Fail! Warum Pennys "Wahre Kosten"-Aktion versteckte Kosten verursacht

Der Discounter Penny hat eine Aktion gestartet, um auf die realen Umweltkosten hinzuweisen, die bei der Produktion von Lebensmitteln entstehen. Die Erlöse sollen jedoch Milchbetriebe unterstützen, die ihrerseits jedoch viele "versteckte Kosten" verursachen.
Penny weist damit zwar auf ein wichtiges Thema unserer Zeit hin - schafft es aber zugleich, die Aktion ins Absurde abdriften zu lassen!
Doch eins nach dem anderen...
Was hat es mit den "Wahren Kosten" auf sich?
Bei der Herstellung und Verarbeitung vieler Produkte entstehen sogenannte "versteckte Kosten" , die nicht direkt an der Kasse beglichen werden.
Die deutsche Tierindustrie verursacht zum Beispiel Umweltschäden in Höhe von 22 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Kosten werden von der Allgemeinheit getragen - also auch von Veganern, die gar keine Tierprodukte kaufen.
Jeder Bundesbürger bezahlt also ungefähr 250 Euro im Jahr für Schäden dieser Industrie. Und es gibt viele weitere Aspekte, die "versteckte Kosten" verursachen, von Verarbeitung über Verpackung bis zum Transport.
Penny weist mit der "Wahre-Kosten"-Aktion also auf ein durchaus relevantes Thema unserer Zeit hin! Wenn da nicht diese eine Sache wäre...
Investition in Milchbetriebe macht "Wahre-Kosten"-Aktion absurd.
Penny teilte mit, einen Teil der Mehreinnahmen in einen Fördertopf zu investieren, mit dem Landwirte ihre Milchbetriebe energetisch optimieren können.
Penny kooperiert dabei mit der Molkerei Berchtesgadener Land, die ebenfalls Geld zuschießen soll.
Penny weist also einerseits auf die "Wahren Kosten" bestimmter Produkte hin, unterstützt aber zugleich Milchbetriebe, die ihrerseits eine Menge "versteckter Kosten" verursachen.
Ein Grund, warum Milchbetriebe so viele versteckte Kosten verursachen, ist, dass Rinder den größten Teil ihres Futters zu Gülle umwandeln. Ein weiterer Grund ist, dass Wiederkäuer große Mengen klimaschädliches Methan ausstoßen.
Dazu kommen weitere Umwelt-Faktoren wie z. B. der Flächenbedarf, die "Eutrophierung" der Böden (Übersättigung mit Nährstoffen) und so weiter.

Es ist ein bisschen so, als würde Penny auf die versteckten Kosten des Erdöl-Verbrauchs hinweisen - und mit den Einnahmen eine Öl-Raffinerie unterstützen.
So wird aus einer eigentlich guten Idee von Penny eine ziemlich undurchdacht wirkende Blamage. Leider!
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig