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Möchte gerne veganer Ernährungsberater werden27.08.2026Moin zusammen,
Ich beschäftige mich gerade etwas intensiver mit dem Thema Ernährungs-Ausbildungen und wollte mal in die Runde fragen, welche Erfahrungen ihr gemacht habt??
Gerade wenn man als Ernährungsberater einsteigen möchte, finde ich z.B. die Online Trainer Lizenz (OTL) mit der Veganen Ernährungsberater-Ausbildung ganz interessant - kennt die jemand?
Falls die einer/eine von euch gemacht hat, könnt ihr ein bisschen aus eigener Erfahrung berichten?
Mich würden vor allem Inhalte, Lernaufwand und die Preis-Leistung interessieren.
27.08.2026Servus aus Muenchen, ich hab mich vor ein paar Jahren aus reinem Eigeninteresse in die vegane Ernaehrung eingelesen und mir vor allem die Fachliteratur und die Positionspapiere der Ernaehrungsgesellschaften angeschaut. Mein Eindruck: Die Qualitaet solcher Ausbildungen schwankt stark. Ich wuerde vorher fragen, wer die Inhalte erstellt hat, ob es Praxisanteile und Pruefungen gibt und ob wirklich die kritischen Naehrstoffe sauber behandelt werden: B12, Jod, Omega-3 (EPA/DHA), Eisen, Zink, Kalzium, Selen und Vitamin D. Genauso wichtig finde ich Alltagsthemen, also Familie, Sport, Schwangerschaft, Senioren und wie man Laborwerte einordnet, ohne sich zu verzetteln. Und der rechtliche Teil: als Berater darf man nicht behandeln, das sollte im Kurs klar vorkommen. Falls du erstmal reinschnuppern willst: die Positionspapiere und ein gutes Fachbuch zur veganen Ernaehrung kosten fast nichts und bringen mehr als manches teure Zertifikat. Viel Erfolg dabei!
28.08.2026Danke Steja, das ist ja mal eine praktische Info - nett von dir, dass du deine Tochter direkt gefragt hast. Ich wuerde bei so einem Angebot vor allem schauen, wer dahintersteht und wie geprueft wird. An einer Hochschule oder Akademie hat man oft feste Studienbriefe, benotete Pruefungen und Dozenten mit Fachhintergrund, dafuer dauert es laenger und kostet mehr. Bei privaten Zertifikaten ist die Spanne riesig: manche sind richtig gut, andere sind nach zwei Wochenenden durch und man hat nur ein PDF in der Hand. Praktisch hilft eine kurze Checkliste: sind die Positionspapiere der Ernaehrungsgesellschaften (DGE und Kollegen) die Basis, gibt es echte Praxisanteile mit Fallbeispielen und Beratungsgespraechen, und schliesst das Ganze mit einer richtigen Pruefung ab statt nur mit Teilnahmebestaetigung? Und immer klaeren, was man danach rechtlich darf - beraten ja, behandeln nein. Das kann die Tochter vielleicht auch gleich mit einordnen. Viele Gruesse aus Muenchen!
vegan1.825 PostsweiblichDeutschland Level 4
28.08.2026Markus, das weiß ich alles nicht. Aber man kann da anrufen und fragen.
vegan5.438 PostsweiblichSchwarzwaldLevel 4
28.08.2026Das Wort „Ernährungsberater“ ist in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Im Prinzip kann sich also jeder so nennen.
Deshalb würde ich bei solchen Angeboten immer sehr genau hinschauen: Welche Ausbildung und Qualifikation steckt tatsächlich dahinter? Wie umfangreich und fundiert war diese Ausbildung? Und wurde die Qualifikation von einer unabhängigen Stelle anerkannt bzw. zertifiziert oder stellt letztendlich nur der Anbieter der Ausbildung selbst das Zertifikat aus?
Gerade bei „veganen Ernährungsberatern“ sagt die Bezeichnung allein erst einmal relativ wenig über die tatsächliche fachliche Qualifikation aus.
vegan8.647 PostsmännlichBerlinLevel 4Team
28.08.2026Wenn es einen privat interessiert, ist es sicher spannend.
Mein Eindruck ist, dass es viele Absolventen ähnlicher Kurse gibt, die damit beruflich aber nicht Fuß fassen.
Sie sind also gelernte Berater, aber kaum einer bucht sie, weil Leute gewöhnlich erst Geld bezahlen, wenn es schon zu spät ist...
Und dann kommen Ärzte zuerst, weil da die Kasse einen Teil bezahlt. 🤷
Das bedeutet nicht, dass es grundsätzlich nicht funktionieren kann... Aber es gibt ein paar strukturelle Nachteile.
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vegan5.438 PostsweiblichSchwarzwaldLevel 4
28.08.2026Man muss außerdem bedenken, dass der Markt für selbst bezahlte Ernährungsberatung ohnehin nicht riesig ist. Wenn man sich dann ausschließlich auf vegane Ernährungsberatung spezialisiert, grenzt man seine potenzielle Zielgruppe noch einmal deutlich ein.
vegan746 PostsmännlichOstbayernLevel 4
28.08.2026Vor allem gibt es ja zum Beispiel bei PETA auch Kurse für jedefrau und jedermann, da nimmt man sich vermutlich keinen Berater zusätzlich.
vegan3.261 PostsweiblichLinzLevel 3
30.08.2026seriöser und erfolgsversprechender (im Sinne von damit auch Geld verdienen können) dürften ein richtiges Studium der Ernährungswissenschaft oder eine Ausbildung als Diätassistent sein.
Wie viele andere, sehe ich diese relativ kurzen Ausbildungen zum Ernährungsberater eher als Hobby oder Wissenserweiterung für den persönlichen Gebrauch