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Gutachten: Deutschland hinkt bei der Ernährungspolitik hinterher

Wissenschaftliches Gutachten des WBAE empfiehlt u.a. die Reduzierung tierischer Produkte. Bild: vaaseenaa / Adobe Stock

Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung stellen in einem 879-seitigen Gutachten großen Nachholbedarf in der deutschen Ernährungspolitik fest.

Im Fokus des wissenschaftlichen Gutachtens stehen die Ziele Umwelt- und Klimaschutz, Tierwohl, Gesundheit und soziale Standards, die als "Faire Ernährungsumgebungen" bezeichnet werden. Die Herausforderungen seien so groß, dass sie nur mit einer "umfassenden Transformation des heutigen Ernährungssystems" möglich seien.

Die bestehenden Rahmenbedingungen in Deutschland seien "wenig hilfreich" und die Verantwortung würde zu sehr auf das Individuum verlagert, kritisieren die Wissenschaftler. Viele verfügbaren Unterstützungsinstrumente würden nicht genutzt. Deutschland sei im europäischen Vergleich "Nachzügler".

Aufgrund der Daten empfehlen die Wissenschaftler mehrere Maßnahmen, um die vier Ziele zu erreichen, darunter die Reduktion des Konsums tierischer Produkte und von Lebensmittelverschwendung. Mehr und tiefergreifende Lenkungssteuern seien sinnvoll, um die Ziele zu erreichen.

Das wissenschaftliche Gutachten des WBAE ist ein miserables Zeugnis für die Ernährungspolitik von Ministerin Julia Klöckner (CDU).

Die hingegen spricht in einem Statement von "Rückenwind" und sage Medien, man wolle keine "Ernährungspolizei" einsetzen. Verbraucherschützer von Foodwatch sprechen angesichts dieser Reaktion von "Realitätsverweigerung" und "konsequentem Versagen".

Angesichts der gravierenden Tierschutz-Missstände in Deutschland spricht der Strafrechtler Prof. Dr. Jens Bülte im Interview mit Vegpool übrigens von "Agrar-Kriminalität".

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Autor: Redaktion

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