Was ist Gelatine eigentlich genau? Die (unappetitlichen) Hintergründe!

Gelatine ist ein Geliermittel, das ihr wahrscheinlich vor allem aus Gummibärchen, Weingummi und Co. kennt.
Produkte, die häufig Gelatine enthalten, sind etwa Torten und Kuchen, Götterspeise, Puddings, Mousse au Chocolat, Lakritze, Schaumküsse, Eiscreme und Marshmallows.
Gelatine wird auch als Trägerstoff für Farb- und Aromastoffe eingesetzt. Manche Keltereien verwenden Gelatine etwa dazu, um Säfte und Weine zu klären (zu "schönen").
Doch was ist Gelatine genau? Woraus besteht sie? Und warum ist Gelatine eigentlich weder vegetarisch, noch vegan?
Das müsst ihr über Gelatine wissen!
Gelatine wird aus Schlachtprodukten hergestellt. Meistens aus Körperteilen von Rindern oder Schweinen, gelegentlich auch aus Fisch und Geflügel. Im Wesentlichen besteht Gelatine aus Kollagen, also aus tierischen Proteinen, die etwa im Bindegewebe vorkommen.
Unternehmen sagen häufig, dass Gelatine ein Restprodukt wäre. In Wahrheit ist Gelatine kein Abfall, sondern ein wirtschaftliches Nebenprodukt im Schlachthof. Es finanziert die Haltung und Tötung von Tieren – genauso wie der Kauf von Fleisch.

Gelatine ist nicht vegan - auch nicht als "Blattgelatine"
Gelatine wird in unterschiedlichen Formen angeboten, meist gemahlen als Pulver. Auch "Blattgelatine" ist (anders als ihr Name es vermuten lässt) nicht vegetarisch oder vegan. Sie heißt nur so, weil sie zu dünnen Schichten ("Blättern") gepresst wird.
Allerdings gibt es durchaus gute pflanzliche Alternativen zu Gelatine, die dann allerdings nicht "Gelatine" heißen.
Pflanzliche Alternativen zu Gelatine
Vegetarische und vegane Alternativen für Gelatine sind je nach Anwendung
- Pektin
- Agar Agar
- Sago
- Stärke
Wir haben den pflanzlichen Alternativen zu Gelatine einen eigenen Artikel gewidmet! Viele pflanzliche Geliermittel sind Gelatine auch in technischer Sicht überlegen. Sie sind allerdings oft etwas teurer.
Gelatine ist auch deshalb so billig verfügbar, weil die Tierproduktion massiv mit Subventionen gefördert wird. Als Steuerzahler bezahlen wir also mit, dass Gelatine billiger verkauft werden kann als pflanzliche Alternativen.

Gelatine muss nicht immer deklariert werden
Ob ein Produkt mit Gelatine hergestellt wurde, sieht man nicht unbedingt auf der Zutatenliste. Setzt eine Kelterei oder ein Weingut Gelatine ein, um Wein oder Saft von Trübstoffen zu befreien, muss das nicht gekennzeichnet werden. Gelatine gilt hier als Hilfsstoff. Im Produkt verbleiben dann allenfalls kleine Spuren.
Weil es vielen Menschen aber nicht nur darum geht, ob Gelatine im Produkt enthalten ist (sondern vielmehr: ob sie verwendet wurde), haben viele Hersteller begonnen, ihre Weine und Fruchtsäfte zu kennzeichnen, wenn diese vegan sind. Das Vegan-Siegel macht in diesen Produktkategorien also tatsächlich Sinn!
Begriff und Verschreiber
Gelatine wird sehr häufig "Gelantine" genannt. Richtig ist der Begriff "Gelatine" (ohne N in der Mitte).
Update vom 27.1.2025: Wir haben den Artikel überarbeitet und ergänzt.
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