Veganismus / Postmaterialismus

Erstellt 16.08.2016, von kilian. Kategorie: Allgemein vegan. 7 Antworten.

Veganismus / Postmaterialismus
16.08.2016
Hallo,
ich meine manchmal, eine Korellation zwischen Veganismus und Postmaterialismus beobachten zu können.

Postmaterialismus bedeutet, dass einem Besitz weniger wichtig ist als Nutzen. Man nutzt lieber Car-Sharing und verzichtet aufs eigene Auto. Man investiert Geld lieber in Bildung oder Urlaub als in Haus und Pool. https://de.wikipedia.org/wiki/Postmaterialismus

Wie seht Ihr Eure eigene Situation? Habt Ihr lieber große materielle Besitztümer, oder tendiert Ihr eher in Richtung Nutzung ohne Besitz?

Edit: Postmaterialismus bedeutet nicht armut. Man nkann durchaus Geld besitzen. Es geht nur um die Ziele und das, was einem wichtig ist.

Viele Grüße

Kilian
2x bearbeitet

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16.08.2016
Also für mich ist meine Familie der wichtigste Besitz. Besser gesagt meine Kinder (wenn ich das Wort "Besitz" in dem Zusammenhang mal ausnahmsweise benutzen darf) und für selbige lohnt es sich dann auch zu investieren. Materielle Besitztümer sind da erstmal zweitrangig würde ich sagen.

VlG :-)
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16.08.2016
Ich mag meine Sachen schon lieber mein eigen nennen, wie zum Beispiel mein Auto. Allerdings brauch ich nicht zig Dinge, um glücklich zu sein. Also keine 10 verschiedenen Küchenmaschinen zb oder einen Wäschetrockner, der für mich nur ne Energieschleuder ist. Mein Eigentum soll in erster Linie nützlich sein, und muss daher weder schön sein und darf nicht sinnlos im Weg rumstehen. Ich hab lieber wenige Dinge und halte diese in Ehren bzw kümmere mich gut darum, sodass sie lange halten.
Lg
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16.08.2016
Theoretisch würde mir Nutzung ohne Besitz ausreichen, aber die Sharing-Idee muss sich noch viel mehr ausweiten, bis sich das auch finanziell lohnt. Waschsalon z.B. ist teurer, als die Maschine Zuhause. Aber ganz klar: ich brauch weder eine eigene Bohrmaschine noch ein eigenes Auto.
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16.08.2016
Zum Teil ist das ja üblich, nicht besitzen sondern ständig bezahlen:

-Miete von Wohnungen. Wer nicht mehr kann, sitzt eben auf der Straße. Wobei hier die Gesellschaft noch einspringt, so man sich ihren Zwängen beugen kann.
-Internet und Telefon.
-Neuerdings hat man auch kein lebenslanges Lizenzrecht mehr auf Software. Wer nicht bis zum Tod bezahlt kann eben seine Dateien nicht mehr nutzen.



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16.08.2016
Ich hatte nicht so sehr an Miete/Leasing gedacht, sondern an Sharing. Pumpipumpe aus der Schweiz ist da ein schönes Beispiel.
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17.08.2016
Hi Kilian,

ich kann jetzt nur von mir alleine sprechen: Mir ist der Besitz wichtiger als der Nutzen. Das heißt, dass ich lieber ein Haus ab bezahle als in den Urlaub zu fahren.

Abgesehen von einer Immobilie würde ich nie Schulden machen, um etwas besitzen zu können. Ich würde kein Auto auf Pump kaufen und auch sonst nichts, sondern immer nur soviel wie ich mir leisten kann.


Der Postmaterialismus spiegelt den Trend des "Aufräumens" wider. Hierzu gibt es momentan viele Bücher und Artikel, die dazu anleiten, sich von unnötigem "Ballast" und Besitztümern regelrecht zu befreien. Allen voran Marie Kondos "Magic Cleaning" (ich habe es - noch - nicht gelesen). Und ich denke, jeder kennt das befreiende Gefühl, Altes los zu werden. Ich verkaufe einmal im Jahr unsere Klamotten und alten Sachen (Spielsachen etc.) auf dem Flohmarkt und das ist wirklich toll. Man atmet wieder durch.


Ich denke, dass es nach dem Krieg vielleicht wichtig und modern war, Besitztümer anzuhäufen, sich wieder auszustatten und zu dekorieren (Haus, Garten, sich selbst). Jedoch mittlerweile sind wir im Westen übersättigt und neue (alte) Ideen wie das "Sharing" helfen, dieses cleane Gefühl zurück zu gewinnen.


Grüße
Medi
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18.08.2016
Ein spannendes Thema! Ich erlebe bei mir, dass es sich seit Jahren verändert. Früher wollte ich stets alles mein eigen nennen: jedes Buch das ich laß und jeden Film den ich sah auch auf DVD haben usw. Dies hat sich mittlerweile durch einen Bewusstseinswandel verändert und ich bin bei eBay Kleinanzeigen seit geraumer Zeit sehr aktiv und verkaufe nach und nach Dinge, die ich nicht mehr benötige - versuche auch nicht ständig etwas nachzukaufen, sondern mir über alternative Beschaffungswege benötigtes zu besorgen (z. B. habe ich mein Bett aus dem Gebrauchtwarenhof, als ich damals dringend ein Neues benötigte - top teil, Massivholz, dem fehlt gar nichts!). Die Frage "brauche ich das wirklich?" hat sich bei mir eingebrannt. So kommt es manchmal bei Käufen auch zu einer Antwort ala: "Das möchte ich mir jetzt leisten, auch wenn ich es nicht benötige" - aber eben mit einem klaren Bewustsein dafür.

Beim Thema Geld und der Wahl der richtigen Bank ist es bei mir auch so, dass ich lieber weniger Zinsen dafür bekomme und sicherlich auch mehr Kontoführungsgebühren bezahle - dafür aber weiß, dass mein Geld (auch wenns nicht allzu viel ist) nicht in Kinderarbeit, Rüstungsindustrie, Gentechnik, Atomkraft und solchen Dingen investiert wird. Stattdessen werden Bio-Bauernhöfe, die Energiewende und soziale Einrichtungen davon finanziert. Ich denke das könnte hier ein weiteres Beispiel sein, wo Besitz (Zinserträge, Zugewinne) weniger wichtig sind als der Nutzen (sozial-ökologisches Wirtschaften unterstützen).
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