Plakat zeigt Hintergründe von Kuhmilch - und erntet Agrar-Shitstorm

Ein Plakat in Hamburger S-Bahnen rüttelt Verbraucher auf
Ein Plakat in Hamburger S-Bahnen rüttelt Verbraucher auf Bild: Vegetarische Initiative e. V. (bearbeitet)

In den Hamburger S-Bahnen ist derzeit ein Plakat zu sehen, das erklärt, wie Tiere in der Milchproduktion leiden müssen.

Das Plakat zeigt ein Kälbchen hinter Gitterstäben. Darunter ein erschütternder Text.

"Wussten Sie..." lautet der Titel des Plakats. Darunter mehrere Fakten die erklären, dass für Milch und Käse Kälbchen sterben.

Man erfährt, dass Milchkühe nach ca. 4 Jahren ausgezehrt sind und im Anschluss geschlachtet werden.

Zudem ist zu lesen, dass Mutterkuh und Kälbchen nach der Geburt voneinander getrennt werden und noch tagelang nacheinander rufen.

Darunter steht groß: "Was tun wir ihnen an?"

Die Plakat-Aktion wurde von der Vegetarischen Initiative e. V. initiiert. Einer Organisation, die jedes Jahr ähnliche spendenfinanzierte Plakat-Aktionen schaltet, um auf die Tierquälerei aufmerksam zu machen.

Und leider hat die "Vegetarische Initiative" recht. Es ist die Wahrheit.


Hier das Plakat (anklicken für die große Darstellung).

Dieses Plakat erntete einen Agrar-Shitstorm
Dieses Plakat erntete einen Agrar-Shitstorm Bild: Vegetarische Initiative e. V.

Faktencheck: Sagt das Plakat die Wahrheit?

Damit Kühe Milch geben, müssen sie erst ein Kalb zur Welt bringen. Wie bei anderen Säugetieren auch.


Jedes Jahr wird eine Milchkuh künstlich geschwängert und bringt 9 Monate später ein Kalb zur Welt. Andernfalls würde der Milchfluss abnehmen und versiegen.

Die Kälbchen aus der Milchproduktion werden kurze Zeit später getötet. Die Kälbchen sterben für die Milchproduktion. Hier erfährst du, warum Kühe und Kälbchen für Milch sterben.

Für die Fleischproduktion werden andere Rassen genutzt, die mehr Fleisch ansetzen.

Doch obwohl das Plakat die Wahrheit sagt, haben Bauernverbände jetzt wieder einen Shitstorm ausgelöst.

Sie sprechen von "üblem Bauern-Bashing" und behaupten, das Plakat wolle Bauern bloßstellen.

Und sie behaupten, das Plakat würde die Unwahrheit sagen. Denn die Kälbchen würden gar nicht sofort getötet, sondern erst wenn sie einige Monate alt seien.

Das ist jedoch falsch beziehungsweise grob irreführend.

Kälbchen aus der Milchproduktion sind auf dem Markt nichts wert. Um das Geld für Futter zu sparen, werden sie früh getötet (illegal auf dem Hof, oder im Schlachthof). Bild: pixabay.com

Agrar-Verbände wollen die Wahrheit verbergen

Kälbchen aus der Milchproduktion bringen auf dem Markt fast kein Geld. Manche Landwirte wollen sich das Geld für das Futter sparen und erschlagen die Tiere - illegal! Hier eine Doku vom NDR zum Thema!

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In der Rindermast kommen andere Rassen zum Einsatz, die mehr Fleisch ansetzen. In dem Fall leben die Kälbchen länger.

Wieder einmal können die Agrar-Verbände die Kritik nicht annehmen. Und sie bezichtigen ihre Kritiker als Lügner, indem sie zwei unterschiedliche Themen vermischen. Dabei kennen sie die Wahrheit selbst am besten!

Wollen sie, dass Verbraucher weiterhin nichts von der Quälerei und dem Töten erfahren - und weiterhin den Werbebildern von glücklichen Kühen glauben?

Damit die Wahrheit siegt, haben wir zahlreiche Fakten rund um Milch gesammelt:

Und wir zeigen dir, wir du Milch einfach pflanzlich ersetzen kannst.

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Kilian Dreißig
KILIAN DREIßIG
Vegane Lebensweise vereint Klimaschutz, Tierschutz und Lebensqualität. Gute Gründe für mich, diese Vorteile auf Vegpool bekannter zu machen.


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Agrar-Shitstorm für Kälbchen-Plakat
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Letzter Beitrag: 02.12.2020, 20:46 Uhr



Schlagworte: Milch Tierquälerei Protest Käse Tierhaltung Tierschutz kontrovers
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