Fleischverzehr ist asozial und sollte geächtet werden.

Erstellt 09.06.2022, von kilian. Kategorie: Allgemein vegan. 44 Antworten.

Fleischverzehr ist asozial und sollte geächtet werden.
09.06.2022
Zu radikal, oder gerade richtig? Was denkt ihr?
https://vegpool.de/magazin/warum-fleischverzehr-asozial-ist.html
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09.06.2022
Die Aussage ist radikal (im neutralen Sinn) und richtig. Im persönlichen Gespräch würde ich das so aber nicht formulieren ;-)

Die Frage ist: wie kann man Menschen dazu bringen, asoziales Verhalten (ich würde da noch Dinge wie SUV fahren, für einen Wochenendshoppingtrip Kurzstrecke fliegen, usw. dazu zählen) zu unterlassen?
1x bearbeitet

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10.06.2022
Hm, was ist mit Mehl, Soja etc. ?
Es werden täglich Lebewesen beim Ernten von Getreide und anderen Pflanzen getötet (z.B. Rehkitze, Hasen, Mäuse etc., auch Insekten im konventionellen Landbau beim Giftspritzen ).
Um wirklich vegan leben zu können müssten wir uns von Lichtnahrung ernähren.
Ich finde es aus diesem Grunde nicht fair Vegetarier oder auch Fleischesser ständig zu verurteilen. Mörder an Lebewesen sind wir sozusagen alle. Das einzige, was wir tun können ist doch soweit es geht, alle Lebewesen zu achten, möglichst wenig zu Verzehren und Bioprodukte zu kaufen.
Da du, lieber Kilian, so radikal schreibst, was denkst du darüber? Wie kannst du es verantworten überhaupt noch was zu essen? Ein Lebewesen stirbt immer.
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10.06.2022
Zitat Bhakti:Hm, was ist mit Mehl, Soja etc. ?

Was soll damit sein?

Zitat Bhakti:Es werden täglich Lebewesen beim Ernten von Getreide und anderen Pflanzen getötet (z.B. Rehkitze, Hasen, Mäuse etc., auch Insekten im konventionellen Landbau beim Giftspritzen ).

Hühner und Schweine fressen kein Gras, und auch Kühe werden so gut wie nie ausschließlich von Gras und Heu ernährt (Hochleistungsmilchkühe würden verhungern, wenn sie mit so wenig Kalorien auskommen müssten). D.h. alle Probleme, die durch Landwirtschaft verursacht werden, werden nicht nur für rein pflanzliche Ernährung verursacht, sondern ebenso (meist in weit höherem Ausmaß, weil die Umwandlung von pflanzlichen Kalorien in tierische Kalorien höchst ineffizient ist) auch für Ernährung, die Tierprodukte beinhaltet.
Unabhängig davon sollten die von dir genannten Probleme natürlich gelöst werden, sofern das möglich ist - also so wenig wie möglich Gift und z.B. der Einsatz von Drohnen vor der Ernte, damit Tiere, die nicht weglaufen (Rehkitze) nicht weggemetzelt werden.


Zitat Bhakti:Um wirklich vegan leben zu können müssten wir uns von Lichtnahrung ernähren.

Vegan leben heißt ja nicht, nur leben zu dürfen, wenn man überhaupt keinem anderen Lebewesen schadet. Ich halte mich gern an die Definition zum Veganismus der Vegan Society of England
Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht - soweit wie praktisch durchführbar - alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden; und in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden.


Zitat Bhakti:Mörder an Lebewesen sind wir sozusagen alle. Das einzige, was wir tun können ist doch soweit es geht, alle Lebewesen zu achten, möglichst wenig zu Verzehren und Bioprodukte zu kaufen.

Richtig. Und das bedeutet, zumindest hier bei uns (weltweit mag es einige Ausnahmen geben), zwangsläufig, dass man sich vegan ernähren sollte.
Man achtet keine Lebewesen, indem man sie tötet um sie zu essen. Man achtet keine Lebewesen, wenn man Qualzuchten ausbeutet. Man achtet keine Lebewesen, wenn man Kälber schlachtet, die zur Erzeugung von Milch geboren werden müssen. Man achtet keine Lebewesen, indem man Produkte (Eier, Milch) konsumiert, bei deren Erzeugung die männlichen Tiere Abfallprodukte sind. Man achtet keine Lebewesen, wenn man eine Ernährungsweise wählt, die dem Klima und damit allen Lebewesen auf der Erde schadet. Man achtet keine Lebewesen, wenn man eine Ernährungsweise wählt, die einen unverhältnismäßig höheren Flächenverbrauch hat, womit man ebenfalls dem Klima schadet, die Artenvielfalt verringert und die weltweite Ernährungslage der Menschen aktiv verschlechtert.
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10.06.2022
Danke, dass du für Kilian geantwortet hast.
Hoffe du hast verstanden dass es mir um die Radikalität der Postüberschrift ging.
Lebewesen zu achten bedeutet auch in Frieden mit allen zu leben, dazu gehört auch der Mensch.
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10.06.2022
Zitat kilian:Zu radikal, oder gerade richtig? Was denkt ihr?
https://vegpool.de/magazin/warum-fleischverzehr-asozial-ist.html


"asozial" bedeutet für mich: "nicht an die Gemeinschaft denken und sich selber über die Maße etwas aneignen oder auch aus diesem Grund zerstören, was überhaupt nicht nottut". Und ja: Beim Konsum tierischer Produkte denkt Mensch nicht an die große Gemeinschaft - alle Lebewesen auf der Erde, denn alle Geschöpfe sind unsere Familie. ich fühle antispeziesistisch. Es löscht Leben aus, direkt und auch indirekt durch den vielfach größeren Impact (als Veganismus) auf unsere Welt.


Man ächtet den Mord an Menschen - für mich zählt der Mord an unseren Mitgeschöpfen gleich, nur leider läßt unsere Gesetzeslage "Schlachtung" zu. Für mich das selbe. Also ächte ich ebenfalls "Schlachtung". Ich sehe einen Unterschied zwischen gezieltem Quälen und Töten, mit der Absicht zu konsumieren von etwas, das nicht lebensnotwendig ist, und fahrlässiger Tötung, wenn es darum geht, seine Grundbedürfnisse, Pflanzen als Nahrungsquelle zu gewinnen, zu stillen. Aber selbsredend ist jede geschredderte Maus und jedes Rehkitz zu viel, und Mensch muss alles daransetzen, auch diese "Kollateralschäden" nicht als "normal" hinzunehmen sondern auch dagegen vorzugehen, wie Sunjo auch schon schrieb. Wenn Mensch nur noch normalgewichtig wäre (mich einbezogen :-( ) und nur die Kalorien aus direkter pflanzlicher Quelle verbrauchen würde, die er wirklich benötigt, würden noch weniger Geschöpfe unter uns leiden.

Das Wort "radikal" hatten wir im Forum schon mehrfach beleuchtet, und im besten Sinne dieses Wortes habe ich gerne diese Eigenschaft.
Wikipedia sagt:
"Das Adjektiv „radikal“ ist vom lateinischen radix (Wurzel) abgeleitet und beschreibt das Bestreben, gesellschaftliche und politische Probleme „an der Wurzel“ zu greifen und von dort aus möglichst umfassend, vollständig und nachhaltig zu lösen. "


5x bearbeitet

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10.06.2022
Schön wäre, wenn das Foto etwas weniger Dicke -diskriminierender wäre.

Es gibt auch adipöse (fettleibige) Veganer, die sich ansonsten aber weder anderen Menschen noch Tieren gegenüber asozial verhalten (wollen).

Ansonsten ist der Begriff sicher von der Sache her korrekt, jedenfalls dann, wenn man auch zukünftige menschen mit einbezieht. Für die heute lebenden Nutznießer dieses Verhaltens, also der "Täter" ist es doch insgesamt ein gesellschaftlich akzeptiertes, durch keinerlei öffentliche Ächtung oder sonstigen Einschränkung negativ wahrgenommenes Verhalten, also von deren Warte her eben nicht asozial gesehen.

Also wie so oft ein Frage er Perspektive.


Was die bei der Ernte oder der Aussaat von Feldfrüchten oder beim Transport getöteten Tiere angeht, so besteht der Unterschied zum Schnitzel in der Pfanne vor allem darin, dass es im Unterschied zum Metzger eben in der Regel (Psychopathen sind hier wohl eher die Ausnahme) NICHT DIE ABSICHT des Mähdrescherfahrers, des Autofahrers oder des Hausmannes, der Kartoffeln schält ist, irgendeinem Tier sozusagen als Bestandteil des Rezeptes einen Schaden zuzufügen.

Sozusagen ein beinahe unvermeidlicher Begleitschaden. Daraus nun abzuleiten, man lebe nicht vegan, ist so nicht begründbar.
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10.06.2022
Ja, lieber Vegbudsd, hast recht, nicht jeder ist selbstverschuldet übergewichtig - ich bezog meine Zeilen darauf, dass wir in den westlichen Ländern so sehr im Luxus leben und Nahrungsmittel verschwenden, auch an uns, die eigentlich schon genug Nahrung haben, und eigentlich unter unserem Gewicht unter Aspekten des Genießertums dann doch wieder leiden.


Tatsächlich habe ich kürzlich erfahren von einem Verwandten, der auf sehr viele Dinge allergisch ist, dass er nur weniges Essen kann, und eine der ca 5 Sachen sei Fleisch. Ich kann die Krankheit nicht mehr benennen... Er muss also Fleisch essen - da liegt es nun an ihm, zu prüfen, womit er diesen Bedarf unter ethischen Aspekten deckt.... Ich bin so dankbar, diese Krankheit nicht zu haben. Sein Fleischkonsum ist also überlebensnotwendig, so wie meine Medizin, in der tierisches ist.... Es gibt eben nie 100 % schwarz oder weiss, aber es gibt "so gut als möglich", "so ethisch als möglich"...
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10.06.2022
War auch nicht als Kritik an Deinem Text gedacht, lediglich das Foto mit dem Burgeresser im Artikel erinnerte mich an meine eigene Physiognomie. Die Zusammensetzung mit asiozialem Essverhalten war mir dann etwas zu stigmatisierend für adipöse Menschen nsgesamt, egal, ob sie was dafür können, oder nicht.. Muss allerdings zugeben, dass meine Adipositas durchaus aus meiner Zeit als asozialer Nochimmerfleischesser stammt.

Soviel nur dazu.

Ansonsten: Klar ist der Verzehr von Tierleidprodukten asozial, verroht und unglaublich böse, ohne, dass diese Menschen das selbst merken oder gar böse sein wollen.
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10.06.2022
Lieber Kilian,

ich hab deinen Artikel gerade richtig gefeiert 🥳 gut geschrieben 👏🏻👍🏻

Vielleicht findest du ja noch ein Foto, welches Übergewichtige Personen nicht stigmatisiert.



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