Roh-vegan,80/10/10, “rawtill4“ .. eure erfahrungen damit

Erstellt 04.08.2017, von Becky95. Kategorie: Allgemein vegan. 15 Antworten.

04.08.2017
Also Falk, wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen :thumbup: :thumbup: :thumbup:
Ich bin da auch ganz deiner Meinung. Und auch ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass man in den kühleren Jahreszeiten friert, wenn man am Morgen kalorienärmere (Rohkost) Nahrungsmittel zu sich nimmt. Mir geht es besser, wenn ich am Morgen eine ordentliche Schüssel mit Haferflocken, Amaranthpops, Hanfsamen und Sojajoghurt rein haue. Das rohe Gemüse, Äpfel, Birnen oder Bananen usw esse ich lieber zwischendurch als Snack und Abends wird gekocht. Allerdings muss ich auf genügend Kalorien achten(ca.2600 kcal) , da ich durch meinen Sport ziemlich viel verbrenne.
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04.08.2017
Falk irgendwie hatte ich gehofft das du noch was dazu schreibst, ich lese dich hier echt sehr gerne da du in meinen bisher gelesen threads echt gut und sachlich informierst und meist auch eigene erfahrungen mit einbeziehen kannst.
Ich danke euch wirklich allen für eure persönliche Meinung.
Nun wie es im winter aussieht weiß ich natürlich auch noch nicht, vielleicht hätte ich mal vorrausschauend denken sollen denn wie falk hier schon erwähnte ist es natürlich nicht gerade sinnvoll wenn ich dafür lebensmittel beziehen müsste in massen die erstmal um die halbe welt gekarrt werden müssten.. da ist es dann wirklich schwierig da ich ein ordentlicher Verfechter der regionalen kost bin.
Aber ich sehe schon es ist wohl wirklich am sinnvollsten sich ausgewogen frisch und möglichst regional zu ernähren ob nun gekocht oder roh ist da wohl Wirklich zweitrangig. :-)
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04.08.2017
Ich bin ein großer Fan vom Ayurveda: Dort wird alles gekocht gegesse (mal abgesehen von etwas Obst). Kaltes oder rohes Essen schwächt das Verdauungsfeuer Agni. Aus diesem Grund sollte alles gekocht sein. Wenn schon roh, dann als ersten Gang spricht Salat ode Obst vor dem Hauptgang. Das geht sogar soweit, dass die süße bzw. schwere Nachspeise ebenfalls vor dem Hauptgang gegessen werden. Mir tut jedenfalls die ayurvedische rohkostfrei Kost immer sehr gut.
1x bearbeitet

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04.08.2017
Hey :wink:
hier mal mein Senf dazu :D


80/10/10

An für sich sicherlich eine gute und funktionierende Ernährungsweise für viele Menschen.
Ich habe diese Ernährungsform circa 6 Wochen befolgt, hatte dann aber auch sehr
starke Zahnschmerzen und ein starkes Stechen in Region der Leber.
Letztendlich habe ich für mich herausgefunden dass ich nur einen gewissen Grad an Obst
vertrage (2-3 Stück Obst am Tag, und ich meine nicht die 10kg Jackfrucht xD) ansonsten habe ich
Seitenstechen bist zum Umfallen. Ich war diesbezüglich auch schon bei Ärzten, die mir diesbezüglich nur geraten haben Lebensmitteltagebuch zu führen und zu schauen was wie viel ok geht.
Ansonsten fühlt man sich Top bei der Diät, auch was Sport usw. angeht.
Graham selbst empfiehlt bei 801010 seehr viel Ausdauersport zu machen, damit die Ernährungsform Erfolg hat.
Ansonsten kann sie sich auch umkehren, und es gibt auch einige die schon zugenommen haben....

Es ist eine Ernährungsform der Extremen, es gibt viele Leute die extrem gut mit dieser Form zurechtkommen (sei es mit dem vielen Sport, als auch mit dem vielen Obst), aber auch eben viele, mich eingeschlossen die es nicht tun.

Weitere Kritikpunkte:
- Ökologische Katastrophe, was das Obst angeht.
- Schlecht für die Zähne hierzulande, da Obst nicht reif ist
- sehr sehr teuer. Mich kostete 1 Monat 80/10/10 400-500€ an essen.
- Wenn man vom Buch ausgeht insgesamt seeehr unwissenschaftlich,
viele Vermutungen in dem Buch wurden auch schon widerlegt...
- Die Mengen an Obst und Gemüse sind einfach unglaublich,
wenn ich als Bananen eingekauft hat, hat mich die Kassiererin immer ungläubig
angeschaut, als würde ich einen Affenzoo ernähren.

Zur Person Graham (was nicht heißt das sein Programm schlecht sein muss):
- etwas zwielichtig und unseriös (in manchen Interviews lügt er bzw. macht nicht korrekte angaben).
- Sein Dr. hat er in einer Doktormühle gemacht bzw. es ist auf jeden Fall
kein regulärer medizinischer Doktor sondern eher was in Richtung Chiropraktiker.

rawtil4

wurde von einer Youtuberin namens Freelee entworfen,
sie hat auch teils das Now-Salt Konzept oder die strengere Form 90/5/5 eingeführt.
Meines Erachtens nach nicht empfehlenswert, Freelee hat auf dem Gebiet der Ernährungsberatung und Wissenschaft noch weniger zu sagen/geleistet als Graham.
Sie beruft sich letztendlich nur auf ihre eigene Erfahrungen. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber einfach nicht für alle geltend. Wenn man ein bisschen rumsucht findet man viele negative Erfahrungen über rt4.
Beispiele sind sprödes Haar und Fingernägel, keine Menstruation bei Frauen, weniger bis kein vorhandener sexual Drang (ob das jetzt gut oder schlecht ist sein hingestellt :happy: ).
Manche haben durch das weitere Konzept wie unlimitted carbs auch erheblich zugenommen...
Ja, insgesamt das für mich vom Gefühl her am wenig ausgeglichenste Konzept.
Ich habe rt4/90/5/5 nie direkt ausprobiert, ich habe höchstens einen Mix gemacht (80% rohkost und 20% Kochkost oder so).

Highcarb Diät nach McDougall:
- siehe alles was Falk schreibt,
- die für mich angenehmste Ernährungsform, auch wenn ich sie nicht mehr 1zu1 befolge.

Insgesamt, kann ich nur empfehlen probiere einfach jede vegane Form einfach mal aus für ein paar Monate und schaue mit was es Dir am besten geht. Der Heilige Gral des einen muss nicht der heilige Gral des Anderen sein. Probiere verschiedenes aus und lasse Ernährung nicht zum Dogma werden (außer es geht um vegan :D ). Sei für vieles offen.
Ich für meinen Teil habe gemerkt, dass es nicht die Beste Ernährung für alle Menschen gibt.
Höchstens Tendenzen mit denen die meisten Menschen gut leben.

Ich ernähre mich derzeitig überwiegend von Kohlehydraten mit einem Rohkostanteil von circa 50%.
Wenn ich mal Süßkartoffelpommes essen will, mache ich sie mir auch mal mit 2 Tl Öl,
wenn ich einen Salate esse mache ich mir auch gerne mal Öl drüber.
(Zwar nicht mehr Literweise wie früher aber Tl-Weise).
Mir macht vegan so mehr Spaß, als stur irgendein Dogma eines Gurus zu befolgen =)

Ich selbst probiere aber auch noch ständig aus und es ist immer eine gewisse Dynamik mit dabei.
Ayurveda hat auch eine gute Philosophie, TCM und 5 Elemente Küche auch. Z.b. Im Winter finde ich ayurvedisches Essen auch von den Gewürzen einfach super, wärmt und sorgt für Freude im Herzen. Zwar nichtmehr Rohkost, aber so ein
schöner süßer Hirsebrei mit Nüssen am morgen zaubert einfach ein Lächeln ins Gesicht wenn es draußen Schneit und -10 Grad hat :heart:
Ansonsten empfiehlt die vedische Küche auch Milch (wenn auch mit der Einschränkung nur Rohmilch,
ansonsten kehrt sich die Wirkung von Milch um...)-> folglich ohne Milch kochen, denn wer kommt noch an Euterfrische Milch? :D
TCM und 5 Elemente ist an für sich auch eine gute Philosophie, wenn auch nicht unbedingt vegan geeignet (auch Fleisch kann Medizin sein...).
Mache am besten Deine eigene Erfahrungen mit allen Ernährungsformen =)

Leider habe ich keine Linkliste zu meinen Behauptungen im Text, ich weiß das ist kein guter Stil :evil:
Irgendwo in Falks oder meinen alten Beiträgen wirst über viele solcher Links stolpern,
die die meisten Aussagen unterstreichen sollten.
5x bearbeitet

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05.08.2017
Chickpea ich danke dir für deine sehr umfassende Antwort. :)
Ja ich denke ihr habt recht, strikt nach einem plan gehen bringt vermutlich wirklich nichts ausser frustration, ich persönlich halte es da eh eigtl immer recht locker, um eine gewichtsabnahme geht es mir aufkeinenfall, viel mehr darum was ist eben ein gesundes konzept das man etwas als leitfaden für seine ernährung nutzen kann. ;)
Eure kritikpunkte klingen aber alle sehr einleuchtend.
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05.08.2017
Hallo Becky,

lass dich aber nicht von unseren Erfahrungen entmutigen die Konzepte selbst einmal auszuprobieren ;)

Zitat Becky95:Ja ich denke ihr habt recht, strikt nach einem plan gehen bringt vermutlich wirklich nichts ausser frustration

Ich denke auch die Erfahrungen (und das eigene Körpergefühl) bei solchen Programmen sind sehr wertvoll :)

Prinzipiell gibt es natürlich verschiedene Lerntypen:
Die Einen lernen aus den Erfahrungen anderer Menschen, die Anderen müssen in jedes Fettnäpfchen selbst treten :lol:

Dazu kommt auch noch die genetische Prägung:
Die Einen fühlen sich besser mit KH basierter Ernährung, sie Anderen mit EW oder FT.
Natürlich darf man hier aber epigenetische Faktoren und Prädispositionen auch nicht außer Acht lassen ;)

Kurz: Ich schließe mich Chickpea mal wieder an -
Wenn dich ein Konzept anspricht, probiere es einfach mal aus, setze dir ein Zeitlimit (z.B. 4 Wochen), erkundige dich über die Schwächen der Diät und versuche so viel Erfahrung wie Möglich mitzunehmen :thumbup:

Grüße,
Falk
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