Warum heute immer noch so viel Fleisch gegessen wird

Erstellt 09.03.2022, von Franz23. Kategorie: Allgemein vegan. 17 Antworten.

Warum heute immer noch so viel Fleisch gegessen wird
09.03.2022
Habe mir gerade Gedanken gemacht:
Warum essen selbst im Jahr 2022 immer noch geschätzte neun von zehn Leuten Fleisch
Denke:
1) Sturheit, Gewohnheit, Inflexibilität, Tradition, Konservatitismus im Denken: "Weil wir das schon immer gegessen haben"
2) Süchtigmachend, zwar nicht so stark wie zb. Alkohol oder Nikotion
Gerade die Harnsäure bzw. Purine(?) im Fleisch macht angeblich süchtig, appetitlich, nicht wahr?
3) Weils tatsächlich auch gut schmecken kann durch Röstaromen, duch Grillerei, durch Anbraten (das kann man bei pflanzlichen Nahrungsmittel aber auch erreichen)
4) Weil die Meinung immer noch verbreitet ist, dass es notwendig für die Gesundheit ist, Proteine, Eisen... Es ist schon auch wahr, dass Mineralstoffe etc. aus Fleisch (tw.) leichter aufgenommen werden können als aus Pflanzen. Kann man aber gut supplentieren.
5) Weils immer noch viel zu billig ist, auf Kosten der Tiere in Massentierhaltung und auch weils von der EU noch massiv subventioniert wird.

Meinungen dazu? Fällt euch noch etwas ein?

1x bearbeitet

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09.03.2022
Hey Franz, Melanie Joy hat darüber ein Buch geschrieben, vielleicht kennst Du es noch nicht?
https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/karnismus-die-psychologie-des-fleischkonsums


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09.03.2022
Hallo Salma,
gelesen habe ich noch nichts von ihr, aber den Namen habe ich bereits schon öfters gelesen.


Mir fallen noch zwei Sachen ein:
1) Was ich schon öfters als Rechtfertigung hörte. Jmd. sei ein "grosser Tierfreund" (auf Hunde zb. bezogen), aber gewisse Tiere seien "halt eben zum Essen" da.
2) Der Mensch ist schon von daher kein natürlicher Fleischesser, weil er könnte rohes Fleisch eigentlich gar nicht essen, weil er es gar nicht erst zerbeissen kann.

Ein Buch von Peter Singer las ich vor längerer Zeit. Auf die Frage, ob er ein besonderer Tierfreund sei, sagte, er, eigentlich nicht. Nur man soll sie als Mitgeschöpfe sehen und sie gut behandeln. So sehe ich das auch, ich bin eigentlich auch kein besonderer Tierfreund, habe sogar eine Abneigung gegen Hunde (Katzen finde ich sympathischer, aber da finde ich auch, ich muss keine besitzen).

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09.03.2022
4) Weil die Meinung immer noch verbreitet ist, dass es notwendig für die Gesundheit ist, Proteine, Eisen... Es ist schon auch wahr, dass Mineralstoffe etc. aus Fleisch (tw.) leichter aufgenommen werden können als aus Pflanzen. Kann man aber gut supplentieren.

=> wie oft mir diese Frage im Laufe der Jahre schon gestellt wurde ob ich denn ohne Fleisch auch wirklich alle Nährstoffen und vitamine zu mir nehme... 😒
Welche vitamine!? 😬 😂
Bescheuert 🤦
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09.03.2022
Hallo Franz23,

ich denke es ist auch immer noch viel zu wenig Aufklärung. Viele sind sich nicht bewusst was Fleischkonsum für ihre Gesundheit oder das Klima bedeutet und glauben wenn ich BIO konsumiere ist doch auch für die Tiere alles gut.
Es könnten schon in der Schule Filme wie z.B. The Game Changers, Cowspiracy, Earthlings oder Dominion gezeigt werden.
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09.03.2022
und: Fleisch essen als Symbol für Männlichkeit, wie lächerlich. Es wird schon besser die letzten Jahre, aber gerade am Land wie bei uns in OÖ (im Ggs. zur Stadt), glaube ich, denken immer noch viele so.
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10.03.2022
Hallo Franz23
zu der Männlichkeit habe ich gerade bei der Veganen Gesellschaft Österreich ein interessantes Interview mit Anna-Lena Klapp gesehen- war ein zoom Webinar. Sie hat auch aus ihrem Buch FoodRevolte vorgelesen und erklärt, dass gerade der Film Game Changers sehr männerdominierend ist - ich habe ihn nicht gesehen- und bei einigen jetzt das Männlichkeitssymbol- also Stärke und Kraft - jetzt über die vegane Ernährung eingenommen und besetzt wird und andere fleischessende Männer als weich bezeichnet werden. Das ist eigentlich nicht der Sinn des veganen Lebens, eigentlich sollten Männer und Frauen mehr Empathie und Verletzlichkeit entwicklen.
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10.03.2022
[...]dass gerade der Film Game Changers sehr männerdominierend ist - ich habe ihn nicht gesehen- und bei einigen jetzt das Männlichkeitssymbol- also Stärke und Kraft - jetzt über die vegane Ernährung eingenommen und besetzt wird und andere fleischessende Männer als weich bezeichnet werden. Das ist eigentlich nicht der Sinn des veganen Lebens, eigentlich sollten Männer und Frauen mehr Empathie und Verletzlichkeit entwicklen.

Wir leben in einer dramatischen Zeit, in der wir kurz davor sind, unsere eigenen Lebensgrundlagen endgültig zu zerstören.

Die Frage, ob wir die Sache "gut" oder "schlecht" lösen können, hat sich bereits für uns entschieden. Es sterben bereits Menschen und es kollabieren Ökosysteme. Es wird niemals mehr eine gute Lösung geben.

Woher also dieser Anspruch nach Perfektionismus?
Heute geht es darum, das zu retten, was noch zu retten ist.

Jeder, der vegan lebt, macht Erfahrungen und baut dadurch Vorurteile ab. Und es ist ok, wenn man auf einem einfachen intellektuellen Niveau damit beginnt.

Nicht die intellektuelle Brillanz verändert etwas, sondern die Leute, die handeln, indem sie entsprechende Werkzeuge nutzen, die etwas bewegen. Auch wenn sie in einer perfekten Welt theoretisch anders handeln würden.

Wir haben nur die Welt und die ist nun mal dreckig.

Vegan, um körperlich besser anzukommen? Super Idee!
Vegan für mehr Muskeln? Auf jeden Fall!
Vegan, um sich attraktiv und sexy zu fühlen? Sehr gut!
Vegan, weil es philosophisch so viel zu bieten hat? Super!
Vegan aus Mitgefühl? Hervorragend!
Vegan, weil irgendein blöder Guru es empfiehlt? Top!

Wenn wir nur die Leute "mitnehmen" wollen, die uns zu 100% verstehen und folgen, sind wir - jeder für sich - allein. Und der einzige Stolz ist dann der, dass wir intellektuell vielleicht mehr drauf hatten.
Also ignorieren wir getrost die ganzen "Vordenker" und tun das, was so offensichtlich ist.
2x bearbeitet

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10.03.2022
Zitat kilian:
Vegan, um körperlich besser anzukommen? Super Idee!
Vegan für mehr Muskeln? Auf jeden Fall!
Vegan, um sich attraktiv und sexy zu fühlen? Sehr gut!
Vegan, weil es philosophisch so viel zu bieten hat? Super!
Vegan aus Mitgefühl? Hervorragend!
Vegan, weil irgendein blöder Guru es empfiehlt? Top!

:thumbup:

Trotzdem wäre es ratsam, nicht die Hälfte (bzw. etwas mehr) der Menschheit auf diesem Weg nicht mitzunehmen bzw. zu unterdrücken und zu diskriminieren. Es geht hier um ein falsches Männlichkeitsbild, was zu Gewalt gegen Frauen führt. Bitte beschäftige dich auch mal mit diesem Thema, Kilian, oder mache es, wenn es dich nicht interessiert, zumindest nicht lächerlich.


Nachtrag: Feminismus ist eigentlich ein schlechter Begriff, weil es dabei nicht nur um Gleichberechtigung für Frauen, sondern auch um Gleichberechtigung für Männer geht.
2x bearbeitet

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10.03.2022
Du hast Recht: Jeder Mann muss sich gegenüber anderen Menschen gewaltfrei verhalten. Männlichkeitsbilder, die Dominanzverhalten und gewalttätiges Verhalten insbesondere Frauen gegenüber fördern, sind wo immer es geht auch zu bekämpfen.
Habe den Film um den es geht leider nicht gesehen, weshalb ich dazu auch nichts sagen kann.

Dennoch geht es hier darum, auch diese Leute zumindest in Bezug auf vegane Ernährung mitzunehmen, was ja nicht heißt, dass man deren Art zu denken generell in Ordnung findet oder die andere Position, die das ablehnt, lächerlich oder so.


Es geht darum, möglichst vielen zumeist sehr unterschiedlichen Menschen möglichst schnell klar zu machen, dass vegan einfach besser ist, wobei dann deren persönliche Motivation eher eine untergeordnete Rolle spielt.


Man kann sie versuchen zuerst von einer anderen generellen Lebenseinstellung zu überzeugen, bevor man mit ihnen über "vegan" ins Gespräch kommt. Das funktioniert in aller Regel eher nur sehr eingeschränkt.


Der Kampf um gewaltfreien Umgang insbesondere Frauen und Kindenr gegenüber, ist davon doch nicht tangiert. Der muss unbedingt gesamtgesellschaftllich weiter geführt werden. Auch die sieser Gewaltbereitschaft häufig (aber nicht nur) zugrundeliegenden Männlichkeitsrollenbilder müssen abgebaut werden.
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