Kommentar: Es gibt kein "Biofleisch"

Kommentar von Kilian Dreißig über "Biofleisch"
Wassermangel, Erosion und Dürren sind typische Folgen der Fleischerzeugung. Bild: K/Vegpool / pixabay.com

Ein Produkt, dessen Erzeugung die Umwelt so nachhaltig schädigt wie Fleisch, kann nicht "bio" sein, schreibt Vegpool-Gründer Kilian Dreißig in seinem Kommentar. Biomärkte sollten Fleisch ganz aus ihrem Sortiment nehmen.


Es gibt kein "Biofleisch". Fleisch ist in höchstem Maße zerstörerisch. Seine Erzeugung zerstört die Lebensgrundlagen der Erde. Es widerspricht eklatant dem Grundgedanken der "Bio"-Bewegung. In Zeiten der Klimakatastrophe kann Fleisch nicht mehr "Bio" sei.


Wenn konventionelles Fleisch ein stinkender Traktor mit vier platten Reifen ist, dann ist Biofleisch ein stinkender Trecker mit drei platten Reifen. Es wäre absurd, hier von einer "ökologischen Alternative" zu sprechen.

"Bio" nur für öko-verträgliche Produkte!

"Bio" stand von Anfang an für eine Produktionsweise, die nachhaltig ist. Die die Umwelt schont. Fleischproduktion ist nicht mehr nachhaltig. In Zeiten der Klimakatastrophe ist Fleischerzeugung immer zerstörerisch. Sie ist nicht mehr vereinbar mit dem ursprünglichen Geist von "Bio". Fleisch kann niemals "Bio" sein.

  • Fleisch beansprucht riesige Ackerflächen für den Anbau von Futtermitteln. Ein Drittel der weltweiten Landfläche dient der Ernährung von "Nutztieren".
  • Das Futter wird von den Tieren zum größten Teil zu Gülle und Wärme umgewandelt (mehr dazu).
  • Fleischproduktion ist die aggressivste Form von Ressourcen-Vernichtung in der Landwirtschaft (mehr dazu).
  • Wissenschaftler, Klimaforscher und Mediziner mahnen seit Jahren zu einer Ernährung ohne Fleisch.
  • Fleischessen ist angesichts der wissenschaftlichen Faktenlage egoistisch und rücksichtslos (mehr dazu).
  • Ohne Fleisch hätten wir mehr Anbauflächen für gesunde, pflanzliche Lebensmittel. Es gäbe genug Rohstoffe für eine gesunde Ernährung der gesamten Menschheit.
  • Fleischersatz schmeckt wie Fleisch. Bei Blindverkostung sind Fleischesser fast nie in der Lage, pflanzliche Fleischalternativen von Fleisch zu unterscheiden (mehr dazu).
  • Fleischersatz ist gesünder als Fleisch. Noch gesünder ist eine pflanzenbasierte Ernährung mit geringen Anteilen an verarbeiteten Lebensmitteln (mehr dazu).

Biofleisch ist Verbrauchertäuschung

Der Begriff "Biofleisch" ist ein Marketing-Begriff. Es veräppelt Verbraucher und verhöhnt Klimaforscher. Oder wie der Ex-Citibank-Chef Philip Wollen sagte: "Jedes Stück Fleisch, das wir essen, ist ein Schlag in das verweinte Gesicht eines hungrigen Kindes". Das gilt auch für vermeintliches Biofleisch.


Wer Fleisch kauft, kauft ein Produkt das die noch verbleibenden Lebensgrundlagen der Erde weiter zerstört und die Klimakatastrophe verschärft. Davon ist Biofleisch nicht ausgenommen. Es wird Zeit, dass Biomärkte kein Fleisch mehr verkaufen. Viele Reformhäuser machen es vor.

Auch Biofleisch ist kein Zwischenschritt zu einer ökologischen Ernährung - es steht im Widerspruch dazu. Wer ökologischer leben möchte, sollte im Kühlregal zwei Meter weiter nachschauen: Bei den pflanzlichen Produkten.


Die Folgen der Klimakatastrophe sind es gewiss nicht wert, weiter an veralteten Ernährungs-Konventionen festzuhalten.

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Autor: Redaktion


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Letzter Beitrag: 12.08.2019, 11:46 Uhr



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Schlagworte: Kommentare Bio-Tierprodukte Ethik Tierschutz


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