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Bin ratlos

Erstellt 27.08.2023, von Juergen22. Kategorie: Umwelt & Klima. 54 Antworten.

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Benutzerbild von Juergen22
Themen-Startervegan188 PostsmännlichLevel 3
Bin ratlos
27.08.2023
Die Menschheit hat sich meiner Meinung nach in eine völlig falsche Richtung entwickelt. Nun stecken wir in einer Sackgasse fest, aus der es kein Entrinnen gibt.

Unsere Spezies vermehrt sich völlig unkritisch, als gäbe es kein Morgen.

Männer dominieren das Geschehen.

Es fehlt an Ehrlichkeit, an selbstkritischem Verhalten.

Die einst wunderschöne eine Erde wird in einem Maße geplündert, zugemüllt und zerstört, dass jedem der sich damit auseinandersetzt übel wird.

Das Ausbeuten nichtmenschlicher Tiere gilt nach wie vor als selbstverständlich, Menschen in vielen Teilen der Erde ergeht es genauso. Sie alle werden ausgebeutet, damit ein paar wenige in Saus und Braus leben können. Und wer sich dagegen zur Wehr setzt, muss mit dem Schlimmsten rechnen.

Wie wollen wir da jemals rauskommen?

Benutzerbild von Okonomiyaki
vegetarisch526 PostsmännlichRuhrpottLevel 4
27.08.2023
Ganz einfach. Gar nicht! Ein, zwei, vielleicht 3 Generationen noch und das wars mit uns Menschen.
Das ist die Realität. 🤷‍♂️

Benutzerbild von Pee-Bee
vegan617 PostsmännlichOstbayernLevel 3Supporter
27.08.2023
Zitat Juergen22:


Wie wollen wir da jemals rauskommen?


Offen gesagt, glaube ich nicht, dass wir da nochmal rauskommen, jedenfalls nicht in der Form von Leben, wie wir es kennen. Wenn ich die Kinder und/oder Enkel von Freunden sehe, oder meine drei wunderbaren Großnichten, die ich sehr lieb habe, könnte ich schreien vor Verzweiflung über die Dummheit von Menschen (ich schließe mich da selbst ein, ich habe noch vor 30 Jahren gedacht, das alles sei Panikmache). Ich gebe zu, dass ich das Thema manchmal "wegdrücken" muss, weil ich es nicht aushalte, ständig daran zu denken, was aus diesem Globus, aus Menschen, Tieren, Pflanzen, Meeren und Landschaften werden wird...

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
27.08.2023
Zitat Juergen22:
Die Menschheit hat sich meiner Meinung nach in eine völlig falsche Richtung entwickelt. Nun stecken wir in einer Sackgasse fest, aus der es kein Entrinnen gibt.


Momentan geht es noch, und es wird weltweit auch daran gearbeitet, Auswege zu finden und diese zu beschreiten. Zugegeben, noch nicht schnell genug, vielfach auch ausgebremst, wie in Deutschland zuletzt beim Kulturkampf ums GEG und Tempolimit zu sehen war. Dennoch geht es voran - zum Beispiel bei mehreren internationalen Abkommen und dem Ausbau der weltweiten industriellen Nutzung der Erneuerbaren Energien sowie dem Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen weltweit. Hinzu kommt die sich verbreitende Erkenntnis, dass sich mit der bisher praktizieren, tierleid- und klimakillenden Form der Ernährung kein Staat mehr zu machen ist. Hinzu kommt der steigende Preis für CO2-Zertifikate, der diesen Umbau mehr beschleunigen wird, als viele sich derzeit vorstellen können. Erst fangen sie ganz langsam an, aber dann, aber dann...
Das macht mir Hoffnung.


Zitat Juergen22:
Unsere Spezies vermehrt sich völlig unkritisch, als gäbe es kein Morgen.

Auch hier widerspreche ich gerne: In den "entwickelten " Ländern und immer mehr "Schwellenländern" stagnieren bzw. sinken die Geburtenraten, sogar in China macht sich die Angst breit, dass künftig zu wenige Menschen das Wirtschaftswachstum in China mit Arbeitern weiter unterstützen können. Diesen Umstand hat bereits 2002 Emmanuel Todd gut erklärt in seinem Buch "Weltmacht USA - ein Nachruf" Er wies darin darauf hin, dass Geburtenraten in dem Moment beginnen zu sinken, in dem größerer Wohlstand und höhere Bildung - vor allem auch in der weiblichen Bevölkerung der zuvor armen Länder - Einzug hält. Also auch hier besteht Hoffnung auf deutliche Besserung. Meine persönliche Prognose ist, dass bei ca. 10 Milliarden Menschen kein weiterer Anstieg mehr erfolgt. Das wäre versorgungstechnisch kein unlösbares Problem, jedenfalls nicht, so lange 80% der derzeitigen Getreideproduktion in die Futtertröge der in den Industriestaaten aufgegessenen Schlachttiere gestopft wird. Das allerdings ist ein real existierendes großes Problem. FLEISCH.MACHT.HUNGER
https://www.deutschlandfunk.de/emmanuel-todd-weltmacht-usa-ein-nachruf-100.html

Zitat Juergen22:

Männer dominieren das Geschehen.
Auch daran ändert sich nach und nach und immer schneller die Situation, auch wenn es immer wieder deutliche Rückschritte gibt. Gebildete Frauen lassen sich jedoch immer seltener in die Ecke der Bedeutungslosigkeit stellen und kluge Männer überlassen gerne auch Frauen die Macht.

Zitat Juergen22:

Es fehlt an Ehrlichkeit, an selbstkritischem Verhalten.

Auch dieses ist keineswegs ein neues Phänomen, im Gegenteil, oft habe ich den Eindruck, die Menschen werden ehrlicher. Zumindest in meinem Umfeld. Das ist zwar dann auch nicht immer nur angenehm, (die freundschaftliche Lüge ist für manche der Schmierstoff im sozialen Getriebe), aber es lässt sich nicht mehr so leicht jede Lüge verbergen. Wie zum Beispiel die "konstantinische Schenkung": https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinische_Schenkung So was wäre heute wohl kaum möglich... oder?

Zitat Juergen22:
Die einst wunderschöne eine Erde wird in einem Maße geplündert, zugemüllt und zerstört, dass jedem der sich damit auseinandersetzt übel wird.
Auch hier scheint mir der Zenit der üblen Verhaltensmuster überschritten und es wird deutlich gegengesteuert. Zum Beispiel beim dieses Jahr beschlossenen Meeresschutzabkommen. Auch da bin ich stolz auf gerade diese Regierung!

https://www.bmuv.de/pressemitteilung/historischer-durchbruch-fuer-den-schutz-der-weltmeere

https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/meere/meeresschutz/un-einigt-globalen-ozeanvertrag

Auch da besteht also Hoffnung.

Zitat Juergen22:
Das Ausbeuten nichtmenschlicher Tiere gilt nach wie vor als selbstverständlich, Menschen in vielen Teilen der Erde ergeht es genauso. Sie alle werden ausgebeutet, damit ein paar wenige in Saus und Braus leben können. Und wer sich dagegen zur Wehr setzt, muss mit dem Schlimmsten rechnen.

Hier gebe ich Dir leider eine zweigeteilte Antwort: Was die Ausbeutung, den Missbrauch und die Tötung von nichtmenschlichen Tieren als zu scheinbar selbstverständlichem Recht erklärtem Handeln angeht, muss ich Dir leider Recht geben. Da ist noch sehr viel zu tun, auch wenn gerade auch in diesem Bereich - vor allem was die Landwirtschaft angeht - ein Umdenkprozess begonnen hat. Wie immer von grün, über links, Mitte links nach rechts. Dauert also noch eine Zeit, bis das auch bei CDU und CSU angekommen ist...
Macht Fleischessen dumm??

Was die Ausbeutung und den Hunger in der Welt angeht, wurde bereits vor langer Zeit international beschlossen, den Hunger in der Welt bis 2030 zu besiegen.
https://www.caritas-international.de/informieren/wasunsbewegt/diskussionen/hunger-weltweit-besiegen

Das ist wahrscheinlich nicht zu schaffen. Krieg und Dummheit mancher Regierungen verhindern das Erreichen dieses Zieles im gesetzten Zeitrahmen.
https://www.fr.de/wirtschaft/hunger-welthunger-index-ernaehrung-91850029.html

Dennoch habe ich auch hier Hoffnung, dass weiter intensiv daran gearbeitet wird, weil letztlich niemand mit verhungernden Menschen konfrontiert werden will, wenn er/sie in Wohlstand und Überfluss lebt.


Mit gutem Gewissen lebt es sich einfach besser - auch wenn man/frau wohlhabend ist - deshalb ja auch :

Zitat Juergen22:
Wie wollen wir da jemals rauskommen?



VEGAN, Bildung und wirtschaftliches Fairplay sind Teile der Lösung für so viele Probleme!

2x bearbeitet

Benutzerbild von Juergen22
Themen-Startervegan188 PostsmännlichLevel 3
27.08.2023
Danke Vegbudsd für dein ausführliches Statement, das ich so nicht teile, da ich die Problematik global betrachte. Die rosa Brille habe ich dabei längst abgelegt.

Darf ich fragen wie alt du wirklich bist?

Benutzerbild von Birke
28 PostsweiblichLevel 3
27.08.2023
Hallo Vegbudsd, ich freue mich, auch mal eine positive Meinung zur weiteren Entwicklung unseres Planeten zu lesen, kann diese Einschätzung aber nicht teilen und schließe mich den übrigen 3 Herren an: Der Karren wird unaufhaltsam gegen die Wand gefahren. Man kann vielleicht das Tempo etwas verringern aber sämtliche Maßnahmen werden viel zu spät greifen. Mittlerweile versucht man ja z.B.schon gar nicht mehr, den Klimawandel zu stoppen (weil das anscheinend aussichtslos ist) sondern es geht bereits um Anpassungsmaßnahmen. Ich habe nicht die Hoffnung, dass die Menschheit vernünftig wird, solange es nur um Wachstum, Wachstum und nochmals Wachstum geht und nur Wenige bereit sind, etwas zurückzustecken. Vielleicht muss sich die Anzahl der Menschen erst halbieren, bevor sich etwas ändert. Mich macht das Thema wütend und traurig...

Benutzerbild von Sunjo
vegan2.902 PostsweiblichLinzLevel 4Supporter
27.08.2023
Ich bin zwar auch eher pessimistisch, finde aber, dass optimistische Menschen mehr Energie ausstrahlen um Dinge auf einen besseren Weg zu bringen. Und jede Abmilderung ist wichtig und wertvoll. Deswegen würde ich nie versuchen, eine optimistischere Sichtweise totzudiskutieren.
Es gibt genug Leute, die mit einer "ist doch eh schon alles egal-Mentalität" überhaupt keinen Anreiz mehr sehen, überhaupt noch einen besseren Lebenswandel zu führen (Personen hier im Thread ausdrücklich ausgenommen) - deswegen ist schonungslose Schwarzseherei eher kontraproduktiv.

An dieser Stelle daher einen fetten Dank an Vegbudsd!

Benutzerbild von Pee-Bee
vegan617 PostsmännlichOstbayernLevel 3Supporter
27.08.2023
Da gebe ich Dir vollkommen Recht, Sunjo, darum drücke ich das Thema manchmal weg, einfach, weil mich diese Düsternis runterzerrt, und ich dann für andere Menschen und Tiere keine Hilfe, kein Halt mehr bin und sein kann, und für mich selbst auch nicht. Insofern brauche ich manchmal solche aufmunternden Worte wie die von Vegbudsd, obwohl ich weiß, dass ganz tief in mir drin, in meinem Hinterkopf............. ach, lassen wir das!

Benutzerbild von Vegbudsd
vegan2.997 Postsmännlich35708 HaigerLevel 3Supporter
27.08.2023
Ihr seid so toll!! Danke für die Diskussion und Eure Beiträge!

Bin kein Mann der Kirche, aber den einen Satz hab ich mir sinngemäß gemerkt:

"Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich dennoch heute ein Apfelbäumchen pflanzen!"

2011 nach der Fukushima-Katastrophe hat meine liebe Frau mir zum Geburtstag einen Apfelbaumsetzling geschenkt.

Deutschland hat es tatsächlich geschafft, gegen alle Widerstände aus der Atommüllproduktion auszusteigen und den Ausstieg aus der fossilen Energieerzeugung ebenso zu beschleunigen. USA machen bei diesem Bestreben mit riesigen Investitionsunterstützungen mit und selbst China ist mit seinen Umweltschutzmaßnahmen schneller als je unterwegs.
Den Klimawandel werden wir leider nicht mehr aufhalten, da hätten wir früher und lauter sein müssen, nicht erst auf die jungen Leute von Fridays for Future warten.

Jetzt ist es ziemlich wahrscheinlich, dass wir die 1,5° Ziele der globalen Welterwärmung reißen werden - dennoch muss das noch nicht zwingend heißen, dass damit alles den Bach runter geht.

Es gibt zwischen "alles geht kaputt" und "alles wird gut" ziemlich sicher auch Zwischenstadien, die wir noch erreichen können.


Es gibt Kipp-Punkte, die unwiederbringlich überschritten sind, viele Arten sind bereits ausgestorben, viele Menschen hungern, ohne, dass dazu eine reale Notwendigkeit bestehen würde, nur weil die Verteilung der Ressourcen so falsch ist.

Dennoch wird an sehr vielen Stellschrauben jeden Tag auf der ganzen Welt auch in die richtige Richtung gedreht. Es gibt nicht nur CDUAfDFDP oder Trumpisten in anderen Ländern.


Selbst die Amazonas Staaten bemühen sich trotz sehr unterschiedlicher Interessen darum, die Region zu stabilisieren und den Regenwald zu schützen.

In der ganzen Welt wurde das Problem als solches erkannt und es wird daran gearbeitet, die befürchteten Folgen abzuwenden. Ohne, dass mir Wissenschaft definitiv sagt: "Es ist vorbei, wir schaffen das nicht mehr", bin ich zumindest hoffnungsvoll, dass es der Menschheit gelingen wird, die anstehenden Probleme zumindest soweit zu lösen, dass der Planet bewohnbar bleibt.

Bis dahin also werde ich alles mir Mögliche tun, damit wir das auch schaffen können. Zum Beispiel vegan leben und anderen damit auf die Nerven gehen, dass es damit leichter geht.

Wünsche uns allen viel Erfolg damit.

Was die Frage nach meinem Alter angeht: Bin mit dem Vietnam-Krieg groß geworden, habe die Studentenproteste in Frankreich und Deutschland gegen Schah und Krieg mitbekommen und die Veröffentlichungen des Club of Rome, in denen die jetzt zuschlagende Entwicklung vorhergesagt wurde. Auch Ozonloch und Waldsterben sowie Tschernobyl und Fukushima waren sehr prägend für mich.

Dass so lange Zeit alles falsch gemacht wurde, was falsch zu machen war, selbst jetzt noch versucht wird, die Probleme zu leugnen oder kleinzureden, entsetzt mich mindestens so wie viele hier.

Den nach uns erwachsenen Menschenkiundern aber jetzt nur noch den Müll zuu hinterlassen, mich in den Sessel zu lehnen und den lieben Gott machen zu lassen, ist für mich keine Option - auch wenn die Hoffnung nicht besonders groß ist.


Trotzdem: Wenn wir alle alles tun, was uns möglich ist, können wir es schaffen!

Grips - Theater in einer Aufführung im Theater in Kassel, zu der wir von der Upland-Schule in Willingen (inzwischen ist eine Brauerei-Gaststätte im Lehrerzimmer 😋) in den 70er Jahren hingefahren waren:

"Einer ist keiner,
Zwei sind mehr, als Einer
Sind wir aber erst zu dritt,
Machen auch die andern mit!"

Also: Auf geht`s! Mal eben die Welt retten!

Benutzerbild von Libio
vegan1.288 PostsweiblichBERLINLevel 4
27.08.2023
Vegbudsd. Danke für deinen Beitrag!
Ich sehe auch viele positive Strömungen, unzählige Menschen, die sich für uns alle einsetzen.
Es lohnt sich, zu kämpfen.


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