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CDU mobbt Agrarministerin für Veggie-Gericht - und zwingt sie zu Fleisch-Statement.

Nudeln schmecken gut - offenbar sieht das auch Silke Gorißen so (Symbolbild). Bild: timolina / Adobe Stock

Weil sie in einer Uni-Mensa ein vegetarisches Nudelgericht aß, bekam die CDU-Agrarministerin von NRW, Silke Gorißen, von Parteikollegen ganz schön was zu hören - und sah sich am Ende offenbar sogar genötigt, ein "Fleisch-Statement" abzugeben! Ein Kommentar.

Die Mensa der Uni Bonn hat einen vegetarischen Monat ausgerufen. Unter dem Motto "Es grünt so grün" will die Mensa am Hofgarten vom 2. Mai bis 2. Juni einen Beitrag zu einer nachhaltigen Uni leisten.

Es gibt in dieser Zeit vegetarische und vegane Gerichte, vom Hauptgericht bis zum Dessert. Speisen wie Soja-Gulasch, Quinoa-Pfanne mit Dipsoße, oder Wirsingeintopf mit Wiesenpilzen laden dazu ein, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen - und den kulinarischen Horizont zu erweitern.

Für eine pflanzliche(re) Ernährung sprechen viele gute Gründe, das sagt auch das (staatliche) Umweltbundesamt. Zum Beispiel der Erhalt lebensnotwendiger Ökosysteme, um Hungersnöten vorzubeugen.

Das Mensa-Projekt wird vom NRW-Landwirtschaftsministerium gefördert und auch Agrarministerin Gorißen ließ es sich offenbar nicht nehmen, vor Ort bei ihrer ehemaligen Uni einmal zu probieren - und das Projekt zu loben. Eine nette Geste, wie sie Politiker eben so machen.

Doch was dann folgte, präsentiert einen verbohrten Dogmatismus innerhalb ihrer eigenen Partei.

Zunächst kritisierten ein paar Tierhalter aus NRW, dass Gorißen sich positiv über eine vegetarische Uni-Kampagne geäußert habe. Eigentlich nichts Besonderes - das ist Strategie der Tierhaltungs-Industrie. Sie will die öffentliche Meinung dominieren. Einige Beispiele für Agrar-Shitstorms.

Erschreckend ist jedoch, wie willig auch CDU-Mitglieder den Industrie-Bauern beipflichten - und der eigenen Ministerin damit in den Rücken fallen. Wegen einer vegetarischen Mahlzeit, die offenbar auch noch gut geschmeckt hat!

Die Ministerin sah sich dadurch augenscheinlich genötigt, ein Fleisch-Statement abzugeben. "Fleisch gehört für mich dazu".

Müsste man die Sprache der CDU verwenden, würde man jetzt wohl von "Verbotskultur" oder "Wokem Wahnsinn" sprechen, der da innerhalb der Partei tobt.

Phrasen, die CDU-Mitglieder sonst selbst gerne vorbringen, wenn es um den Schutz von Tieren oder ökologischen Lebensgrundlagen geht.

Doch man kann das so witzig und absurd finden wie man will... Dieser Fall zeigt, dass die CDU offenbar vor Mobbing-Strategien nicht zurückschreckt, wenn es darum geht, Mitglieder in Sachen Ernährung auf Parteilinie zu halten.

Angst vor der sozialen Ausgrenzung ist übrigens der wichtigste Grund, aus dem Menschen weiterhin an Fleisch festhalten - und davor zurückschrecken, sich als "Vegetarier" oder "Veganer" zu bezeichnen.

Ganz egal, wie gut die Gründe für Gesundheit, Tiere und Umwelt sind - Fleischkonsum ist bis heute (meist) nichts anderes als Mitläufertum. Deshalb scheitern auch die meisten Menschen an diesem eigentlich ganz simplen veganen Tauglichkeits-Test.

Bevormundung in der Ernährung? Mit diesen Vorwürfen sollte sich die CDU künftig wohl besser zurückhalten!

Danke an Foren-User Vegbudsd für den Themenhinweis.

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AUTOR: KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gründe genug, mich als Journalist damit zu beschäftigen.

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