Mein Weg zur veganen Lebensweise

Erstellt 10.01.2016, von Diego. Kategorie: Allgemein vegan. 73 Antworten.

Mein Weg zur veganen Lebensweise
10.01.2016
Ich dachte, ich könnte hier über meine Erfahrungen, Erlebnisse, Fortschritte, aber auch Rückfälle schreiben, die ich bei meinem, vor kurzem gestarteten, neuen Versuch vegan zu leben, haben werde.

Wie ich in meiner Vorstellung schon schrieb, gab es bereits mehrere Versuche, aber scheinbar habe ich mich immer zu sehr selbst unter Druck gesetzt, und irgendwann frustriert aufgegeben. Dieses Mal will ich es lockerer angehen, und versuchen, meinem Ziel über den Zwischenschritt als Vegetarier, näher zu kommen, bzw es irgendwann zu erreichen. Ich werde mir keine zeitliche Vorgabe setzen, und mich auch über Rückschläge nicht ärgern. Denn die wird es geben, so gut kenne ich mich. Leider ist ja der Konsum von tierischen Produkten tief in unserer Gesellschaft verankert. Man wächst damit auf, dass es völlig normal ist, Fleisch und andere tierischen Produkte zu essen, dass " die guten Schuhe" aus Leder sind, und auch das Vorurteil, dass Motorradkleidung aus Leder besser schützt, als textile Kleidung, hielt sich lange.
Ich hab damals, als ich noch ein Motorrad hatte, auch lange nach einer coolen Lederkombi gesucht, aus genanntem Grund. Zum Glück passten mir die gängigen Grössen nicht, und ich musste aus finanziellen Gründen auf textile Klamotten zurückgreifen. Die waren wenigstens wasserdicht! Und sahen genauso cool aus, und waren ebenso sicher, wie die aus Leder.

Aber jetzt zu meinem Versuch vegan zu werden:

Ich hatte im Gefrierschrank noch eine Pizza mit Salami und ein Pfund Hack, beides wurde inzwischen vernichtet ( gegessen), das Hack gestern und heute in Form von Frikadellen. Ich steh ja irgendwie auf Frikadellen. Dachte ich zumindest. Sie waren schon lecker und so, aber irgendwie war ich auch froh, als sie weg waren. Habe sogar noch welche meinen Nachbarn gegeben. Warum? Ich weiss es nicht. Ich vermute aber, dass sich meine Einstellung zum Fleischkonsum schon so weit verändert hat, dass ich Fleisch nicht mehr geniessen kann. Das ist gut so! :D

Wenn ich Tagdienst habe, der über 12 Stunden geht, nehme ich mir meist etwas zu essen für die Mittagspause mit. Da man im Rettungsdienst aber nie weiss, wie lange die Pause dauern wird, Notfälle sind ja nicht planbar, muss es etwas sein, was schnell geht. Meistens greife ich daher auf Fertigfutter für die Mikrowelle zurück. Und meistens bereue ich es dann, weil es nicht schmeckt. Einmal habe ich mir durch eine Tiefkühllasagne (ja, mit Fleisch) eine leichte Lebensmittelvergiftung zugezogen.


Für die letzten beiden Tagdienste kaufte ich mir bei LIDL vegetarische Lasagne und vegetarisches Chili sin Carne, beides für die Mikrowelle, und beides mit Soja-Hack. Das Chili schmeckte recht lecker, es ist Reis dabei. Würde ich wieder kaufen, denke ich. Die Lasagne schmeckte dagegen irgendwie nicht, ich kann nicht sagen, woran es gelegen hat. Jedenfalls habe ich nach der Hälfte der Portion kapituliert.

Ansonsten habe ich mir bei Smilefood etwas bestellt: vegane Merguez (die scharfen Bratwürste, die es oft in Frankreich gibt), veganes Gyros und veganes Hack.
Die Merguez will ich, möglichst stilecht mit frischem Baguette und dem scharfen Dijonsenf von Amora essen. Zum Gyros soll es Krautsalat und Zaziki geben, und Fladenbrot. Falls jemand ein gutes, veganes Zaziki kennt, oder ein Rezept hat, ich bin offen dafür! Ansonsten gibts das "normale" Zaziki von Apostels. Mit dem Hack habe ich was besonderes vor.

Und zwar habe ich, als ich in Frankreich gearbeitet hab, öfter bei Dominos Pizza bestellt. Da gibt es die Pizza Australienne, auf der ist BBQ-Sauce, rote Zwiebeln, frische Champignons, Rinderhack, Mozzarella und Creme fraiche. Ich hab die Pizza schon öfter nachgekocht, sie schmeckt zwar nicht genau wie das Original, aber schon recht nah dran. Das Rinderhack will ich nun durch das Sojahack ersetzen, den Mozzarella evtl durch veganen Käse, und falls sich vegane Creme fraiche findet... Vielleicht mach ich aber auch erstmal stufenweise ( ich ess die Pizza voll gern), also erstmal nur das Hack ersetzen, beim nächsten Mal dann die Creme fraiche, beim dritten Mal auch den Käse, oder so.
Falls was brauchbares dabei rauskommt, würde ich das Rezept hier im Forum posten.

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10.01.2016
Hey Diego,

schön von dir zu hören.
Ich finde deine Überlegungen klingen doch schon sehr gut.
Da bin ich total optimistisch, dass du deinen Weg findest.
Und das du uns immer berichtest wie es dir geht ist auf jeden Fall eine gute Idee.
Für dich ist das bestimmt auch nochmal ein zusätzlicher Ansporn.
Aber wie du schon richtig gesagt hast, lass dich niemals entmutigen.
Ansonsten kannst du nur gewinnen. :D

Liebe Grüße

Caro
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10.01.2016
Hallo Diego
Ich sehe du hast deine Linie noch nicht gefunden aber du schaffst es und du bist hier gut aufgehoben
. Auch ich hatte Anfangsschwierigkeiten.Wenn du überzeugt bist welche Vorteile die vegane lebensweis für deine Gesundheit, für den Hunger in der welt,das Tierleid und die Umweltzerstörung durch die Massentierhaltung erkannt hast gibt es kein zuruck. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem neu eingeschlagenen Weg umsere Unterstützung hast du.
LG vollie
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10.01.2016
Hallo Diego. Klingt super :thumbup:
bei so einem Job mit Schichtarbeit muss man eben planen und sein essen selbst mitbringen.

es gibt im denns Biomarkt veganen frischkäse und vegane saure sahne (ist ja so wie Creme fraiche) von soyana (gibt's auch im Internet zu kaufen).
Die Marke soyana kann ich sehr empfehlen, habe daraus auch schon mal einen veganen Käsekuchen gemacht, der sehr gut angekommen ist (es wusste keiner dass es vegan war :green: )

Diese Entwicklung die du erzählst von deinen Fleisch Gerichten und dass du sogar etwas verschenkt hast kenne ich.
das Unterbewusstsein hat sich eben schon verändert.
bei mir war das in der Vegetarier Zeit irgendwann mit Käse so.
Und dann hab ich den Käse nicht mehr gegessen und es ist mir überhaupt nicht (mehr) schwer gefallen :thumbup: :clap:

Berichte uns weiter wie es bei dir läuft/gelaufen ist! Interessiert mich sehr.

LG SariK
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12.01.2016
Gestern hatte ich einen ungewollten Rückfall, ich nenne es einfach mal eine Verkettung doofer Umstände. Eigentlich wollte ich mich mit einem Freund treffen, dessen Freundin Vegetarierin ist, und sie wollte für uns alle etwas leckeres kochen. In meinem Kühlschrank wiederum herrschte Ebbe. Ich hatte mit meinen Nachbarn, die kein Auto haben, ausgemacht, dass ich heute mit ihnen zusammen einkaufen fahre. Im Gegenzug passen die auf meine Katzen auf, wenn ich mal nicht da bin.

Dann sagte der Freund spontan ab, und ich wusste nicht, was ich essen sollte, denn, es war ja nix da. Vom Nachtdienst war ich eh noch Matsch in der Birne, daher hatte ich auch keinen Elan, wegzufahren und einkaufen zu gehn. Als dann meine Nachbarn fragten, ob ich auch einen Döner bestellen will, sagte ich ja. Und bereute es sofort. Aber ich musste ja was essen. Und Döner ist ja eigentlich ganz lecker. Oder doch nicht?


Ich habe nach der Hälfte aufgehört ihn zu essen, es war nicht der Geschmack, es war mein Gewissen. Glaube ich.


Heute dann einkaufen. Habe alles für die Pizza gekauft, und nur für so Notfälle wie gestern 2 Pizzas mitgenommen und im Gefrierschrank deponiert. Hatte auch nach vegatarischer Pizza gekuckt, aber ich mag weder rohe Tomaten (sicheres Brechmittel, die gehen nur als Sauce oder Ketchup), noch Auberginen und Artischocken. Aber all das werfen die Hersteller auf diese Pizzen. Bliebe noch ne Margerita und den Rest selbst belegen. Aber ich wollte mich ja nicht unter Druck setzen. Und werde nun das Gefühl nicht los, ich tu es trotzdem, indem ich ständig denke, wie inkonsequent ich war.
Dafür kaufte ich dann aber veganen Joghurt von Alpro mit Pfirsichgeschmack,der ist nämlich echt lecker.

Habe dann heute das Gyros gemacht, da ich kein veganes Zaziki finden konnte, obwohl Edeka eigentlich viele Veggie und Veganen Sachen hat, nahm ich das von Apostels. Dazu Krautsalat und Fladenbrot. Das Gyros war das spicy Veggie Gyros von Viana. Ich hab noch Zwiebeln dazu geschmort. Natürlich schmeckt es schon anders als Gyros aus Fleisch, aber von der Konsistenz her ist es genauso. Ich fand es trotzdem lecker und werde es wieder machen. Für morgen ist noch was über.

Apropos Gyros: das mieseste Gyros meines bisherigen Lebens habe ich in einem griechischen Restaurant gegessen. Das Fleisch war so trocken, ich vermute, es hat beim zubeissen gestaubt.

Und sagte ich schon, dass ich eigentlich gar nicht kochen kann?
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12.01.2016
Na und, dann ist es eben passiert. Mach dich nicht verrückt deswegen! :crazy: :D Es bingt ja nichts, wenn du dich ewig schlecht fühlst.

Und kochen kann jeder. ;) Man muss nur klein Anfangen. Und außerdem hast du doch Gyros gemacht. Das ist doch Kochen! :) Es gibt tolle einfache vegane Rezepte im Internet. Und hier auf der Seite und im Forum findest du bestimmt auch was. Viel Erfolg!

Viele Grüße
Jonna
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12.01.2016
Hallo Diego !

Deine Schilderungen erinnern mich an meine Anfangsveganzeit.

Ich finde Du hast jetzt gut vorgesorgt.

Am Anfang konnte ich super Kochen und Backen , aber vegan ueberhaupt nicht , schmeckte oft schrecklich.

Hier im Forum habe ich viele Raffinessen des veganen Kochens gelernt und bin ueberzeugt " Du schaffst es auch.

Uenterstuetzung bekommst Du hier immer.

♡lichst

Kleeblatt

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12.01.2016
Hallo Diego, willst du denn gleich vegan leben oder vegetarisch? Wenn dir zum Einstieg vegetarisch reicht, ich bestell mir auch beim Dönermann was mit, wenn meine 3 Männer Döner wollen. Einfach Veggie-Döner oder Veggie-Rolle. Wenn du es vegan möchtest, sag halt ohne Schafskäse und ohne Sauce und versuch dann, immer veganes Zaziki im Kühlschrank zu haben. :green:
Wenn ich deine Schilderungen höre, denke ich, dass vegetarisch im Moment für dich erfolgversprechender klingt.
Lg Nanny
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12.01.2016
Ja, ich denke, für den Anfang ist das besser. Ich möchte es aber irgendwann packen, vegan zu leben. Mal sehn, wie es so weiter läuft..

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12.01.2016
Hey mir faellt noch ein Fallafel !

Gruesse
Klee
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