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Essen aus der Mikrowelle: Ist es vegan?

Mikrowelle: Findet man sie auch in veganen Küchen? Bild: pixabay.com (Kombi) (bearb.)

In vielen Haushalten steht eine Mikrowelle – fast 7 von 10 deutschen Haushalten besitzen eine. Eine Mikrowelle hilft uns dabei, schnell etwas Warmes auf den Teller zu bringen – Tiefkühlgemüse, Fertiggerichte, Reste vom Vortag. Doch sie ist kein gewöhnlicher Herd.

Die elektromagnetischen Wellen dringen einige Zentimeter tief in die Speisen ein und erwärmen sie. Mit wenigen Knopfdrücken ist das Essen fertig. Praktisch – aber auch verführerisch.

Doch manche Menschen stehen der Mikrowelle skeptisch gegenüber. Für sie ist sie ein Symbol für Bequemlichkeit, für eine Ernährung, die zu einseitig geworden ist. Und es gibt die verbreitete Sorge: Macht Mikrowellenkost uns sogar krank?

Und was ist mit Menschen, die sich bewusst vegan ernähren? Ist die Mikrowelle für sie tabu?

Sind Mikrowellen schädlich oder nützlich? Können auch Veganer sie nutzen?

Die Antwort ist einfach: Auch Veganer können die Mikrowelle benutzen. Viele tun es. Wichtig ist für sie, dass es sich um pflanzliche Speisen handelt.

Und dennoch – es gibt Gründe, die über das Vegansein hinausgehen und uns einladen, über den Einsatz der Mikrowelle nachzudenken.

  • Mikrowellen helfen uns dabei, Essen schnell zuzubereiten. Dabei sind sie oft sogar besonders energiesparsam.
  • Die Bequemlichkeit verführt uns manchmal dazu, unsere Ernährung zu vernachlässigen.
  • Mikrowellen zerstören keine Erbinformationen und sind aus gesundheitlicher Sicht vergleichbar mit herkömmlichen Herden und Öfen.
  • Auch Veganer können Mikrowellen nutzen. Auch, wenn ihr Einsatz in einer Küche voller frischer Ideen wohl vergleichsweise selten ist.

Gründe, die für und gegen Mikrowellen sprechen

Grund #1: Wenn wir mit der Mikrowelle kochen, fehlt etwas: die natürliche Bräunung, die Aromen, die beim Braten entstehen, der Duft, der uns an Zuhause erinnert. All das trägt zum Genuss bei – auch bei veganem Essen. Im Mikrowellenofen reduzieren wir den Prozess der Zubereitung auf wenige Knopfdrücke.

Doch Essen ist mehr als Nährstoffaufnahme. Es ist Erfahrung, Verbindung, Erinnerung. Die Mikrowelle kann das nur begrenzt leisten.

Grund #2: Eine Mikrowelle macht es uns zu leicht. Schnell etwas aufwärmen, während der Kopf schon bei der nächsten Aufgabe ist. So verlieren wir die Verbindung zu dem, was wir essen. Doch bewusste Ernährung beginnt mit Aufmerksamkeit.

Grund #3: Viele Fertiggerichte, die für die Mikrowelle gedacht sind, enthalten künstliche Aromen, Zusatzstoffe, Dinge, die unsere Körper nicht brauchen.

All das sind keine direkten Vorwürfe gegen die Mikrowelle. Es ist vielmehr ein Appell an uns selbst, nicht zu vergessen, wie wichtig es ist, Nahrung sorgfältig zuzubereiten und zu verzehren.

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Es geht also darum, Ernährung bewusst zu gestalten.

Nutzen wir die Mikrowelle, um Essen aufzutauen, das wir dann weiterverarbeiten. Oder um ein Gericht aufzuwärmen, das wir dann ohne Ablenkung genießen. Nutzen wir die Mikrowelle dann, wenn sie Energie sparen kann (etwa, wenn wir nur kleine Mengen erwärmen wollen). Eine Mikrowelle kann dann sogar sparsamer sein als ein Induktionsherd.

In einer Welt, die sich oft zu schnell bewegt, kann selbst das Kochen ein stiller Akt der Fürsorge sein – für uns, für andere, für unseren Planeten.

Keine unbegründete Angst vor Mikrowellenstrahlung

Es gibt Stimmen, die behaupten, Mikrowellen würden das Essen zerstören oder wären sogar radioaktiv. Doch jede Garmethode verändert Lebensmittel – wegen der Hitze. Aus gesundheitlicher Sicht könnt ihr Mikrowellen mit normalen Öfen oder Herden vergleichen.

Mikrowellenstrahlung ist nicht ionisierend. Das bedeutet, dass sie nicht genug Energie hat, um Elektronen aus Atomen oder Molekülen zu entfernen. Sie kann keine Erbinformationen verändern und unterscheidet sich damit grundlegend von ionisierender Strahlung wie Röntgenstrahlen oder ultraviolettem Licht.

Die Strahlen einer Mikrowelle regen Wassermoleküle zur Schwingung an. Man kennt ein ähnliches Prinzip von Musikinstrumenten, die vibrieren, wenn wir sie spielen. (Der bildhafte Vergleich soll verdeutlichen, dass es viele verschiedene physikalische Mechanismen gibt, die für uns unsichtbar sind und sich dennoch vollständig unterscheiden.)

Dass wir bei Mikrowellen oft an Röntgenstrahlung oder Radioaktivität denken, hat mit der Unsichtbarkeit der Strahlung zu tun – und damit, dass wir Menschen manche Falschinformationen allein deshalb für glaubhaft halten, weil wir sie uns vorstellen können. Ähnlich wie der Mythos von den "chemischen", veganen Ersatzprodukten.

Durch die Hitze in der Mikrowelle verändern sich Nahrungsmittel – wie bei jeder anderen Garmethode auch. Hitze kann Vitamine und Nährstoffe zerstören, aber manche Lebensmittel sogar bekömmlicher machen.

Am Ende kommt es also darauf an. Mikrowellen können eine ungesunde Ernährung zwar erleichtern – doch sie lassen sich genauso gut in eine bewusste, kreative und vegane Küche integrieren.

Wir haben den Artikel am 9.10.2025 überarbeitet.

Veröffentlichung:

Autor: Kilian Dreißig

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Diskussion im Forum:
Mikrowelle: Ja oder nein?
Letzter Beitrag: 14. Okt. von Libio.

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