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Bin ratlos

Erstellt 27.08.2023, von Juergen22. Kategorie: Umwelt & Klima. 54 Antworten.

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Benutzerbild von Pee-Bee
vegan617 PostsmännlichOstbayernLevel 3Supporter
28.08.2023
Lieber Vegbudsd,

ich habe nicht das Gefühl, dass Optimismus hier als falsch hingestellt wird (im Gegenteil, MIR hilft das manchmal, selbst wenn ich (!) es nicht so recht glauben kann). Und hier sollen auch keine Optimisten zu Pessimisten gemacht werden, viel mehr habe ich das Gefühl, dass Pessimisten, zu denen ich nun mal seit meiner frühen Kindheit dank "wunderbarer" Erfahrungen durch die Spezies Homo Sapiens gehöre, beim ersten Pieps durch "positives Denken" geheilt werden sollen. Ich bin SICHER, dass Jürgen aus Erfahrungen spricht, nicht aufgrund des Blicks in eine Kristallkugel, und auch ich spreche nicht aus dem leeren Raum heraus. Würde ich meine "tollen" Erfahrungen mit Menschen hier schildern, würden einige von Euch erstarren vor Entsetzen.

Benutzerbild von Juergen22
Themen-Startervegan188 PostsmännlichLevel 3
28.08.2023
Zitat kilian:
Was hattest du dir denn mit dem Thread erhofft?
Pessimismus? 😟


Nein, etwas mehr Realismus. Und somit bleibe ich weiterhin ratlos.

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
28.08.2023
Lieber Pee-Bee, das mit Deinen schlechten persönlichen Erfahrungen tut mir aufrichtig leid und ich kann das sehr gut nachfühlen. Sei sicher, auch ich habe seit Kinderzeiten bis ins Jahr 2005 sehr viele negative Erfahrungen "gesammelt", deren jede einzelne bis heute zu negativen Gefühlen Anlass gäbe.


Das bezieht sich aber auf meine ganz persönliche Lebenswelt, nicht aber auf die weltweite Entwicklung, in der inzwischen fast 8,5 Milliarden Menschen zumeist satt werden und in ihrer Mehrzahl nicht nur nicht von Hunger bedroht sind, sondern nach und nach einen kleinen Wohlstand erzielen konnten. Wer hätte das in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts noch zu glauben und hoffen gewagt?

Aus solchen Wahrnehmungen und dem in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegenen Bewusstsein der Menschen für die Bedrohungen unserer Umwelt, speist sich mein Optimismus. Nicht aus meiner persönlichen Vergangenheit.
Kinderheime von Borkum bis zur Insel Föhr.

Am schlimmsten Norderney, dabei waren meine eigenen Erfahrungen dort nicht mal die schlimmsten:
https://350928.forumromanum.com/member/forum/forum.php?action=ubb_show&entryid=1093504523&mainid=1093504523&USER=user_350928&threadid=2


Trotzdem finde ich, dass das nicht übertragen werden muss auf das Große und Ganze.

Machen wir es doch einfach so gut wir können besser. Das ist es, was zählt. Tag für Tag.


Dir viel Erfolg bei Deinem Bemühen, und immer wieder:
Schön, dass Du wieder hier im Forum mit machst!

💚

Benutzerbild von Pee-Bee
vegan617 PostsmännlichOstbayernLevel 3Supporter
28.08.2023
Zitat Vegbudsd:

Trotzdem finde ich, dass das nicht übertragen werden muss auf das Große und Ganze.

Machen wir es doch einfach so gut wir können besser. Das ist es, was zählt. Tag für Tag.


💚


Lieber Vegbudsd,

nein, übertragen sollte man es nicht, das sehe ich auch so.


Aber es färbt den Blick auf die Welt, auf das Leben, auf die Menschen. Und es sind nicht nur "persönliche" Erfahrungen, auch berufliche. Vielleicht schrieb ich es schon mal, ich bin auch Sozialpädagoge und war u.a. auch als Therapeut in einer Einrichtung für missbr***te Jungen tätig. Was ich dort an Leid erfahren habe..., da wundere ich mich, dass ich nicht zum Misanthropen wurde. Vermutlich kann ich das, was auf der Webseite der Kurkinder geschrieben steht, besser verstehen als man so denkt, wenn man den "fröhlichen" Pee-Bee hier aus dem Forum kennt.

Dass wir es besser machen sollen, müssen, ja, das ist keine Frage. Aber dass einem manchmal die Kraft fehlt, ja, und auch die Hoffnung, dass es irgendeinen Sinn hat, das empfinde ich auch als "nicht ganz falsch". Das hat nichts mit Seelenhygiene oder Therapie zu tun (das habe ich alles durch!), sondern einfach mit der Realität, zumindest mit der Realität, die sich mir zeigt.

Danke..


Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
28.08.2023
Siehst Du, auch das hat sich verbessert: Es gibt für missbrauchte Kinder immer häufiger Hilfe, die ihnen ermöglichen, zumindest teilweise damit fertig zu werden. Das gab es früher gar nicht, da wurde den Kindern die so was berichteten eher noch Lüge und Boshaftigkeit unterstellt oder mit "stell Dich nicht so an" Sprüchen begegnet.


Schlimm, dass wir nach wie vor eine Situation haben, in der Menschen denken, solche Dinge tun zu dürfen - ähnlich den Tierschutzskandalen, die ja hier eine eigene Rubrik füllen.

Danke Dir, dass Du Dich diesen Kindern angenommen hast und ihnen geholfen hast! Darauf kannst Du stolz sein- und darauf, dass Du vegan lebst.

Benutzerbild von Libio
vegan1.287 PostsweiblichBERLINLevel 4
28.08.2023
Zitat kilian:
Hans Rosling hat in seinem Buch "Factfulness" beeindruckend deutlich gemacht, wie wenig Ahnung die allermeisten Menschen von der Welt haben (inklusive Entscheidungsträger). Ich lag im enthaltenen Quiz ebenfalls vollkommen falsch.
https://www.amazon.de/Factfulness-lernen-Welt-sehen-wirklich/dp/3548060412/
Die Kristallkugel können wir also ruhig weiterhin als Deko benutzen :)

Angst hat einen Nutzen, wenn sie einen vor akuten Gefahren warnt. Sie kann sich aber verselbständigen und verliert dann ihre Berechtigung. Das kann das Gehirn sogar verändern, deshalb ist es wichtig, aktiv und konsequent dagegen anzugehen, damit es einen nicht in den Abgrund zieht.
Meditationskurse, Psychohygiene, Therapie, ... Die Angst muss weg, wenn sie keinen Zweck hat.

Es sind düstere Prognosen. Aber wollen wir deshalb die guten Dinge verpassen? Wem ist damit geholfen?
Eine "solidarische" Angst gibt es nicht. Gerade weil andere Menschen und Tiere leiden, ist es wichtig, dass wir aktiv und tatkräftig bleiben.

Siehe auch: https://vegpool.de/magazin/mitgefuehl-statt-mitleid.html


Von Hans Rosling gibt es super Videos bei Youtube, wie falsch die Menschen den Fortschritt einschätzen.

https://www.youtube.com/watch?v=FACK2knC08E&t=2384s
https://www.youtube.com/watch?v=hVimVzgtD6w&t=89s
beides mit deutschen Untertiteln


Ebenfalls gibt es ein tolles Buch von Steven Pinker "Aufklärung jetzt"
https://www.amazon.de/dp/3596030870/?coliid=I1FN74UGHNZLYW&colid=QJDWYN3XCJ3X&psc=1&ref_=list_c_wl_lv_ov_lig_dp_it
Diese Bücher machen Hoffnung und man sieht auf wissenschaftlicher Basis , wie die Welt sich verbessert.



1x bearbeitet

Benutzerbild von Libio
vegan1.287 PostsweiblichBERLINLevel 4
30.08.2023
Zitat Juergen22:
Zitat kilian:
Was hattest du dir denn mit dem Thread erhofft?
Pessimismus? 😟


Nein, etwas mehr Realismus. Und somit bleibe ich weiterhin ratlos.


Jürgen, was meinst du denn mit Realismus?

Kennst du die Forschungen von Rosling und Pinker?

Benutzerbild von Juergen22
Themen-Startervegan188 PostsmännlichLevel 3
30.08.2023
Hallo Libio, mit Realismus meine ich der Realität ins Auge zu blicken, so wie ich die Welt sehe und nicht so wie ich sie gerne hätte. Und da macht es einen Unterschied ob du in einer Großstadt wie in Berlin lebst, oder in einem kleinen Dorf auf dem Land. Ob du die ganzen Zerstörungen ein Leben lang unmittelbar Tag für Tag erlebst, oder nicht.

Ich habe mich mit den empfohlenen Autoren beschäftigt, sind beide nichts für mich.

Nun belassen wir es aber dabei, da ich keine weiteren Aggressionen schüren möchte, es soll jeder in seiner Seifenblase leben, bis diese zerplatzt. Habe kein Interesse daran diese eintönige Harmonie zu stören und werde mich bemühen diesem Vorhaben in Zukunft auch gerecht zu werden.

Benutzerbild von Pee-Bee
vegan617 PostsmännlichOstbayernLevel 3Supporter
30.08.2023
Lieber Jürgen,

ich finde, es bedarf durchaus auch der pessimistischeren Sichtweisen auf die Welt, weil auch das motivieren kann, "trotz allem" weiter zu machen. Klingt paradox, aber zumindest bei meiner Frau und mir ist das so. Allerdings denke ich nicht, dass Du Aggressionen geschürt hast.

Benutzerbild von Juergen22
Themen-Startervegan188 PostsmännlichLevel 3
30.08.2023
Danke Pee-Bee für die aufmunternden Worte. Für Optimisten mag meine Sichtweise pessimistich erscheinen, doch ich betrachte mich als Realist, sozusagen als einer mit offenen Augen, in der Mitte des Geschehens.

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