Türkei verbietet vegane Produkte "die wie Käse aussehen"

Ein veganer Burger
Eine neue Verordnung in der Türkei verbietet vegane Käse-Alternativen. Bild: Panu Horsmalahti, flickr.com (bearb.) Bildtitel: Vegan burger, CC-BY

Dass die Agrar-Industrie kein Freund von umweltfreundlichen Käse-Alternativen ist, hört man ja aus der ganzen Welt. Auch in der EU ist es verboten, vegane Käse-Alternativen als "Käse" zu vermarkten.

Doch was die Türkei derzeit an Geschützen gegen vegane Käse-Alternativen auffährt, ist schon ein eigenes Kaliber!

Nach Informationen des Veganen Verbands Türkei (VDT) sei noch während der Covid-19-Pandemie in der Türkei eine Verordnung erlassen worden, die den Verkauf von veganen Käse-Alternativen de facto verbietet - und Hersteller hohen wirtschaftlichen Risiken und staatlicher Willkür aussetzt.


Diese Verordnung aus dem türkischen Ministerium für Forst- und Landwirtschaft sei kürzlich in Kraft getreten.

Schon vorher war es auch in der Türkei verboten, vegane Käse-Alternativen als "Käse" zu bezeichnen - ähnlich wie auch in der EU. Die nun in Kraft getretene Verordnung geht jedoch deutlich weiter.

Den Angaben zufolge seien sogar Produkte betroffen, die Käseprodukten aus tierischer Kuhmilch vom Aussehen her ähneln.


Artikel 9/3 des türkischen Lebensmittel-Kodex besage, dass Produkte, die den Eindruck von Milchkäse erwecken, nicht unter der Verwendung von pflanzlichem Öl oder anderen Lebensmittelzutaten hergestellt werden dürfen.

De facto ist damit derzeit keine Erzeugung von Produkten in der Türkei möglich, die wie Käse schmecken, aber nicht dessen Nachteile haben.

Ganz egal also, welche Vorteile solche Produkte für Umwelt, Klima und Gesundheit haben.

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Vegane Hersteller in der Türkei sind damit unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiken und Willkür ausgesetzt.

Der Vegane Verband Türkei kritisiert, dass das türkische Ministerium für Land- und Forstwirtschaft sogar klassische Vakuum-Verpackungen als typische Käse-Verpackung interpretieren und entsprechende Produkte vom Markt nehmen könne.

Aus der Politik wird das De-Facto-Verbot von veganen Käsealternativen in der Türkei mit angeblichem Verbraucherschutz begründet. Ganz ähnlich wie auch das Verbot in der EU, vegane Käse-Alternativen als "Käse" zu vermarkten.


Umfragen in Europa haben damals gezeigt, dass Verbraucher sich durchaus im Klaren sind, wenn sie vegane Produkte kaufen. Es besteht also faktisch keinerlei Verwechslungsgefahr.

Im Gegenteil: Hersteller kennzeichnen ihre Produkte deutlich, gerade weil "vegan" das Haupt-Kriterium für den Kauf dieser Produkte ist.

Kritiker sehen das Verbot daher nicht als Verbraucherschutz, sondern als Geschenk der autokratischen Regierung an die türkische Agrar-Industrie.


Um das Verbot für vegane Käsealternativen in der Türkei wieder aufzuheben, hat der Vegane Verband Türkei eine Petition auf change.org gestartet.

Wir werden die Entwicklung in der Türkei weiter beobachten.

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Kilian Dreißig
KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gute Gründe für mich, diese Vorteile auf Vegpool bekannter zu machen.


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Letzter Beitrag: 26.07.2022, 21:08 Uhr


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Schlagworte: Käse-Alternativen Politisches vegan
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