Analyse: Landwirte bekamen EU-Milliarden für fast wirkungsloses Öko-Programm

Übernutzung von Anbauflächen verschärft Wassermangel. Tierhaltung erfordert besonders große Anbauflächen für Futtermittel. IPCC warnt vor Folgen für das Klima.
EU-Förderprogramm "Greening" hat offenbar kaum Effekte erzielt - aber viel Geld gekostet. Bild: pixabay.com

Im Jahr 2013 hat die EU beschlossen, die Landwirtschaft in Europa nachhaltiger zu machen. So sollte die Qualität von Böden und Wasser erhöht, das Klima geschützt und die Biodiversität vergrößert werden.

Doch das EU-Förderprogramm, das Agrar-Unternehmen eigentlich in die Pflicht nehmen sollte, scheint sich für diese vor allem wirtschaftlich zu lohnen.

Für einen investierten Euro bekamen Agrar-Betriebe fast zehn Euro von der EU!

Für die Umwelt hat das Subventions-Programm indes kaum etwas gebracht - teilweise sogar mehr Schäden verursacht. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Umweltbundesamts. [1]

Das Programm der "Gemeinsamen Agrarpolitik" (GAP) trägt den Namen "Greening" und belohnt bis heute Landwirte für ökologische Minimal-Maßnahmen.

"Greening"-Programm der EU nahezu wirkungslos

Dazu sollten 30% der direkten Agrar-Subventionen an Maßnahmen des "Greenings" gekoppelt werden:

  • Die Einhaltung eines Mindestmaßes an Fruchtartenvielfalt ("Anbaudiversifizierung"),
  • Flächennutzung im Umweltinteresse (ökologische Vorrangflächen) und
  • den Erhalt von Dauergrünland.

Die EU stellt für die Umsetzung 1,5 Milliarden Euro bereit - jedes Jahr.


So eine aus Steuergeldern finanzierte Subventionierung für die Agrar-Industrie muss sich für die Allgemeinheit lohnen, könnte man meinen.

Was also hat das "Greening"-Programm für die Umwelt gebracht?

Um den Erfolg des "Greening"-Programms zu untersuchen, hat das Umweltbundesamt Fachleute vom Johann Heinrich von Thünen-Institut mit einer Auswertung beauftragt.

Die Ergebnisse sind jedoch mehr als ernüchternd!

Den Angaben zufolge habe sich im untersuchten Zeitraum und in den untersuchten Bundesländern die Vielfalt der Ackerkulturen weder auf lokaler, noch auf regionaler Ebene geändert.

Zudem sei sogar davon auszugehen, dass der Bodenabtrag um 5% zugenommen habe, da Ackerkulturen mit hohem Erosionsrisiko vermehrt auf bereits erosionsgefährdeten Flächen angebaut worden seien.

Geringe Erfolge gab es beim Humus-Aufbau und beim Erhalt ökologischer Flächen. Das Umweltrisiko durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sei ebenfalls leicht gesunken.

EU-Subventionsprogramm schützt offenbar nur Landwirte

Das "Greening"-Programm der EU erweist sich in der Auswertung des Umweltbundesamts offenbar nur in einem Bereich als lohnenswert: Für die Agrar-Industrie. (Kleine und ökologisch wirtschaftende Betriebe sind vom "Greening" freigestellt).


Denn während die EU jährlich 1,5 Milliarden Euro gezahlt hat, entstanden Landwirten im beobachteten Zeitraum laut Analyse Kosten von 190 Millionen im Jahr.

Die Analyse des Umweltbundesamts findet ihr hier.

Im Jahr 2023 läuft das "Greening"-Programm der EU aus. Wie sich zeigt, hat es nicht ansatzweise die Ziele erreicht - dafür aber Milliarden Euro an Steuergeldern verschlungen, die insbesondere agrarwirtschaftlichen Großbetrieben zugute gekommen sind. [2]

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Autor: Redaktion


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Schlagworte: Landwirtschaft Subventionen Politisches Umweltschutz


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