Bullshit Bingo…

Erstellt 14.07.2019, von Ivo. Kategorie: Tierschutz & Tierrechte. 68 Antworten.

18.07.2019
Zitat Sunjo:
Zitat Nefasu:
Nur als kleiner Denkanstoß:
Selbst in der Philosophie und Ethik ist es seit Jahrtausenden umstritten, ob ein kurzes aber qualvolles Leben besser ist als gar keins.

Ich bin jetzt in Philosophie und historischer Ethik leider überhaupt nicht bewandert und daher stellt sich mir die Frage, wie man es begründen kann, dass ein kurzes leidvolles Leben besser sein könnte als gar keins. Magst du das kurz erklären oder verlinken?


Ich bin kein Fan dieser Theorie. So könnte man theoretisch jeden Tod und jedes Leid rechtfertigen und beim Menschen würde man nie auf die Idee kommen diese Philosophie anzuwenden.
Wenn Eltern beispielsweise ein neugeborenes töten, werden diese genau so verurteilt, als wenn sie jemanden Fremden töten.
Wieso sollte man diese Logik bei Tieren anwenden?
Wenn es in der Tierwelt in der Natur passiert, kann man nichts dagegen machen, aber Massentierhaltung mit dieser Logik rechtzufertigen, wenn diese Tiere speziell auf ein qualvolles Leben gezüchtet werden, ist einfach Schwachsinn.
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18.07.2019
Ich denke auch das es keine Rechtfertigung ist, andere Lebewesen zu quälen und auszurotten.
Ich versteh aber durchaus was damit ausgedrückt werden sollte auch wenn ich dem nicht zustimmen kann.
Ich mein Fehler sind menschlich und jeder macht Fehler. Ich hebe mich auch über niemanden und betone auch immer wieder das ich selbst Fleisch gegessen habe.
Aber dieses aktive weg schauen ist einfach nicht fair.
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18.07.2019
Hallo Vegbudsd, Sunjo, Dominic

Zitat Dominic: beim Menschen würde man nie auf die Idee kommen diese Philosophie anzuwenden.

Das ist tatsächlich geschehen und Grundlage etlicher Streitgespräche der antiken Philosophie.
So haben z.B. einige die größten Philosophen der Menschheitsgeschichte, u.a. Sokrates und Aristoteles, für die Sklaverei argumentiert.

Auf welche Ideen man kommen oder nicht kommen würde ist ausschließlich subjektiv und insbesondere die Philosophie zeichnet sich dadurch aus, dass unterschiedliche Standpunkt mit unterschiedlichen Argumenten untermauert werden -
ob einem die Konsequenz und die sich daraus erbende Anwendungsrahmen daraus nun gefallen oder nicht sei mal dahingestellt ;)


Interessante Ansatzpunkte bzgl. Argumenten, Gegenargumenten für / wider Fleischkonsum:
Aristoteles, erstes Buch, "Politika"
Platon, zweites Buch, "Der Staat"

Zitat Sunjo:stellt sich mir die Frage, wie man es begründen kann, dass ein kurzes leidvolles Leben besser sein könnte als gar keins. Magst du das kurz [...] verlinken?

Ansatzpunkte bzgl. einem "unwürdigem" Leben vs. keinem Leben finden sich z.B. in Disputen bzgl. der Sklaverei, welche ebenso auf die heutige Tierhaltung Anwendung finden können:
Aristoteles, erstes Buch, "Politika" Kapitel 3 - "Sklave von Natur"

Wer eine eher aktuellere Interpretation sucht, findet auch in den Disputen der Befürworter und Kritikern des Anti-Natalismus einige Argumente.

- Spätestens aber bei der Inklusion von evtl. existenten oder nicht existenten metaphysischen Konzepten ist jegliche Eindeutigkeit verloren und das Dilemma beginnt (vgl. "Schrödinger's Katze").


Was mir nochmal wichtig ist zu betonen:
Ich vertrete diesen Standpunkt selbst nicht, bin mir aber durchaus bewusst, dass es gegenläufige Argumentanden gibt, welche eine ebensolche Integrität wie die Meinen besitzen und lediglich meine subjektiven Überzeugungen mich zu den von mir gewählten Argumenten und Gegenargumenten greifen lassen ;)

Ich nutze die o.g. Reflektion lediglich, um eine entspannte Haltung zu erlangen und nicht in die Aggressivität, Undifferenziertheit und Moralisterei (zurück) zu verfallen, welche sich leider gelegentlich manifestieren und das Gegenteil von hilfreich sind, wenn es um die Verbreitung einer friedvollen veganen Lebensweise geht.

Vgl. https://www.vegpool.de/forum/allgemein/sind-wir-zu-selbstgefaellig-geworden-1.html

Liebe Grüße,
Falk
7x bearbeitet

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19.07.2019
Also, ich komme mit meiner Einstellung sehr gut klar, dass wir Recht haben, und die Omnis nicht. Und ich begegne Omnis liebevoll aber etwas von oben herab. Ich sag z. B. "du kommst schon auch noch drauf, auch wenn du es jetzt noch nicht verstehen kannst, ich lerne auch täglich Neues dazu, bin auch nicht allwissend..."
Damit mach ich es mir sehr einfach und irgendwie werden viele dann doch neugierig.


Man lernt am besten von entspannten liebevollen Menschen, ich mag es selber auch nicht, wenn mir jemand Vorwürfe macht. Wenn ich traurig bin, weil z. B .ein Bekannter sagt, er könnte nie auf Fleisch (Käse, blabla...) verzichten, dann gehe ich in Tiefenentspannung und stelle mir den vor, wie er genüsslich einen Rohkostteller verspeist und wie alle seine Zellen dadurch gesund werden. Vielleicht hilft es ihm, mir ist dann jedenfalls wohler. :D
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19.07.2019
Hallo Chrissie,

mir gefällt Deine Einstellung und Vorgehensweise bzw. wie Du mit Omnis kommunizierst. :thumbup:

Es ist jedenfalls positiv mit Menschen speziell mit Omnis ;) liebevollen Umgang zu pflegen. Das mußte ich nach der Anfangszeit meines veganen Lebensstils auch erst mal lernen. Ich wurde bei Diskussionen über Veganismus immer mal wieder aggressiv :red: . Dabei fiel mir auf, daß ich mich nach dem Disput sehr gestresst fühlte. :x : Sinn und Zweck war das natürlich nicht, also habe ich beschlossen nur auf Fakten reduzierte und nicht von Emotionen geleitete Diskussionen zu führen. Das gelingt mittlerweile sehr gut. :D
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19.07.2019
Hallo Irmgarda,

ja, ich glaub, so ging es uns allen zuerst. Nach der Umstellung war man so positiv und motiviert, und dann kam von allen Seiten massive Ablehnung und blöde Sprüche, auch von Leuten, die man eigentlich gerne mochte. Das hat mich auch erst wütend gemacht, weil ich es nicht verstanden habe, warum sie mich so angreifen. Heute weiß ich, dass ein Grund dafür war, dass sie meinten, dass ich mich absichtlich von ihnen entferne, indem ich eine Gemeinsamkeit (das gemeinsame Essen) abschaffe. Da braucht man dann gute vegane Rezepte, wie deinen Zitronenkuchen :-) , damit sie merken, dass man immer noch zusammen Kaffee trinken kann.

Liebe Grüße
Chrissie
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20.07.2019
Tatsächlich haben Bilder von meinem Vielseitigen essen (auch aus Restaurants) positive Reaktionen ausgelöst.
Zwei mal hab ich einen Kuchen gebacken, den ich vorher noch nie gemacht hatte und beide male fanden sie es gut.


Ich denke zwischen Akzeptanz und echtes verstehen ist aber auch noch ein langer Weg.
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20.07.2019
Schade dass hier viele Veganer über negative Erfahrungen berichten müssen. Diese habe ich in über 6 Jahren glücklicherweise noch nicht gemacht. Bei Fragen warum ich/wir vegan leben erzähle ich dann etwas z.B. über Erkrankungen die ich vor der Umstellung hatte und die jetzt verschwunden sind. Bei Zusammenkünften in der Familie oder Bekannten war bis jetzt fast immer für uns etwas dabei. Oft werden wir auch gefragt "was kann ich für euch machen ?". Beleidigungen oder Anfeindungen haben wir bisher noch nicht erlebt. Innerlich schmunzeln muss ich dann öfter wenn neben mir die Gichtkranken, Diabetiker, Rheuma - und Bluthochdruckgeplagten tierisches in sich hineinschaufeln. Und von diesen Kranken gibt es viele in unserem Umfeld. Ich mache dann auch schon mal eine Bemerkung über die Ursachen ihrer Leiden, da wird man auch mal schräg angeschaut oder es kommen Fragen von denen die es genauer wissen wollen.
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20.07.2019
Ich denke zum einen ist es super zu zweit zu sein. Auch das ihr über Krankheiten reden könnt, die ihr hattet.
Ich bin in einem Alter wo die Menschen es lieben Ratschläge zu geben. Ich merke das ganz krass mit meiner Selbstständigkeit. Jeder meint es besser zu wissen, obwohl keiner wirklich Ahnung davon hat :rofl:
Mit Krankheiten hatte ich noch nix am Hut. Ich könnte auch den ganzen Tag Burger und Schokolade essen und wär trotzdem Leistungsfähig. Also kann ich damit auch nicht Argumentieren.
Das einzige Beispiel mit dem ich Punkten kann: meine Frisörin hatte starkes Rheuma, seit sie sich vegan ernährt benötigt sie keine Medikamente mehr und kann wieder arbeiten.
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20.07.2019
Zitat Ivo:„Du isst meinem Essen das Essen weg“

Darauf denk ich mir immer "Dein Essen isst hungernden Kindern das Essen weg". Mich würde es echt jucken, das mal zu sagen. Allerdings ist bei jemandem, der so einen Spruch bringt, sowieso schon jede Hoffnung auf eine sachliche Diskussion verloren.
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