Agrar-Industrie empört sich über Werbespot von Katjes
Der Süßigkeitenhersteller Katjes hat vegane Schokolade auf den Markt gebracht: "Chocjes". Statt Kuhmilch kommt Haferdrink zum Einsatz. Ganz tierfreundlich also. Und damit wirbt Katjes im aktuellen Werbespot.
Für die Verbände der Industrie-Bauern ist die vegane Schoko-Werbung von Katjes indes ein Dorn im Auge. Denn sie spricht an, dass für Milch Tiere gequält werden. Und dass es tierfreundliche, vegane Alternativen gibt.
Nun ist es keine große Neuigkeit, dass für Milch Kälbchen getötet werden. Dass die Kühe jährlich befruchtet werden, damit der Milchfluss nicht versiegt. Denn wie bei Menschen beginnt der Milchfluss auch bei Rindern erst nach einer Geburt.
Nach etwa 4-5 Jahren endet das Leben der Milchkühe auf dem Schlachthof. Oft haben sie dann bereits gebrochene Becken und gerissene Sehnen von den jährlichen Geburten. Unser Foto-Vergleich zeigt die Folgen der Milchindustrie für die Tiere.
Was für viele Menschen wie ein grauenvoller Horrorfilm erscheint (und stark an die Zeichentrick-Szenen im Werbespot erinnert), ist für die Kühe in der Milchindustrie Normalität. Subventioniert aus Steuergeldern, die die Landwirte den marktwirtschaftlichen Zwängen entheben (ein bisschen wie im Kommunismus). Auch Vegetarier und Veganer müssen mitbezahlen.
Immer mehr Menschen treffen daher eine Entscheidung, die allen Tierquälern in Deutschland die Wut ins Gesicht treibt: Sie leben vegan.
Auch Katjes hat den veganen Trend erkannt und vegane Schokolade entwickelt, die in einem aktuellen Fernsehspot folgerichtig auch als tierfreundlich beworben wird.
Warum auch nicht, wenn es doch der Wahrheit entspricht!
Doch aus Sicht der übermächtigen Agrar-Lobby in Deutschland darf es offenbar nicht sein, dass man in der Öffentlichkeit als Tierquälerei bezeichnet, was Tiere quält. Dass man auch öffentlich sagt: Die Kuhmilch im Supermarkt kommt aus Tierquälerei. Und ja, es gibt gute Alternativen.
Als würden Journalisten es nicht wieder und wieder aufdecken. Als wäre es so schwer, die Zusammenhänge zu recherchieren.
Und Milch ist auch voller Eiter, aber das ist ein anderes Thema.
Wie zu erwarten, haben die Verbände der Agrar-Industrie wieder ihr altbekanntes Jammerlied angestimmt. Die Werbung von Katjes würde "die Bauern" verunglimpfen, kritisieren sie.
Was natürlich nicht stimmt, denn zu "den Bauern" gehören auch Obst-, Gemüse- und Getreidebauern, die den Spot wahrscheinlich genauso harmlos finden, wie er ist. Man ist ja nicht dazu gezwungen, Tiere zu quälen.
Der Spot verunglimpft niemanden. Er vermittelt einfach nur, dass jedes Leben wertvoll ist und dass Kühe keine Milchmaschinen sind. Die Show der Industrie-Bauern geht am Inhalt des Werbevideos also völlig vorbei. Und sie hat genau einen Zweck: Sie möchte Veganer und Tierfreunde in Misskredit bringen - und eine öffentliche Diskussion verhindern.
Wer sich derart über Tierfreundlichkeit und vegane Schoko empört, hat offenbar etwas zu verbergen!
Doch die Kritik geht offensichtlich nach hinten los: Das Video hat auf Youtube richtig viele Fans gewonnen! Und erst durch die Kritik der Agrar-Marketing-Experten kommt so richtig Fahrt in die Debatte. Falls die Werbe-Planer von Katjes (die Berliner Werbeagentur Antoni) das geahnt haben, haben sie echt einen Preis verdient!
Und deshalb feiern wir den - eigentlich gar nicht sooo aufregenden - Katjes-Werbespot. Weil er halt einfach ehrlich ist - und weil Ehrlichkeit in der Tierindustrie längst verloren gegangen ist. Und ja, die vegane Schokolade werden wir hier in Kürze ebenfalls vorstellen. Update: Hier unser Testbericht.
Veröffentlichung:
Autor: Kilian Dreißig