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3 gute Gründe, den Welt-Ei-Tag zu vergessen

Kein Ei!
Welt-Ei-Tag: Schwarzer Tag für Gesundheit und Tiere. Bild: Matthew Murdoch, flickr.com (bearb.) Bildtitel: Fried Egg (bearbeitet), CC-BY

Jedes Jahr im Oktober gibt es einen Welt-Ei-Tag. Bitte was? Ja, einen Welt-Ei-Tag!
Der Welt-Ei-Tag ist eine Erfindung der Eier-Industrie, die in den 1990-er Jahren für diesen Tag einfach ein willkürliches Datum festgesetzt hat. Grob gesagt: Ein erfundenes Datum um erfundene Vorteile über Eier zu verbreiten.
Der Zweck des "World-Egg-Days" ist natürlich klar:
Noch mehr Tiere halten, noch mehr Küken schreddern. Sie wissen schon... dieses unangenehme Thema, das man beim Eier-Konsum immer verdrängt.

Wenn Sie hier das erste Mal vom Welt-Ei-Tag lesen, dann tut es uns leid. Denn eigentlich gibt es gute Gründe, diesen erfundenen Tag der erfundenen Vorteile von Eiern der Vergessenheit anheimfallen zu lassen. Doch jetzt, wo wir schon einmal dabei sind, möchte ich die wichtigsten drei Gründe hier kurz vorstellen.

Erstens, weil Eier einfach echt eklig sind.
Wer bitte ist auf die Idee gekommen, einen Kuchen zu backen und dort Ei hinein zu klatschen? Das kann einfach nur ein Unfall gewesen sein, als das erste Mal Ei im Kuchen gelandet ist. Dieses schleimige Zeug, das an Nasenausfluss bei starker Erkältung erinnert, kann doch kein Mensch freiwillig mit Mehl und Zucker anrühren. Es muss doch Grenzen geben!

Halt! Ist da nicht irgendwas drin, das bindet?
Ja, und das ist in menschlicher Gebärmutter potentiell auch. Warum backt eigentlich niemand damit?
Man braucht Lecithin, um Wasser und Fett zu binden. Und Lecithin ist in so vielen appetitlichen Lebensmitteln enthalten. Siehe auch unsere Tipps, um Eier zu ersetzen.

Für Eier leiden und sterben Tiere sinnlos.

Ja, auch wenn die Henne beim Legen nicht stirbt, so hat sie doch nur einen Zweck: Das Eierlegen. Ein gezüchtetes Huhn kann ungefähr 5 Jahre alt werden. In der Eier-Produktion erreicht es mit etwas "Glück" 2 Jahre. Danach endet sie - weil sie durch das Eierlegen einfach ausgelaugt ist - als "Suppenhuhn".

Für Eier werden aber noch viel direkter Tiere getötet. Nämlich die männlichen Küken.

Hahn - seltener Anblick in der Eierproduktion
Ja wo sind sie denn, die Hähne? Bild: joe06wds Bildtitel: Peter Hahn, CC-BY

Wer in Biologie ein bisschen aufgepasst hat weiß, dass Hähne keine Eier legen. Da sie aber auch kein Fleisch ansetzen, werden sie direkt nach dem Schlüpfen aussortiert und zerschreddert. Deutsche Kükenbrütereien haben übrigens erfolgreich vor Gericht dafür gekämpft, dass dieser komplett unmenschliche und rein aus Geldgier getriebene Schwachsinn weiter als "vernünftiger Grund" gilt und damit von den Behörden hingenommen wird.
Merken Sie, wie diese Industrie drauf ist, der Sie als Eier-Esser das Geld in den Rachen werfen? Schieben Sie das nicht auf "die Veganer". :-)

Eier sind Cholesterinbomben und ungesund.

Es geht doch nix über einen schönen Herzinfarkt!
Das sehen Sie anders?
Dann sollten Sie überlegen, ob Sie echt weiter Eier essen wollen.
Denn Eier sind echte Cholesterinbomben. Sie wissen schon: Herz-Kreislauf, Arteriosklerose, Flaute im Bett, ...

Fakt ist: Eier sind einer der wichtigsten Cholesterin-Lieferanten in der Ernährung. Cholesterin kommt NUR in nicht-veganer Ernährung vor. Veganer produzieren das Cholesterin, das sie benötigen, im eigenen Körper.

Über Eier nehmen Sie all den Dreck auf, der den Hühner in der industriellen, deutschen Haltung so vorgeworfen wird. Von Farbstoffen, die den Dotter "natürlich gelb" färben, über künstliche Vitamine und Nährstoffe bis zu den Medikamenten-Rückständen. Denn wenn ein Tier krank ist, bekommt die ganze Herde großzügig Antibiotika. Das fördert resistente Keime, an denen allein in Deutschland Zehntausende Menschen im Jahr sterben.

Wenn Sie also einen Grund suchen, heute irgend etwas zu feiern, dann feiern Sie das bevorstehende Wochenende, oder dass bald Halloween ist - oder dass Sie endlich aufhören, sich als Jubel-Konsument von einer gewissenlosen Industrie verschaukeln zu lassen.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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