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Ist Brot eigentlich immer vegan? Welche Brotsorten?

Welches Brot vom Bäcker können Veganer essen? Wann ist Brot vegan? Bild: pixabay.com

Ist Brot eigentlich vegan? Welche Sorten Brot können Veganer essen? Worauf sollte man beim Bäcker (oder auch im Supermarkt) auf der Suche nach veganem Brot achten?

Die Frage nach veganem Brot gehört zu den wichtigsten Fragen, die sich Vegan-Umsteiger stellen, deshalb dieser Artikel!

Hier findet ihr die Antworten - und Tipps, auf die ihr beim Kauf von veganem Brot achten solltet.

Deutschland gilt international als eine Art Brot-Nation. In kaum einem Land gibt es so viele verschieden Sorten Brot!

Die gute Nachricht: Veganes Brot herzustellen ist kein Hexenwerk. Traditionell gebackenes Brot besteht ohnehin aus Getreide, Hefe, Wasser und Salz. Dazu ein bisschen Sorgfalt und ein bisschen Liebe. Auch das vegan.

Hefeteig ist in der Regel vegan - allerdings leider nicht immer. Bild: pixabay.com (bearb.)

Je nach Kreativität und Geschmack kommen noch Sauerteig, Saaten, Schrot und manchmal auch Nüsse mit dazu. Auch das ist alles vegan.

Und doch ist Brot nicht immer vegan. Traditionelles Handwerk gibt es kaum noch. Die meisten Bäcker verwenden heute Zusatzstoffe wie z. B. technische Enzyme und Mehlbehandlungsmittel. Zusatzstoffe, die allerdings selten beworben werden.

Das ist nicht zwingend tierisch oder gar schädlich. Aber es zeigt, dass wir auf unsere Vorstellung von traditioneller Backkunst nicht immer vertrauen sollten.

Folgende Tierprodukte können in Brot und Brötchen vorkommen (Beispiele):

  • Milch,
  • Quark,
  • Eier (in manchen Brioche-Broten),
  • Schweineschmalz,
  • Honig (z. B. in Backferment),
  • L-Cystein (Mehlbehandlungsmittel, E 920), kann aus Schweineborsten gewonnen werden,
  • ...

Manche Tierprodukte gelten als wertgebend, andere sind einfach nur dazu da, um möglichst billig zu produzieren.

Frisches Sauerteigbrot
Enzyme und Zusatzstoffe ersetzen traditionelles Handwerk immer öfter. Bild: pixabay.com

Veganes Brot kaufen: Darauf solltet ihr achten

Die meisten Brotsorten in Deutschland sind vegan. Viele Bäckereien in Deutschland kennzeichnen ihre veganen Brote und Brötchen mittlerweile mit einem Vegan-Symbol. So erkennen nicht nur Veganer, welche Brote und Brötchen sie essen können. Auch Allergiker profitieren von diesen Informationen. Den Mitarbeitern spart das Zeit, gerade in den Stoßzeiten. Eine Win-Win-Situation!

Doch auch nicht-gekennzeichnetes Brot ist in den meisten Fällen vegan. Häufiges Problem: Mitarbeiter wissen selbst nicht, ob Brot und Brötchen vegan sind - und welche Sorten das sind. Die meisten haben mit der Herstellung von Brot nichts zu tun. Sie verkaufen nur das Brot, das ihnen aus der zentralen Fabrik geliefert wird. Für Schulungen ist oft kein Geld da.

Erfahrungen unserer Leser zufolge kommt es daher öfter vor, dass Mitarbeiter behaupten, alle Brote und Brötchen enthielten Milch und Ei. Sie wissen es nicht besser. Zum Glück ist diese Auskunft selten wahr und es lohnt sich, genauer nachzufragen und sich ggf. die Zutatenliste aushändigen zu lassen.

Baguettes
Bäckereien beschäftigen nur noch selten echte Fachverkäufer. Bild: pixabay.com (bearb.)

Zum Glück gibt es in den meisten Bäckerei-Filialen Ordner mit Zutaten- und Allergen-Listen. Manchmal liegen diese öffentlich aus, manchmal werden diese erst auf Anfrage herausgegeben. Auch in Supermärkten und Discountern sind die Zutaten von Broten und Brötchen entweder direkt am "Brötchenknast" deklariert, oder aber in einem separaten Ordner.

Leider gibt es noch viele Gerüchte und Fehlinformationen rund um veganes (oder nicht-veganes) Brot. Ein paar Beispiele:

  • Irrtum 1: Vollkornbrot ist immer vegan. Falsch. Auch Vollkornbrot kann Tierprodukte enthalten. Bekannt ist z. B. Brot mit Quark, Brot mit Backferment.
  • Irrtum 2: Sauerteig ist nicht vegan, wegen der Bakterien darin. Sauerteig wird durch Milchsäure-Bakterien gebildet. Bakterien gehören nicht zu den Tieren und sind nicht empfindungsfähig. Sauerteig ist vegan, solange er nicht mit Tierprodukten wie z. B. Milch zubereitet wurde.
  • Irrtum 3: Hefe ist nicht vegan. Bei Hefe handelt es sich um Lebewesen aus dem Reich der Pilze. Hefe ist eindeutig vegan.
  • Irrtum 4: Veganes Brot darf auch keine Spuren von Tierprodukten enthalten. Den meisten Veganern geht es darum, dass keine Tierprodukte absichtlich zugefügt werden. "Spuren" von Tierprodukten spielen allenfalls für Allergiker eine Rolle. Siehe auch: Sind "Spuren von Tierprodukten" vegan?

Unser Tipp: Wenn ihr veganes Brot kaufen wollt, fragt direkt danach. Die Nachfrage zeigt, dass Interesse besteht. Je öfter die Frage gestellt wird, desto selbstverständlicher werden Vegan-Kennzeichnungen am Brotregal.

Und: Bitte bedankt euch, wenn ihr eine freundliche Beratung erhalten habt, oder wenn eine Filiale ihr veganes Sortiment bereits kennzeichnet.

Update: Wir haben den Artikel am 5.10.2022 überarbeitet.

Veröffentlichung:

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Veganes Brot - worauf achten? Was sind eure Erfahrungen?
Letzter Beitrag: 25.08.2023, von Dana.

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Autor: Redaktion

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