Neue Studie zeigt wahre Kosten von Tierprodukten

Tierprodukte sind im Supermarkt weiterhin für wenig Geld zu haben. Doch in Wahrheit kosten Fleisch, Milch und Eier viel mehr, als der Ladenpreis suggeriert. Die Schäden für Umwelt und Klima werden bislang der Allgemeinheit auferlegt.
Eine neue Studie der Beteiligungsgesellschaft Blue Horizon Group und des Beratungsunternehmens PWC zeigt, wie teuer Tierprodukte wären, wenn die Umweltkosten internalisiert (also angerechnet) würden.
Ein Kilogramm Rindfleisch aus konventioneller Produktion führt demnach zu durchschnittlichen Umweltkosten von 7,26 US-Dollar. Ein Kilo Protein auf pflanzlicher Basis verursacht demgegenüber durchschnittlich 0,48 US-Dollar pro Kilogramm.
Es handelt sich hier um Beträge, die bislang nicht im Preis enthalten sind und daher auf den aktuellen Preis aufgeschlagen werden müssten. Da sich viele Umweltkosten nicht einfach durch Geldzahlungen beheben lassen, sind solche Berechnungen aber natürlich immer exemplarisch.
Der "Blue Horizon Study 2020" zufolge könnte bereits eine zehnprozentige Umstellung auf pflanzliche Alternativen bis zum Jahr 2030 CO2-Ausstöße in Höhe von 176 Millionen Tonnen vermeiden, 38 Millionen Hektar Land anderweitig nutzbar machen und 8,6 Milliarden Kubikmeter Wasser jährlich einsparen.
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Würden also 10% des weltweiten Marktes an Tierprodukten durch pflanzliche Alternativen ersetzt werden, könnten wir Menschen bis 2030 ein Äquivalent von 2,7 Milliarden Bäumen retten, riesige Landflächen frei machen und so viel Wasser sparen, dass man damit den US-Bundesstaat New York fünf Jahre lang versorgen könnte.
Die Auftraggeber der Studien, Blue Horizon und PWC, verfolgen mit ihrer Studie natürlich nicht nur uneigennützige Ziele. Die Studie soll auch Investoren helfen, die zukünftigen Marktchancen im Bereich Food 4.0 einzuschätzen.
Zusammen mit dem PWC-Konzern ("Wiesenhof") hat Blue Horizon kürzlich das Unternehmen "Foods United" gegründet, das sich auf alternative (pflanzliche) Proteine spezialisiert hat.
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