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Interview: Wer ist die "Militante Veganerin" eigentlich?

Erstellt 05.02.2023, von kilian. Kategorie: Allgemein vegan. 157 Antworten.

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Vegandrea0
05.03.2023
Vegbudsd: setzt sich ganz bewusst außerhalb unserer Gesellschaft. Mit dem will ich nicht nur nichts zu tun haben, dessen Gedankengut bekämpfe ich.

Ja, geb ich dir Recht, wer erstmal drin ist (bewusst oder unbewusst faschistisch), der bekommt auch meine Breitseite, aaaaber, können wir nicht irgendwie verhindern, dass sich Leute dafür entscheiden da überhaupt erst hin zu gehen? Weil er/sie/es keine Familie in der restlichen Gesellschaft gefunden hat oder findet?

Oder träume ich wieder zu viel?😅


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Vegandrea0
05.03.2023
Um nurmal ein Beispiel zu meinem Beitrag zu erzählen:
Wer ist nicht mit dem Spruch aufgewachsen "holt eure Sachen rein, Zigeuner sind in der Stadt/im Dorf"? Kennen wir doch alle, und es kann mir keiner erzählen, dass er nicht doch ab und zu solche Gedankengänge hat, weil Vorurteile nunmal da sind/waren.
Mein Bekannter ist Sinti oder Roman (weiß nicht mehr genau), auf jeden Fall hat er sich ein Hakenkreuz tätowieren lassen. Und warum ist dieser junge Mann genau in das Lager gewechselt, aus dem er die meiste Diskriminierung erfahren hat? Genau deshalb, er wollte nicht mehr diskriminiert werden, irgendwo dazugehören.
Gut, das ist nur ein Beispiel und es gibt sicher viele Gründe, warum sich Menschen dazu entscheiden ein Nazi zu werden. Aber ich glaube Einsamkeit spielt eine Rolle.
Deshalb: wenn ich einen Einzelnen treffe, der augenscheinlich faschistisch zu sein glaubt, und dieser offen ist, bin ich eher dafür das Gespräch zu suchen um ihm eine andere Sichtweise auf die Dinge zu geben. Weil viele auch nicht reflektieren (können), und das Ausmaß ihres Handelns nicht erkennen (können).
Ich bin für eine Welt ohne Grenzen, jeder sollte das Recht haben dort zu leben, wo er möchte. Und Diskriminierung wäre tot.
Aus der Traum.

Benutzerbild von ItsaMeLisa
vegan315 PostsweiblichHannoverLevel 3
05.03.2023
Zitat Vegandrea0:
Wir sollten uns fragen, ob wir es nicht schaffen können solche verzweifelten Menschen aufzufangen, damit sie keinen Grund haben eine Szene größer werden zu lassen, die keine gute Vorgeschichte hat und wo keiner will, dass sie sich wiederholt.

Für mich hat deine Argumentation für Raffaela einen kleinen Fehler: Du scheinst der Meinung zu sein, dass sie von anderen vegan lebenden Menschen ausgegrenzt oder dass sie diskriminiert würde, was nicht der Fall ist. Sie macht doch immer wieder deutlich, dass sie sich absichtlich selbst von anderen abgrenzt, wenn diese nicht ebenfalls 100% vegan leben. Keine Ausnahmen. Dieses Umfeld an Leuten mit rechtem Gedankengut hat sie sich auch selbst ausgesucht, aufgrund der Ansichten die sie, gemessen an ihren Aussagen, zu haben scheint und niemand "drängt" sie in diese Ecke.
Ich finde die Entwicklung dahin, dass man niemanden mehr konstruktiv kritisieren kann, ohne dass gleich "Verleumdung", "canceln" oder Worte wie Diskriminierung in den Raum geworfen werden ziemlich bedenklich.
Fakt ist, es gibt problematische Aussagen und "Witze" von ihr und sie umgibt sich mit Leuten, die rechtes Gedankengut haben und dies offen teilen. Statt ein richtiges Statement abzugeben und auf die ernsten Anschuldigungen einzugehen und sie evtl. zu widerlegen, macht sie sich darüber lustig.


Sollte sie künftig tiefer in die rechte Szene rutschen, dann ist das nicht die Schuld von Leuten, die sie auf ihre Fehler hinweisen, sondern ihre eigene. Sie ist eine erwachsene Frau, die so klug und selbständig ist, dass sie ein Medizinstudium abgeschlossen und innerhalb kürzester Zeit nach der Umstellung zum Veganismus sich zu einer der bekanntesten deutschen veganen Protestlerinnen entwickelt hat. Ihr zu unterstellen, dass sie nicht wüsste, was sie da tut, unreflektiert und sich ihrer Position nicht bewusst sei, wird ihr meiner Meinung nach nicht gerecht.


„Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“ - Karl Popper

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Vegandrea0
06.03.2023
Cumina, mein Beispiel war jetzt auch kein Vergleich mit Raffaela.
Sie ist berühmt und hat einen ganz anderen Backround. Sollte sie aber tatsächlich ins "Niemandsland" abrutschen und zu den Nazis wechseln, dann war's das mit ihrer Karriere. Ich bezweifel, dass sie sich das geben wird. Aber warten wir's ab.

Kein Benutzerbild
Vegandrea0
07.03.2023
https://youtu.be/RCNd_ed0wsc
Wer nochmal Interesse hat auf ein Video mit der Raffaela. Ich find sie recht niedlich darin. Und dann haut sie den letzten Satz raus😂

Benutzerbild von Matilda
vegan73 PostsweiblichSudwaldeLevel 2
07.03.2023
So, habe das Video geschaut. Sie spricht aus, was ist.

Kein Benutzerbild
Heinzi
26.03.2023
Rapbattle ist jetzt nicht so meins, man(n) hat sie mit einer BiFi Wurst beworfen :|
https://youtube.com/watch?v=OVOPTitnXpA

Benutzerbild von Seelchen
vegan68 PostsweiblichNRWLevel 2
26.03.2023
Guten Abend, ihr Lieben :heart:

Ich bin auf Social Media täglich recht aktiv, aber ich sortiere aus.
Natürlich bin ich über die "Militante Veganerin" schon vor einziger Zeit gestolpert.
ABER, ich habe mich strickt geweigert, sie anzuschauen, Content von ihr sehen zu wollen.
Warum? Weil "mich" das Wort militant derart abgeschreckt hat, denn ich habe einige schlechte Erfahrungen mit militanten Menschen gemacht, egal aus welcher Ecke sie kamen.
Bei mir war sofort eine Abneigung da und ich bin Veganerin.

So, weiter im Text.
Dann bin ich hier natürlich auch über diesen Thread gestolpert und habe mich auch hier geweigert, ihn zu verfolgen, weil mich die Militante Veganerin nicht tangiert.
Momentan bin ich aber recht krank und mein Mann liegt notoperiert mit Querschnittslähmung im Krankenhaus und ich bin einfach auf der Suche nach Ablenkung, um den Schock zu verdauen. Also habe ich den letzten Beitrag hier angeklickt und geschaut, ob ich von Seite zu Seite vorspringen möchte, oder nicht. Ich habe dann alle Seiten von euch nachgelesen und mir ein Video von Raffaela angeschaut, welches auf der letzten Seite verlinkt wurde, wo sie von Jonas interviewt wurde, dem jungen Mann im blauen Hemd.

Mein erster Eindruck:
Sympathische, geradlinige, junge Frau. Erstmal gar nicht militant.
Es folgten dann aber einige drastische Äußerungen, die schon in die militante Richtung gehen, finde "ich". Wahr, ja, aber eben auch radikal. Entweder - oder.
Dann kam die Frage an Jonas, ob Nicht vegan sein ok ist und er darauf keine wirkliche Antwort hatte und sie sagte: "Ist es ok, ein Schwein abzuschlachten für Geschmack?" Boah dachte ich, sie hat Recht. Auf den Punkt gebracht, ganz klar und einfach. Nein, aus diesem Kontext ist es nicht ok, nicht vegan zu sein, ABER:

Zitat Vegbudsd:

Es ist völlig egal, in welcher Form über vegan gesprochen wird, ob ablehnend, provozierend militant, ob harmlos und übertolerant allem anderen gegenüber, ob missionierend, oder nur beispielgebend. Entscheidend ist, dass an vielen verschiedenen tagtäglichen Erlebensbereichen "vegan" als Begriff oder als gelebte Tatsache erscheint und in die Köpfe der Menschen kommt. Denn dadurch ergibt sich ein "Dasgehörteinfachdazugefühl", wodurch eine breite Akzeptanz entsteht.

Hier geht mein ABER weiter.
Ich persönlich bin seit 2007 dabei und befasse mich mit dem Thema, lebe und esse vegan, kenne all die Filme, Literatur, Argumente, Vor- und Nachteile und auch persönlichen Ansichten vieler Veganer und Nichtveganer und/oder Vegetarier.
Und eines hat sich ganz stark in den vielen, vielen Jahren herauskristallisiert und das sehr, sehr deutlich: Dogmatisch, Militant, Aggressiv, Besserwisserisch und dergleichen kommen absolut nicht gut an, ganz im Gegenteil!
JA, es wird über Veganer geredet dadurch, ja, das Wort vegan fällt oft, ABER in einem negativen Zusammenhang. Wie viele Menschen begegnen mir sofort ablehnend, mit Diskussionslust oder völliger Sturheit, nur weil sie bemerken oder mitbekommen, dass ich pflanzenbasiert esse! Wie viele Menschen verbinden mit Veganern eben militante und dogmatische Besserwisser und Weltverbesserer?
MIR wäre es viel, viel lieber, wenn das Wort vegan, Veganer, veganes Essen, etc. positiv verknüpft würde, mit Menschen, die Bereit sind, über ihre Ernährung zu sprechen, wie sie dazu gekommen sind, ohne zu überreden, ohne radikal zu sein, ohne dogmatisch zu sein und und und. DAS würde meiner bescheidenen Meinung nach, aus meiner Erfahrung all' meiner Jahre, viel besser und nachhaltiger Wirken und zu offeneren Kontakten und Unterhaltungen führen, zu mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.
Wer hört denn schon auf zu Rauchen durch die provokanten Bildchen auf den Zigarettenschachteln? Natürlich ist wahr, dass man krank wird, schwer krank werden kann, früher sterben kann, aber jeder weiß auch, dass man rauchend, trinkend und omnivor essend 100 werden kann. Wie kann das denn dann? Also für mich der falsche Weg, so Menschen erreichen zu wollen.
MIR persönlich ist es nicht wichtig in jeglicher Hinsicht in aller Munde zu sein, oder sein zu wollen, sondern positiv, freundlich, ehrlich, aufklärend, aufdeckend, hinweisend, helfend, unterstützend, etc. Gerne auch aktiv, ohne Zwang und Druck auszuüben. Den Menschen zu informieren und zu unterstützen, aber ihn nicht als Leichenfresser zu betiteln, als Geistesgestört oder was auch immer. Für MICH persönlich ist das keine Grundlage für Aufklärung zu veganer Ernährung, Massentierhaltung, Klima und Co.
JA, die Wahrheit muss auf den Tisch, aber nicht mit "verbalen" Ohrfeigen, Tritten und Schlägen mitten ins Gesicht. Meiner Meinung nach packt man den Menschen besser und vor allen Dingen nachhaltiger über Aufklärung, Begleitung und Überzeugung und nicht über Beleidigung, Abschätzung, verbale Gewaltattacken, etc.
Und deshalb:

Zitat Heinzi:

Vegan leben ist die moralische Nulllinie.
Wäre schön, wenn die Leute (in welcher Form auch immer) aktiv würden,
denn die Tiere können leider keine Menschen anquatschen ...

finde ich vegan zu leben nicht als eine Nulllinie, sondern als ein sehr guter Beginn, Start, Anfang zu etwas viel Größerem. Jeder Mischköstler, Pescetarier und Vegetarier, der vegan wird, ist aktiv geworden. Den Tieren gegenüber, seiner Gesundheit gegenüber und auch schon der Umwelt gegenüber. Einen kleinen aktiven Schritt ist er in die richtige Richtung gegangen, finde ich. Wie viele Vegane Esser leben inzwischen auch vegan, leben aufmerksamer, achtsamer, sind empathischer geworden, geduldiger, einfach in sich positiver, haben ihr Bewusstsein erweitert.
JA, es ist fast immer ein Prozess. Aber den empfinde "ich" nicht als schlecht. Mir viel lieber als als militante Veganerin einen neuen militanten Veganer zur Welt zu bringen, der irgendwann seinem Anecken nicht mehr standhält, wieder omnivor wird, oder in andere Extreme rutscht. Mir ist der unter Umständen längere Weg lieber, weil öfter nachhaltiger und anhaltender.


:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Und es hat mich etwas traurig gemacht, hier ein paar weniger schöne Kommentare zu lesen, die so in Richtung Unfreundlichkeit gingen oder die auch einfach nicht tolerant waren, wenig menschlich. Und wie kann ich mich für Tierrechte einsetzen und stark machen, wenn ich Menschen beleidige, abwerte, sie Geisteskrank betitle, Leichenfresser und ignorante Allesfresser, oder was auch immer?
Wie heißt dieses Sprichwort?
Zeige mir, wie du Tiere behandelst und ich sage dir, was für einen Charakter du hast.
Nun gut, zeige mir, wie du Menschen behandelst und ich sage dir, was für einen Charakter du hast.
Wir wollen dem Speziesismus ein Ende bereiten und kriegen uns an die Köpfe dank mangelnder Toleranz und Akzeptanz, mangelnder Empathie und Verständnis gegenüber sooo vielem, nicht nur unserer Lebensmittelauswahl!


Wir sind doch eine Gemeinschaft der Schöpfung, woran auch immer jeder einzelne glauben mag. Aber uns gegenseitig zu beschimpfen, zu attackieren, dogmatisch und militant durch die Welt zu stapfen, ist in "meinen" Augen nicht der Weg zum Ziel.

Ja, ich bin momentan angeschlagen und krank, mein Mann in einer sehr schlimmen Situation, aber trotzdem bin ich nicht sentimental, für den Fall, dass das jetzt jemand denken könnte. Bin schon Herrin meiner Sinne.

Und nein, ich muss nicht recht haben, aber meine 15jährige Erfahrung zeigt mir, dass der dogmatische, militante, aggressive, druck- und zwang ausübende Weg bisher nicht der richtige ist. Und das erfahre ich, was mich betrifft, im deutschsprachigen Raum. D, CH, FL, A und auch NL. Dort kenne ich viele Menschen, habe viele Freunde und Kontakte. Und ich werde immer wieder mit ähnlichen Worten begrüßt, in Verbindung gebracht, in Schubladen gesteckt, etc., weil soo viele eben diese schlechten Erfahrungen mit Veganer*innen gemacht haben.
Und ja, auch umgekehrt gibt es die dogmatischen und militanten Mischköstler, aber ich möchte jetzt nicht die Frage nach dem - wer war zu erst da, der militante Veganer oder der friedliche Mischköstler, oder umgekehrt stellen. Tatsache ist, dass eine gewisse vegane Bewegung in Gang gekommen ist und sehr oft negativ. Die vorher nicht da war. Und diese oft so heftige Gegenwehr von Mischköstlern, setze ich genau damit in Verbindung, aus meinen ganz persönlichen Gesprächen, die ich geführt habe über diese 15 Jahre hinweg...

Fazit: Lange Rede - kurzer Sinn
Ich bin kein Freund der Vorgehensweise von Raffaela, trotz aller Wahrheit die sie ausspricht, wenn es um die Tierrechte und den Tierschutz geht, um die Moral und Ethik. Aber bei all der Wahrheit geht mir die Rücksicht und Empathie Menschen gegenüber verloren, die Wertschätzung auch diesen Individuen gegenüber. Denn ich bin überzeugt, man kann beides. Wertschätzend und mit aller Wahrheit aufklären. Ich persönlich handhabe es so.


Seid lieb gegrüßt :heart:

Benutzerbild von Cumina2
620 PostsweiblichOberbayernLevel 4
26.03.2023
Liebe Seelchen,

Danke für diesen langen Beitrag. Ich weiß nicht was passiert ist, aber ich wünsche dir und deinem Mann alles erdenklich Gute.
Liebe Grüße
Cumina

Benutzerbild von Steja
vegan979 PostsweiblichDeutschland Level 4
26.03.2023
Hallo Seelchen
Du hast es absolut auf den Punkt gebracht, ich sehe das ganz genau SO, nur hätte ich nicht so passende Worte und Vergleiche gefunden. Ich danke Dir für diesen tollen Beitrag. :thumbup: :thumbup:
Alles Gute für Deinen Mann und auch für Dich.
Liebe Grüße
Steja

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