Vegpool Logo

Studie: Vegetarier haben 31% geringeres Risiko für Prostatakrebs als Fleischesser

Ein bunter Gemüsekorb.
Studie zeigt: Vegetarier haben (teilweise deutlich) reduziertes Krebsrisiko! Bild: pixabay.com

Dass Vegetarier ein geringeres Krebsrisiko haben als Fleischesser, ist in wissenschaftlichen Kreisen schon länger bekannt. Wie sich das Risiko für einzelne Krebsarten unterscheidet, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun noch einmal genauer untersucht! Hier geht's direkt zur Studie.

Für ihre Analyse haben sie Daten aus der früheren "UK Biobank-Studie" ausgewertet, um zu erkennen, inwiefern Krebsrisiko und Ernährung zusammenhängen.

Die Daten von 472.377 englischen Patienten wurden dafür über einen Zeitraum von 11,4 Jahre ausgewertet. In dieser Zeit sind 54.961 dieser Menschen an Krebs erkrankt.

Einen besonderen Fokus haben die Forschenden um Cody Watling auf diese drei Krebsarten gelegt:

  • Kolorektale Karzinome, also Darmkrebs. Dieser gehört zu den häufigsten Krebsarten, sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
  • Postmenopausale Mammakarzinome, also Brustkrebs nach der Menopause. Bei Frauen die häufigste Krebsursache.
  • Prostatakarzinome, die häufigste Krebsart bei Männern.

Den Patienten wurden in mehrere Gruppen aufgeteilt: "normale Fleischesser", reduzierte Fleischesser mit bis zu 5 Portionen Fleisch pro Woche, Pesco-"Vegetarier", deren Fleischkonsum sich auf Fisch beschränkt, und Vegetarier.

Vegan lebende Menschen wurden in der Studie nicht gesondert beobachtet, sodass hier keine konkreten Daten zur veganen Ernährung vorliegen.

Dabei machen die Ergebnisse vor allem eines deutlich: Schon eine Fleisch-Reduktion verringert offenbar das Krebsrisiko.

Die "moderaten" Fleischesser mit maximal 5 Portionen Fleisch pro Woche hatten ein 2% geringeres Krebsrisiko als "normale" Fleischesser. "Pesco-Vegetarier" erkrankten zu 10% seltener an Krebs. Vegetarier hatten indes ein um 14% reduziertes Krebsrisiko!

Die Aufschlüsselung nach Krebsart liefert noch beeindruckendere Ergebnisse!

Vegetarierinnen erkrankten nämlich zu 18% seltener an postmenopausalem Mammakarzinom als normale Fleischesserinnen.

Beim Prostatakarzinom lag das Risiko bei Vegetariern sogar um 31% niedriger als bei "normalen Fleischessern". Vegetarische Ernährung reduziert das Risiko für Prostatakrebs also um mehr als ein Drittel!

Bei Darmkrebs gab es offenbar einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Vegetarische Männer erkrankten daran offenbar 11% seltener, während bei Frauen kein signifikanter Unterschied zu erkennen war.

Ernährungsstudien sind hochkomplex, da unzählige Faktoren einen Einfluss auf die Krebsentwicklung haben können. Umso herausfordernder ist es für Forschende, die entscheidenden Faktoren herauszufiltern.

Die WHO warnt zwar seit Jahren vor dem Darmkrebsrisiko durch den häufigen Verzehr von verarbeitetem, rotem Fleisch. Studien wie diese führen wieder einmal konkret vor Augen, welche enormen Vorteile bereits ein Umstieg auf eine fleischarme Ernährung haben kann - und wie sich das auf das Risiko für konkrete Krebserkrankungen auswirken kann.

Verpasse keine Neuigkeiten!

Hol dir den veganen Newsletter - über 10.000 sind schon dabei!

Veröffentlichung:

Diskutiere im Vegan-Forum mit:
Vegetarier haben 31% niedrigeres Prostatakrebs-Risiko
Letzter Beitrag: 16.03.2022, von Franz23.

Teile diesen Artikel:

4,7/5 Sterne (11 Bew.)
AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

Dazu passende Artikel:

Achtung, Darmkrebs: Wie krebserregend ist Fleisch wirklich? [Faktencheck]

Faktencheck: Enthält Kuhmilch wirklich Eiter?

Milch adé: 22 Argumente für den Umstieg auf vegane Alternativen

Warum tragen diese Kälbchen einen Stachel-Ring in der Nase?

Wie gesund ist die vegane Ernährung eigentlich?