luft!
Grüße!
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13.12.2021
Hallo etorod,
Natürlich sollten sich Eltern gut mit der veganen Ernährung auskennen, aber schön wäre es wenn sich Eltern und auch andere Menschen einmal mit der Ernährung mit tierischen Produkten auseinander setzten würden - und mit deren verheerenden Folgen für Gesundheit und Klima. Warum sollte man einem Kind Kuhmilch mit all ihren Wachstumhormonen, Blut, Eiter, Gentechnik, Antibiotika und krankmachendem tierischen Eiweiß (Kasein) verabreichen ? Es gibt genug Studien und Statistiken die belegen dass in den Lândern mit dem größten Verzehr von Milchprodukten die Erkrankungen an Osteoporose und daraus folgenden Knochenbrüchen am höchsten sind. Milchprodukte sind DIE Ursache für Brustkrebs und Prostatakrebs !!!
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13.12.2021
Ich finde jedes Säugetier sollte nur die Milch der eigenen Art konsumieren und das auch nur im biologisch vorgesehenen Alter. Aus Neugier habe ich gerade mal geguckt und es gibt tatsächlich Seiten, auf denen Frauen ihre Muttermilch verkaufen! Wenn man mal von den Perversen dort absieht, wäre das meiner Meinung nach die sinnvollste Alternative, wenn man z.B. selbst nicht (ausreichend) stillen kann.


Zitat etorod:Übrigens hat die Osteoporose recht wenig mit dem Calcium zu tun; die Mediziner sind schon seit einiger Zeit sicher, dass Vitamin D hier eine viel größere Rolle spielt.

Also in den Quellen, die ich gelesen habe, hilft Vitamin D lediglich bei der Aufnahme und Verarbeitung von Calcium, so wie Vitamin C die Aufnahme von Eisen begünstigt.
Wenn es nach deiner Aussage ginge, müsste der Anteil an Osteoporose in z.B. Japan viel höher sein, da die Leute dort aktiv die Sonne meiden, um nicht braun zu werden. Aber dem ist nicht so und bei erhöhtem Osteoporose-Aufkommen wird immer wieder auf die westlichen Industrieländer hingewiesen. Natürlich ist die Tatsache mit der Lactoseintoleranz nur eine Korrelation und keine nachgewiesene Kausalität, aber wenn man die Industrieländer mal vergleicht, gibt es, außer der Ernährung, wirklich wenig Punkte, in denen sie sich so grundlegend unterscheiden, dass ein anderer Faktor dafür so sinnvoll erscheint, wie dieser.
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13.12.2021
Hallo Smaragdgruen, da bin ich völlig bei Dir! Ich bin hier absolut für MuMi, nicht für Kuhmilch ;-)
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13.12.2021
Wahrscheinlich sind die allermeisten Kinderärzte*innen nicht spontan in der Lage hier gute Ernährungsempfehlungen veganer Natur geben zu können.

Das stimmt, ist aber ein Bildungsproblem, das sich lösen ließe.
Die Ökotrophologin Edith Gätjen ist beim Thema vegane Kinderernährung sehr aktiv, auch zusammen mit dem ifpe Gießen. Sie machen gemeinsam regelmäßig einen Online-Stammtisch.
https://ifpe-giessen.de/veranstaltungen/veganer-stammtisch-copy/

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