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"Die Q ist ein Tier" - unser Review zum Film

Unser Review zum Spielfilm "Die Q ist ein Tier". Bild: Tobby Holzinger Filmproduktion GmbH

Der Film "Die Q ist ein Tier" von Regisseur Tobias Schönenberg und Drehbuch-Autorin Hilal Sezgin versucht auf eine neue Art, sich der Frage zu nähern, ob unser Fleischkonsum eigentlich noch zeitgemäß ist. In den letzten Jahren gab es viele Dokumentationen zu diesem Thema. Hier werden nun die Thesen zum Für und Wider spielerisch gegeneinander abgewogen.

Im Zentrum der Handlung steht Werner Haas, der Betreiber eines Schlachthauses im beschaulichen Mahrendorf (Niedersachsen). Eines Nachts kippt ihm jemand seine eigenen Schlachtabfälle in seinen Vorgarten. Dieser Vorfall wird zur Anzeige gebracht und zieht nicht nur die Polizei, sondern auch das Interesse der lokalen Presse auf sich.

Die Geschichte folgt danach zwei Hauptsträngen: Einerseits verfolgt die Polizei die Ermittlungen, um die Verantwortlichen für den Vorfall zu finden. Andererseits taucht eine junge Lokalreporterin tiefer in die möglichen Hintergründe der Tat ein. Sie entdeckt schnell, dass im Schlachthaus nicht unbedingt nur der Tierschutz auf der Strecke bleibt …

Der Zuschauer wird durch diese zwei Handlungsstränge auch mit zwei gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Bei den polizeilichen Ermittlungen geht es stark um die Frage unseres Tierkonsums an sich. Die Aussagen der vernommenen Anwohner, Mitarbeiter des Schlachthauses und der örtlichen Tierschützer könnten unterschiedlicher nicht sein und werden ausschließlich durch Monologe der einzelnen Protagonisten vorgetragen. Einen Dialog zum Gesagten gibt es kaum. Das sorgt dafür, dass man gezwungen ist, sich selbst mit den Aussagen auseinanderzusetzen und sich seine ganz eigene Meinung zu bilden.

Auf der anderen Seite zeigen die Nachforschungen der Presse auf, wie sehr örtliche Behörden und Politik mit dem System verworren sind. Auf teils bizarre Weise schaffen es Paragrafen und Klauseln, jegliche Empathie und gesunden Menschenverstand auszuhebeln und hinter der Bürokratie zu verstecken.

Ohne eine klare Auflösung endet der Film. Die Abschlussworte der Polizisten fassen den zentralen Gewissenskonflikt des Films zusammen:

Die Polizistin ist froh, dass die Missstände ans Licht gekommen sind: "Hätte es keine Schlachtabfälle gegeben, würde auch niemand darüber sprechen."
Darauf erwidert ihr genervter Kollege: "Wäre das wirklich so schlimm gewesen?"

… die Antwort darauf muss der Zuschauer selbst finden!

Fazit:
"Die Q ist ein Tier" ist ein Film, bei dem jeder Satz zum Nachdenken anregt und die Zuschauer auffordert, sich mit teils sehr unbequemen Wahrheiten auseinanderzusetzen. Eine interessante Ergänzung zum Fundus der Filme rund um unsere Fleischeslust, der sicher die ein oder andere Diskussion anstoßen wird.

Veröffentlichung:

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Review: "Die Q ist ein Tier" (Spielfilm)
Letzter Beitrag: 06. Jun., von Vegan-Atheist.

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4,6/5 Sterne (17 Bew.)
Autor/in: Carmen Alt

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