Neulich gab es in Brügge (Prignitz, Brandenburg) einen Stallbrand mit einem Schaden im "niedrigen sechstelligen Bereich" (also schätzungsweise ~150.000 Euro):
https://vegpool.de/stallbrandregister/putenstallbrand-in-bruegge-10-2026.html
So eine Summe klingt für mich nach einem größeren Brand, daher kam gleich die Frage auf: Wurden Tiere verletzt oder getötet?
In der Pressemitteilung der Polizei war keine Rede von betroffenen Tieren, weder zu bedrohten, noch zu verletzten oder toten.
Deshalb schrieb ich am 30.10. folgende Anfrage an die verantwortliche Polizeistelle:
Guten Tag,
ich arbeite als Journalist, mein Presseausweis anbei.
Sie schreiben unter
https://polizei.brandenburg.de/pressemeldung/putenfarm-in-brand-/5715188 dass es in Brügge einen Stallbrand gegeben hat.
Hierzu bitte ich um Auskunft:
• Wurden bei dem Brand Tiere verletzt oder getötet? Falls ja: Welche Tierarten? Wie viele Tiere jeweils (verletzt / getötet)?
Wegen der Aktualität bitte ich um baldige Rückmeldung.
Freundliche Grüße
Kilian Dreißig
Am 2.11. kam die Antwort:
Sehr geehrter Herr Dreißig,
nach Rücksprache mit der Kriminalpolizei kann ich Ihnen keine neuen Erkenntnisse mitteilen.
Die Ermittlungen laufen.
Ein großer Teil der Puten konnte gerettet werden. Zu verletzten oder gar getöteten Tieren habe ich aktuell keine Zahlen vorliegen.
Meine Nachfrage vom 2.11.:
Danke für ihre Rückmeldung, XXX!
Es waren doch Kollegen vor Ort, die gesehen haben, ob Tiere tot oder verletzt waren. Eine exakte Zahl ist dafür zunächst nicht nötig. Es genügt mir eine grobe Größenordnung. Leiten sie die Anfrage sonst gern weiter. Ich benötige bald eine zumutbare Antwort, weil das Thema von hohem öffentlichem Interesse ist.
Beste Grüße
Kilian Dreißig
Der Polizeibeamte rief mich zurück und teilte mir mündlich mit, dass er keine Daten vorliegen hätte. Für mich klang es so, als wären tatsächlich Tiere verletzt worden, aber ohne jede Größenordnung.
Antwort vom selben Tag:
Sehr geehrter Herr Dreißig,
es waren verschiedene Wehren im Einsatz.
Beispielsweise: FFW Freyenstein (LK OPR) / FFW Sadebeck / Amt Meyenburg und weitere Wehren.
Weitere Angaben können nicht getätigt werden.
Ich bin dann noch am selben Tag selbst nach Brügge gefahren (1,5 Std. Autofahrt pro Strecke) und einmal um den Betrieb herumgelaufen. Aus der Ferne habe ich keinen Hinweis auf einen Brand entdeckt. Das wäre ein hoffnungsvolles Zeichen, ist ohne Zugang aber kaum aussagekräftig.
Mein Fazit:
Für den Sachschaden gibt es eine Größenordnung, für die Tiere nicht. Ich erfuhr nur, dass „ein großer Teil der Puten“ gerettet werden konnte. Ein großer Teil, also nicht alle? Was mit den übrigen Tieren passiert ist, dazu gibt es nicht einmal eine grobe Einschätzung. Obwohl die Kriminalpolizei offenbar selbst vor Ort ermittelt hat.
Dass die Ermittlungen laufen, verstehe ich. Aber warum sollte eine grobe Zahl sie gefährden? Tierschutz ist kein Privatinteresse, sondern steht als Staatsziel im Grundgesetz.
Wie seht ihr das?
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Hier waren Fahrspuren, aber von einem Brand für mich nichts erkennbar:
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