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Warum Milch (eigentlich) nicht vegetarisch ist

Für Milch werden Tiere getötet - deshalb können Tierprodukte (eigentlich) nicht als vegetarisch gelten. Bild: Kieran / Adobe Stock

Kuhmilch gilt als vegetarisches Lebensmittel, obwohl dafür Tiere getötet werden. Viele Verbraucher wissen das nicht und konsumieren Milchprodukte mit dem Gefühl, dass dafür immerhin kein Tier sterben musste.

Wieso Tiere für Milch getötet werden und warum Milch deshalb eigentlich nicht vegetarisch ist, erklärt dieser Artikel.

Die meisten Vegetarier haben sich aus Tierschutzgründen für ihre Ernährungsweise entschieden. Sie möchten nicht, dass für ihren Genuss Tiere getötet werden müssen. Zudem ist es auch gesünder, kein Fleisch zu essen. Fleisch ist sogar krebserregend.

Es geht ethischen Vegetariern also um die moralische Verantwortung für den Tod von Tieren. Diese entscheidet darüber, ob ein Produkt aus ethischer Sicht vegetarisch ist.

Wenn Tiere systematisch für bestimmte Produkte getötet werden, dann können diese Produkte also nicht vegetarisch sein. Auch, wenn man die toten Tiere nicht direkt verzehrt.

Viele Vegetarier ahnen zwar, dass auch Milchkühe im Alter geschlachtet werden. Doch sie halten sich an den Gedanken, dass diese Tiere ja nicht für Milch sterben würden, sondern für Fleisch. Das Karma bleibt bei diesem gedanklichen Trick rein.

Bei Kuhmilch denkt man oft nicht an die Tiere, die dafür getötet werden. Bild: 279photo / Adobe Stock, Artem Zakharov / Adobe Stock

Leider werden jedoch durchaus Tiere für Milch getötet. Und keineswegs nur die "alten" Milchkühe.

  • Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie ein Kalb zur Welt bringen. Diese Kälber sind Voraussetzung, damit der Milchfluss einsetzt. Sie werden also für die Milch geboren. Dass sie dann beim Mäster landen, ist nur eine Art Notlösung. Würde der Bauer alle Kälbchen behalten, würde sich die Zahl der Tiere in kürzester Zeit verdoppeln und verdreifachen. Mehr Details über das Töten von Kälbern für Milch.
  • Die "Milchleistung" von Kühen ändert sich im Laufe der Zeit. Nach etwa 3 Jahren ist die "Milchleistung" am höchsten. Das bedeutet aber auch, dass Kühe in höherem Alter weniger Milch produzieren und damit unwirtschaftlicher werden – und deshalb früher getötet werden. Wegen der Milch.

Die Milchindustrie ist von der Fleischindustrie nicht getrennt. Die Milchindustrie ist die Fleischindustrie. Wenn es um den Tierschutz geht, dann ist Milch genauso nicht-vegetarisch wie Fleisch.

Natürlich ist es noch ein Stück expliziter, ein Stück von einem getöteten Tier zu essen. Es erfordert mehr Aufwand gegenüber dem eigenen Gewissen.

Doch wenn es um die Tiere geht – und um konsequenten Respekt und Fairness -, dann kann Milch nicht als vegetarisch gelten. Und ebenso wenig daraus hergestellte Produkte wie Butter, Käse, Joghurt oder Quark.

Wichtig: Dieser Artikel soll niemanden verurteilen, sondern sachlich über die Hintergründe informieren. Es liegt nicht an uns, eine Bewertung vorzunehmen, wie man sich ernährt. Doch nur mit dem nötigen Wissen kann man fundierte Entscheidungen treffen.

Übrigens: Die meisten Veganer waren früher selbst Vegetarier, die von diesen Hintergründen erfahren haben und beschlossen, das Töten und Quälen von Tieren nicht länger zu unterstützen. Aus Respekt vor den Tieren. Es gibt so viele gute Alternativen.

Im freundlichen Vegan-Forum finden Interessierte, Neugierige und Zweifelnde Tipps und Tricks aus dem veganen Alltag.

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Warum Milch eigentlich nicht vegetarisch ist
Letzter Beitrag: 31.05.2023, von Libio.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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