Spanien begrenzt Giga-Tierhaltung - aus Umweltgründen

Anbindehaltung bei Rindern.
Spanien will die Größe von Rinder-Betrieben begrenzen (Symbolbild). Bild: pixabay.com

In Spanien sorgen sogenannte Macrogranjas ("Riesenfarmen") seit Jahren für Proteste. Nicht nur bei Tier- und Umweltschützern, sondern auch bei lokalen Bauernverbänden.

Auch deutsche Fachmedien hatten in den letzten Jahren mehrfach über die Pläne eines Milchviehbetriebs mit 20.000 Tieren in der Nähe von Saragossa berichtet. Es sollte die größte Massentierhaltung für die Milchproduktion in Europa werden!

Doch der enthemmte Wachstums-Wahn global agierender Agrar-Investoren bekommt jetzt einen hochoffiziellen Dämpfer. Die Regierung hat beschlossen, künftig nur noch Betriebe mit maximal 850 "Großvieheinheiten" genehmigen zu lassen.


Bereits existierende oder in Planung befindliche Massentierhaltungen für Rinder sind davon allerdings nicht betroffen, sollen aber künftig strenger kontrolliert werden.

Hintergrund des neuen Gesetzes in Spanien sind Umweltfolgen der Rinderhaltung.

Wie bei allen Formen der Tierhaltung sind auch Rinder auf Futtermittel und Wasser angewiesen. Den größten Teil davon wandeln sie jedoch zu Gülle um.

Eine Folge: Die Verseuchung von Grundwasser mit Nitrat. (Auch Deutschland ist davon stark betroffen - die Folgekosten trägt bislang die Allgemeinheit).


Tierhalter bezeichnen diese Umwandlung von Rohstoffen zu Gülle gerne vornehm als "Veredelungsverluste". Das lenkt allerdings davon ab, dass die Tierhaltung in direkter Nahrungskonkurrenz zum Menschen steht.

Auf den Äckern, auf denen Mais, Soja und Co für Kraftfutter angebaut werden, könnten auch direkt Lebensmittel produziert werden.

Dazu kommt der Methan-Ausstoß der Rinder!

Wie bei allen Wiederkäuern entsteht auch in den Mägen von Rindern das Gas Methan, das enorm klimaschädlich ist. Selbst modernste Versuche mit Gentechnik und veränderten Futtermitteln können das Grundproblem nicht lösen.

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Die globale Tierhaltung trägt etwa die Hälfte zur Klimakrise auf der Welt bei [1] Die Zahlen schwanken, je nachdem, welche Aspekte man einbezieht.

Manche Agrar-Verbände berechnen z.B. nicht ein, dass Futtermittel im Ausland angebaut werden. Da Tierhaltung ohne Futtermittel nicht möglich ist, halten wir das für Verbrauchertäuschung.

Die Entscheidung der spanischen Regierung sendet zwar ein deutliches Signal in die Welt der Agrar-Investoren, ist aber natürlich noch weit entfernt von einer auch nur ansatzweise nachhaltigen Landwirtschaft.


Immerhin: Spanien hat die Mehrwertsteuer auf Nahrungsmittel wie Obst und Gemüse für ein halbes Jahr gestrichen und damit international eine Vorbildhaltung für eine gesündere Ernährung eingenommen.

Übrigens: Eine vegane Ernährung kommt ganz ohne Tierprodukte aus. Sie ist die umweltfreundlichste Ernährungsweise. Wir empfehlen eine entspannte vegane Lebensweise nach dem Pareto-Prinzip.

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Autor: Redaktion


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Letzter Beitrag: 18.01.2023, 15:21 Uhr



Schlagworte: Tierhaltung Tierschutz Klimakrise Klimaschutz
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