Taube gerettet - Menschlichkeit auch?

Erstellt 18.05.2022, von kilian. Kategorie: News & Aktuelles. 12 Antworten.

Taube gerettet - Menschlichkeit auch?
18.05.2022
Gestern saß da diese Taube im Hof. Anna und ich haben sei gerettet - und eine interessante Erfahrung gemacht:
https://www.vegpool.de/magazin/junge-taube-rettung-erfahrung.html
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18.05.2022
Hallo Kilian, das ist sehr lieb von Dir und Anna, der jungen Taube zu helfen. Fragt ihr dann mal bei dem Tierarzt nach, ob es dem Vogelkind gut geht? Bekommt ihr es nach der Behandlung zurück? Es gibt leider nicht wenige Tierärzte, die Tauben töten, weil sie sie als Schädlinge ansehen. Man kann Tauben Kinder leicht selbst aufziehen, weil ihnen 1 bis 2 Mahlzeiten am Tag reichen.
Liebe Grüße
Crissie
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18.05.2022
Vielen Dank! :thumbup:

Verwilderte Haustauben sind ja Nachkommen von ursprünglich als Haustier gezüchteten Tauben, die außerhalb der menschlichen Zivilisation nicht überleben können. Trotzdem gibt es vielerorts Fütterungsverbote, was zu Fehlernährung und Krankheiten führt und auch sonst werden sie oft wie der letzte Dreck ("Ratten der Lüfte") behandelt, so ähnlich wie man in manchen Ländern mit streunenden Hunden umgeht.

Ich hab früher auch eine ablehnende Haltung zu Tauben gehabt, aber Empathie und Aufklärung sind oft ansteckend. :wink:


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18.05.2022
Es gibt in etlichen Kommunen aber durchaus Menschen, die diesen Haustieren helfen. Betreute Taubenschläge, behutsamer Eieraustausch statt Populationskontrolle durch Gift und Abschuss, Fütterung statt verhungern lassen und so weiter.

https://www.erna-graff-stiftung.de/tauben/


Taubenbetreuung nach dem "Augsburger Modell":

https://www.strassentaube-und-stadtleben.de/information/stadttauben-unsere-heimatlosen-haustiere/tierschutzgerechte-l%C3%B6sung-gut-f%C3%BCr-mensch-und-tier/

Auch in München kümmert man sich (vor allem der von mir sehr geschätzte Arne Brach) intensiv um dieses Thema:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-tauben-populationskontrolle-1.5264214

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18.05.2022
Als ich noch in Berlin lebte, hab ich auch die Erna-Graff-Stiftung unterstützt.
Bei uns lebt in einem Baum ein einigen Jahren ein Taubenpaar, die kommen auch immer zum Vogelhäuschen. Der Nachwuchs bleibt nicht, die werden flügge und suchen sich ein anderes Nest.
Interessant ist, dass in dem Riesenbaum mehrere Etagen bewohnt werden: unten nisten Stieglitze, darüber die Tauben, dann die Elstern und neuerdings versuchen Falken, sich dort einzunisten. Aber die werden bisher von den Elstern vertrieben.
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18.05.2022
Zitat Crissie:Hallo Kilian, das ist sehr lieb von Dir und Anna, der jungen Taube zu helfen. Fragt ihr dann mal bei dem Tierarzt nach, ob es dem Vogelkind gut geht? Bekommt ihr es nach der Behandlung zurück? Es gibt leider nicht wenige Tierärzte, die Tauben töten, weil sie sie als Schädlinge ansehen. Man kann Tauben Kinder leicht selbst aufziehen, weil ihnen 1 bis 2 Mahlzeiten am Tag reichen.
Liebe Grüße
Crissie


Ich habe im April ein Praktikum bei einer Kleintierpraxis gemacht und dort wurden auch Tauben abgegeben. Leider wurden die Tauben, die zB einen gebrochenen Flügel hatten, an einen Uhu verfüttert (der nicht dort lebte, sondern vermutlich in einem Wildtierzentrum). Die Begründung dafür war, dass die Taube dank des gebrochenen Flügels (der bei Vögeln wohl aufgrund der anderen Knochenstruktur nicht oder kaum operiert werden kann) nicht mehr würde fliegen können.
Daher würde ich mich auch erkundigen, ob ihr die Taube nach der Behandlung zurück erhaltet, da ich sonst auch Befürchtungen hätte, was ihre Zukunft anbelangt.


Mit der Haltung und Pflege von Tauben kenne ich mich jedoch nicht aus, aber andere haben dazu ja schon Links geschickt.


Ich hoffe, es wird ein gutes Ende für die kleine Taube nehmen und sie war noch nicht zu schwer verletzt.
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22.05.2022
Ich kann gut verstehen wie "unpassend" so ein Tierfund ist, wenn man sich doch gerade ein bisschen Freizeit gönnen möchte.
Aber ihr habt sicher total richtig reagiert, denn eine andere Entscheidung lässt einem Nachts nicht mehr schlafen. Ich weiss wovon ich rede:
Vor einigen Jahren habe ich für 2 Tage einen Freund in MÜ besucht, es war eiskalt und wir gingen im Englischen Garten spazieren. Dort, auf dem See, wurden die Enten von Passanten gefüttert, und schnell war zu erkennen, dass bei einem Tier der Flügel gebrochen war. Er war bereits völlig vereist, und die Ente konnte nicht an der Fütterung teil haben, weil sie schlicht zu langsam war.
Ich bedauerte das sehr, aber wir gingen weiter, war ich doch fremd in der Stadt, hätte nicht gewusst, wo ich mich hinwenden soll mit dem kranken Tier, und war ja auch als Gast mit Bekannten unterwegs.
Abends, in meiner Unterkunft, war mir der Tag verdorben, ich konnte an nichts anderes mehr denken, als an das verletzte, hilflose Tier, bei minus 10 Grad. An Schlaf war nicht zu denken, die Sache lies mir keine Ruhe, ich bereute mein Nichtstun.

Also setzte ich am nächsten Morgen alles in Bewegung, besorgte mir Brot und einen Karton sowie ein altes Handtuch und dann ab in den Englischen Garten.
Ich konnte das Tier wie erwartet an der selben Stelle finden und mit Hilfe einiger Spaziergänger einfangen, ich habe die Münchner Tier-Rettung erreicht und mich mit einem Helfer in einem Café verabredet, wo er die Ente abholte.
Leider endete es, wie bereits von Irbis oben geschrieben:
Ich wurde 2 Std später angerufen, dass der Flügel eben irreparabel kaputt sei, derzeit kein Gnadenhof freie Plätze habe, das Wildtier somit keine Chance mehr hat und eingeschläfert wurde.

Das ist traurig!

Andere Geschichte:
Mitte Februar dieses Jahr haben wir bei einer Winterwanderung mitten im Wald, fern jeglicher Zivilisation, eine ca 8 Monate alte Kätzin gefunden, abgemagert und völlig dehydriert ( es waren alle Pfützen gefroren), Gesicht eine einzige Wunde wegen Katzenschnupfen und Herpes.
Ganz offensichtlich ausgesetzt.
Hier kommt wieder zutage, wie manche Menschen mit Tieren verfahren.
Man entledigt sich ihrer, schmeisst sie in den Wald, wenn man sie nimmer haben möchte.

Diesmal zögerte ich nicht, wir verzichteten auf unsere Wanderung und nahmen das Kätzchen sofort mit ans Auto👍🏼
Das Tierchen wurde von uns "gesund" gepflegt ( ein HerpesVirus bleibt ja leider für immer im Körper).
Emilia lebt seitdem bei uns, ist mittlerweile Freigängerin und offensichtlich glücklich und fröhlich.
Und wir auch!


2x bearbeitet

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22.05.2022
Hallo LiNe
ich finde das traurig, dass man in der Tierpraxis so verfährt, die hätten Euch ja auch fragen können, ob Ihr sie mit nach Hause nehmen wollt, wenn schon - angeblich- kein Gnadenhof Platz hatte- was ich aber nicht glaube- denn es gibt auch oft Leute auf den Gnadenhöfen, die dann versuchen einen Platz zu finden.


Schön :heart: , dass Ihr die Katze aufgenommen habt und dass sie jetzt bei Euch leben kann. Kann der Herpes Virus dann irgendwann wieder auftreten ?
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22.05.2022
Ja, kann wieder auftreten.
Bei Stress, bei schlechtem Futter ( Mangelerscheinung).....also bei Emilia dann quasi NIE MEHR😊
Aber auch der Erreger für Katzenschnupfen bleibt im Körper 😕
Kommt dann bei schlechtem Immunsystem wieder!

Wir sind aber zuversichtlich!

Das Tierheim hätte Emilia im übrigen auch NICHT genommen, weil sie eben diesen offenen, ansteckenden Virus hatte. Man hätte sie isolieren müssen, dafür ist kein Platz, von der stündlichen Versorgung ( eincremen, Augentropfen etc) ganz zu schweigen.
Und vermittelbar sind solche Katzen auch nur ganz schwer.

Aber nach dem Wald hätten wir das Bündelchen eh nimmer her gegeben.

Sie hatte sich übrigens in einem Jäger-Hochsitz eingerichtet, das schlaue Mädel.
LG
LiNe
1x bearbeitet

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24.05.2022
Hallo ihr Lieben,

ich bin Anna, die zusammen mit Kilian die Taube gefunden hat.

Ich habe heute beim Tierarzt nachgefragt, wie es unserer Fund-Taube geht.
Es handelt sich, wie schon vermutet, um eine junge Taube. Sie war nicht schlimm verletzt, hätte im Hof aber keinerlei Chance gehabt, weil sie noch gar nicht fliegen kann und leichte Beute gewesen wäre.


Der Tierarzt zieht sie nun auf und wildert sie aus, sobald sie alleine klar kommt. Ich werde mal schauen, ob ich noch ein Foto von ihm bekommen kann.

Ich finde die Vorstellung, dass Tierärzte solche Tiere annehmen und dann einfach töten sehr gruselig. Da waren mir die Absagen, die wir von einigen Tierärzten bekommen haben deutlich lieber.

Den Tierarzt, der unsere Fund-Taube in Obhut genommen hat, kenne ich allerdings persönlich. Meine Hündin war dort Patientin. Deshalb weiß ich, dass er oft verletzte Vögel aufnimmt.


Erst vor ein paar Wochen hat eine Freundin von mir, eine junge Taube vor zwei Krähen gerettet, die sie fast getötet haben. Die hat der Tierarzt ebenfalls aufgenommen. Deshalb mache ich mir in diesem speziellen Fall keine Sorgen.


Liebe Grüße,
Anna
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