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Ehrmann bestätigt Anbindehaltung - und täuscht Verbraucher! (Kommentar)

Erstellt 19.06.2024, von kilian. Kategorie: Tierschutz & Tierrechte. 26 Antworten.

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Benutzerbild von Salma
vegan2.492 PostsweiblichBerlinLevel 4
24.06.2024
Zitat kupo:
... ich bin ja schon positiv überrascht, dass sich an die Gesetze gehalten wird.

aber nein, das wird es ja leider nicht...😭

das schreibt foodwatch zur rechtlichen einschätzung der anbindehaltung:

Bis jetzt ist die Anbindehaltung nicht ausdrücklich verboten. Klar ist aber, dass die Anbindehaltung gegen den Grundsatz einer ‘verhaltensgerechten Unterbringung’ nach § 2 Nr. 1 Tierschutzgesetz verstößt [2]. Rinder leben eigentlich auf Weideflächen in sozialen Herden und laufen täglich mehrere Kilometer. All das ist in Anbindehaltung nicht möglich - damit ist diese Haltungsform auch nicht ‘verhaltensgerecht’. Rechtsexperten haben die Haltung sogar als ’regelmäßig strafbar’ bezeichnet.


das tierschutzgesetz wird nur leider selten von unseren gesetzesvertretern verteidigt. auf basis dieses gesetzes könnte sehr viel stärker durchgegriffen werden.

3x bearbeitet

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vegetarisch70 PostsLevel 2
24.06.2024
Zitat Salma:
Zitat kupo:
... ich bin ja schon positiv überrascht, dass sich an die Gesetze gehalten wird.

aber nein, das wird es ja leider nicht...😭

das schreibt foodwatch zur rechtlichen einschätzung der anbindehaltung:

Bis jetzt ist die Anbindehaltung nicht ausdrücklich verboten. Klar ist aber, dass die Anbindehaltung gegen den Grundsatz einer ‘verhaltensgerechten Unterbringung’ nach § 2 Nr. 1 Tierschutzgesetz verstößt [2]. Rinder leben eigentlich auf Weideflächen in sozialen Herden und laufen täglich mehrere Kilometer. All das ist in Anbindehaltung nicht möglich - damit ist diese Haltungsform auch nicht ‘verhaltensgerecht’. Rechtsexperten haben die Haltung sogar als ’regelmäßig strafbar’ bezeichnet.


das tierschutzgesetz wird nur leider selten von unseren gesetzesvertretern verteidigt. auf basis dieses gesetzes könnte sehr viel stärker durchgegriffen werden.


Wir sind uns schnell einig, dass dies schlecht für die Tiere ist und dass es schön wäre, wenn das Tierschutzgesetz hier dementsprechend greifen würde.
Aber es tut es nun mal nicht.


Heute erst wieder in einen Podcast gehört alle wieviel Jahre ein Betrieb ein Milchbetrieb mit einer Kontrolle zu rechnen hat. Im Durchschnitt. Also die die schon mal erwischt wurden oder auf der Route des Kontrolleurs liegen öfter, die die da nicht reinfallen noch viel seltener. Alle 18 Jahre im Bundesdurchschnitt waren es glaub ich. Und alle 48 (!) Jahre in Bayern....

Da ist es einfach gewollt, dass das Tierschutzgesetz nicht greift.

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vegan11 PostsmännlichLevel 1
25.06.2024
Warum interessieren sich die meisten Menschen nicht dafür? Oder wollen es nicht wahrhaben oder lässt es kalt?
Ich habe einmal mit einem älteren (erfahreneren) Arbeitskollegen darüber gesprochen. Er meinte schau Dir doch die Weiden im Allgäu an, das ist doch schön. Und dass Kühe abstillen und man sie jedes Jahr von neuem besamt, wollte er nicht glauben. Letzteres hat er später zugegeben.
In meinem ganzen Bekanntenkreis scheint es völlig normal zu sein Milch und dessen Produkte zu konsumieren und man wird komisch angeguckt, wenn man dagegen etwas sagt. Kinder im Bekanntenkreis werden wie völlig normal so aufgezogen, dass man Milch von einer Kuh braucht. Und jeder denkt das ist alles gut und okay, schließlich sehen die Packungen ja gut aus und ist alles nach Recht und Norm und Tierschutz etc.
Dass Ehrmann die Verbraucher mit der Idylle täuscht ist nicht okay, kann ich aber etwas nachvollziehen, da sie gewinnorientiert sind und weniger mit bio und Nachhaltigkeit zu tun haben. Sie machen ja nichts Illegales und die meisten Menschen stört es nicht.

Kann man diese Welt noch zum Besseren ändern?
So langsam zweifel ich daran solange es keine kritische Masse an einer Gegenbewegung gibt. Man darf nie belehrend mit dem Zeigefinger die Probleme aufzeigen, sondern soll immer höflich und nett bleiben und nur zeigen wie Toll die Alternativen sind?
Dann verstehen es die Leute nicht worum es bei der veganen Bewegung geht und warum es so schlecht sein sollte was sie tagein-tagaus konsumieren.
Ich hoffe die Medien bringen diese Themen mehr in den Vordergrund und damit in die Köpfe der Menschen. Vielleicht gibt es dann strengere Gesetze. Der Markt für Alternativprodukte ist ja da und wird immer besser. Vielleicht muss dann auch Ehrmann etwas an seinen Produktionsmethoden ändern.

Was meint ihr muss passieren, damit sich bei Ehrmann etwas ändert? Oder ist alles so aussichtslos, dass selbst veganer Aktivismus, da eine Nische, wenig bringt?

Benutzerbild von Libio
vegan1.313 PostsweiblichBERLINLevel 4
25.06.2024
Zitat JackyRyan:
Kinder im Bekanntenkreis werden wie völlig normal so aufgezogen, dass man Milch von einer Kuh braucht.
...
Kann man diese Welt noch zum Besseren ändern?


Ich glaube auf jeden Fall, dass sich zumindest in unseren Breiten in Bezug auf Tierqual vieles zum Besseren ändert. Fleisch- und Milchverbrauch gehen zurück.


Es würde auch helfen, wenn Eltern ihren Kindern zuhören, denn viele wollen schon als Kind keine Milch. Mein Bruder und ich wurden mit Milchzwang regelrecht gequält. Mein Bruder hat seit seinem 18. Geburtstag keinen Tropfen Milch mehr getrunken (obwohl er ansonsten Tierprodukte konsumiert), ich habe bis zum Beginn meines Veganwerdens Milch schluckweise im Kaffee gehabt. Wenn ich viel Kaffee mit etwas Milch trank, bekam ich Bauchgrummeln und dachte, es läge am vielen Kaffee, dabei wars die Milch. Hafermilch war eine echte Befreiung fur mich. Die Zusammenhänge hab ich aufgrund meiner Erziehung erst spät sehen können.

Das geht ja nicht nur mir so, dass man das Wissen des vorigen Jahrhunderts unwissentlich nicht hinterfragt. Aber wenn es irgendwann passiert, ist super für Mensch und Tier. Da gibt es dann auch kein zurück. Früher war eben nicht alles besser.



3x bearbeitet

Benutzerbild von Salma
vegan2.492 PostsweiblichBerlinLevel 4
25.06.2024
noch ein informativer fund dazu:
peta hat schon im januar diesen jahres einen artikel dazu verfasst und berichtet, dass sie seit 2022 bereits 70 anzeigen wegen anbindehaltung erstattet haben 👍
https://www.peta.de/neuigkeiten/anbindehaltung-ehrmann/

zitat
Wir von PETA Deutschland haben Anzeige gegen 70 Rinderhaltungsbetriebe in Bayern und Baden-Württemberg erstattet. Als Grundlage dafür berufen wir uns auf aktuelle Fachkommentare und juristische Aufsätze, die bestätigen, dass es sich bei der Anbindehaltung um einen Tierschutzverstoß handelt. Dazu gehören auch Untersuchungen der Bundestierschutzbeauftragten Ariane Kari, deren Ergebnisse unsere jahrelange Forderung untermauern, dass diese besonders qualvolle Haltungsform endlich abgeschafft werden muss.


ich bin sehr gespannt, was die gerichte dazu urteilen.

2x bearbeitet

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vegetarisch70 PostsLevel 2
25.06.2024
Es wurde ja den Leute auch lange genug und mit sehr viel Marketing-aufwand erzählt, dass es richtig und wichtig ist beispielsweise Milch und Milchprodukte zu konsumieren. Das ist zu überschreiben, womit man von klein-auf aufgewachsen ist, ist nicht einfach.
Den Milchgeschichten-podcast fand ich zu dem Thema sehr interessant gemacht, wie die Milch-industrie entstanden ist.

Ich vermute wir alle hier, oder zumindest der größte Teil, hat auch Tierprodukte von klein-auf konsumiert. So war es halt einfach. Und ich glaube nicht, dass meine Eltern dies böse gemeint haben. bzw ich weiß, dass es nicht so ist. Alleine in Ihrer Generation war die Beschäftigung mit dem Thema Luxus. Es gab die Informationen zu deutlich geringerem Maße, es wurde von allen Seiten propagiert, dass es gut und wichtig ist, dass die Kinder Milchprodukte und Fleisch konsumieren, die beiden haben bei drei Kindern Vollzeit gearbeitet damit es ein Dach über dem Kopf und Essen auf dem Tisch gab. Vegan wäre als Begriff vermutlich nicht mal bekannt gewesen und sich aus dem Reformhaus zu ernähren wäre auch nie im Leben hier realistisch gewesen.
Dass man heute Dinge einfach in die Suchmaschine schmeißt, online bestellt oder sogar im Discounter finden ist Luxus. Dass man die Entscheidung für sich selber treffen kann sich vegan zu ernähren ist Luxus der in weitern Teilen der Welt so gar nicht vorhanden ist. Ich würde vermuten wir sind fast die erste Generation und Region in der Wissen, Frieden, Entscheidungsfreiheit und anderes zusammen kommen, so dass es möglich ist Veränderungen in der Breite anzustoßen.

"Warum interessieren sich die meisten Menschen nicht dafür? Oder wollen es nicht wahrhaben oder lässt es kalt?"
Ich glaube hier sind zwei Redewendungen ganz treffend.
"'Tell me and I will forget, show me and I may remember; involve me and I will understand.'" -> Es zu wissen hören oder auch es zu wissen reicht halt nicht. Es stehen dem unglaubliche Marketing Budgets entgegen die dafür sorgen, dass im Supermarkt alles bunt und sauber aussieht, riecht. Es wird Leuten suggeriert, der Kauf von diesem Fleischprodukt ist gut fürs Tierwohl. Also das tote Tier nicht zu kaufen ist dann ja schon moralisch verwerflich, man will ja etwas fürs Tierwohl tun.
Und als zweites, jeder Mensch ist anders.

Ich glaube nicht, dass ich jemals in einer veganen Welt leben wird. Das kann ich akzeptieren. Anders lässt es sich nicht aushalten. Auch das ist schon ein Teil des Problems, klar. Aber ich hab die Kraft nicht.
Wenn man dies für sich akzeptiert, geht es nicht um alles oder nichts, sondern um wie man in der real-existierenden Welt es ein Stück besser machen kann. Und da gibt es mehr als genug zu tun.

Ein weiteres Problem ist auch, dass es zu viele Probleme in der Welt gibt. Man kann nicht alles verstehen, sich überall engagieren. Ich kann jeden verstehen, der vor Problemen die Augen verschließt, weil er/sie es sich schlicht nicht aushalten würde. Es ist menschlich. Leider.


Es bleibt ja nichts, außer weiter zu machen, Lösungen zu erarbeiten, positiven Veränderungen nicht im Weg zu stehen, den Teil den man unterstützen kann auch zu unterstützen. Ich glaube auch, die Richtung stimmt. Nur das Tempo und der Startpunkt ist nicht ausreichend/erschreckend.

Benutzerbild von Crissie
vegan856 PostsweiblichLevel 4Supporter
26.06.2024
Man kann übrigens auf der Website von Ehrmann über die Kontaktseite die Molkerei höflich bitten, die Milch von diesen Höfen nicht mehr anzunehmen.
Und es gibt auch eine Tel. Nr. 0800-3476266.

Und auch andere Molkereien sollte man anschreiben, denke ich.


Der Konsument hat manchmal mehr Macht als die Politik.



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