Texturiertes Sojamehl oder auch Sojaschnetzel

Erstellt 01.02.2016, von Caro1994. Kategorie: Rezepte & Anleitungen. 5 Antworten.

Texturiertes Sojamehl oder auch Sojaschnetzel
01.02.2016
Eine Kollegin von mir möchte sich gerne gesünder ernähren.
Sie kann sich aber einen Fleischverzicht nicht vorstellen, da sie den Geschmack liebt.
Nun sucht sie nach einer Alternative, die gesund ist und womit sie ihren Fleischkonsum reduzieren kann.
Diese ganzen reinen Fertigprodukte möchte ich ihr aber nicht empfehlen.
Sie hat aber keine Lust großartig Zeit fürs Kochen zu investieren.
Da dachte ich an Sojaschnetzel.
Aber da kenne ich mich auch nicht so aus.
Kann man die auch im kalten Wasser aufquellen lassen oder muss es kochendes Wasser sein?
Wielange lässt sich das fertige Sojaschnetzel aufbewahren (ohne Soße, einfach das reine Produkt)?
Sie ist nämlich oft in der Natur unterwegs und sucht etwas was lange haltbar ist und einen komplizierten Transportweg übersteht.

Liebe Grüße

Caro
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01.02.2016
Wenn wir jetzt von Tageswanderungen ausgehen, nehme ich mir gerne gebratenen Räuchertofu aufs Brot. Drunter Senf und Rucola, fertig. Überlebt jede Wanderung schmackhaft...


Sojaschnetzel muss sie eingeweicht auch noch anbraten, sonst wird das nix mit dem "Schnitzelfeeling".
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01.02.2016
Ich gieß die Sojaschnetzel immer mit kochendem Wasser mit etwas Gemüsebrühe auf. Mitnehmen würde ich die aber nicht, Fleischesser nehmen sich doch auch kein angebratenes Hack mit.:oo
Wenn sie sich richtige Sojaschnitzel macht, würde ich die panieren und braten. Wie Tierschnitzel eben. Ich vermute, die Haltbarkeit ist etwas länger als Fleisch, sind ja keine Salmonellen drin :green:
Wenn sie viel draußen ist - ich würd mir Käs..... äh, Tofubrote schmieren.
Lg Nanny
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02.02.2016
Es gibt viele (auch fertige) vegane Fleischersatzprodukte.
Gesund wird die Ernährung davon aber sicherlich nicht ;)

Ähnlich einem Raucher, der zwar nicht die unschönen Nebenwirkungen der Zigaretten erleiden , aber schon gar nicht mit dem Rauchen aufhören möchte verhalten sich viele "Fleischliebhaber".
Aus festgefahrenen Abläufen auszubrechen ist niemals leicht, aber immer lohnend :)

Jetzt aber genug der Klischees und Offensichtlichkeiten..

Dass deine Kollegin sich gesünder ernähren will ist schön. Dass sie ihren Fleischkonsum reduzieren will wird für eine gesunde Ernährung eine Notwendigkeit sein. Dass sie keine Lust hat aufs Kochen ist ein kleines Hindernis. Dass sie keine Zeit dafür hat eine Ausrede.

Es gibt prinzipiell zwei Arten von Selbstbetrug in der Einstellung eines Menschen bzgl. Verhaltensänderung.
"Ich kann dies und das nicht" ist gleichbedeutend mit "Ich will dies und das nicht".
"Ich habe keine Zeit für dies und das" ist gleichbedeutend mit "Dies und das ist mir nicht wichtig genug".

Dies sei einmal gesagt von einem ehemaligen Kochmuffel mit einem 50 Stunden Job, der ca. 2 Stunden täglich zu hause ist und davon 1 Stunde Sport treibt.

Wem seine / ihre Gesundheit wirklich wichtig ist, kommt zwangsläufig nicht um folgendes herum:
- eine tierproduktfreie Ernährung
- regelmäßige sportliche Aktivität
- selbst kochen
- Zeit investieren

Man kann schlecht erwarten, täglich mit dem Auto zur Arbeit zu fahren ohne dabei Zeit und Geld fürs Tanken aufzuwenden.

In der Anfangsphase können Ersatzprodukte sicherlich helfen, aber sie sollten keine Langzeitlösung werden.
Das wichtigste beim Umstieg auf eine gesunde Ernährung ist sich Ziele zu stecken. Je nachdem wie gut du mit der Kollegin auskommst, kannst du sie mal nach ihren Zielen im Bezug auf "gesünder ernähren" ansprechen. Konkrete Ziele setzen ist immer ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Danach wäre es wichtig die Priorität abzuklären. Wer sagt, dass es ihm / ihr nicht wichtig genug ist ("keine Zeit" hat) ist praktisch von vorne hinein zum Scheitern verurteilt.

Soll alles natürlich nicht heißen, dass man ihr "weniger Fleisch" ausreden sollte, aber im Laufe ihres Weges zur "gesünderen Ernährung", sollten ihr diese Tatsachen nach und nach bewusst werden ;)
Alles andere wäre weder nachhaltig (im Verhalten) noch aufgeklärter Konsum.

[Text zu lang, in 30 Min. weiter mit Teil 2 und konkreten Tipps für eine nachhaltige Umstellung deiner Kollegin auf eine gesunde Ernährung]
Ps: Sorry für das Geschwafel :D
2x bearbeitet

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02.02.2016
[Teil 2]

Hier ein Worst-Case Szenario mit den Rahmenbedingungen deiner Kollegin:
Es würde darin enden, dass die Kollegin sich mit veganen Fertigprodukten (auch wenn es nur Sojafiletstreifen sind) zustopft und ihre Gesundheit sich nicht verbessert, oder gar verschlechtert. Dies aufgrund der Tatsache, dass sie praktisch nichts an ihrer Ernährungsweise (gesundheitlich) geändert hat. Sie vermisst den Geschmack von Fleisch, da sie den Geschmack mit den Ersatzprodukten "nicht nachgebaut" bekommen hat, bzw. "es irgendwie nicht das selbe" ist. Sie würde die fleischreduzierte Ernährungsform dafür verantwortlich machen und zu Paleo wechseln, welche das blaue vom Himmel versprechen und mehr Tierprodukte essen, wie jemals zuvor.
Naja das ganze mit Paleo ist wirklich etwas weit hergeholt, aber hey - es ist ein "worst" case szenario ;)
Leider ist eine ähnliche Entwicklung nicht selten :(

Ein paar Tipps für deine Kollegin:

- Sie sollte sich vor Augen führen was genau sie mit "gesünder ernähren" meint. Umso genauer sie ihre Ziele definiert, umso höher sind die Chancen, dass sie diese auch erreicht; z.B. "nur noch Samstag & Sonntag eine Mahlzeit mit Fleisch" oder "maximal 300g Fleisch pro Woche"

- Datum setzen, bis wann die einzelnen Ziele erreicht werden sollen; z.B. "Ab 01.03: Maximal 300g Fleisch pro Woche"; damit schafft man Verbindlichkeit und kann sich einen Plan zurecht legen, wie man das Ziel Schritt für Schritt erreichen will. Z.B. "erstmal morgens Fleisch vom Brötchen streichen, dann Montags komplett vegetarisch, dann ...", etc.

- Der wohl wichtigste Tipp ist: Neue Geschmackseindrücke entdecken und lieb gewinnen! Wer dauerhaft nur versucht, den "liebgewonnenen" Geschmack nachzubauen, wird zwangsläufig frustriert werden (müssen). (siehe "Worst-Case Szenario"). Wo ich früher noch ~1kg Käse am Tag gegessen hatte (alle Sorten querbeet) konnte ich mir nicht vorstellen, jemals ohne Käse zu leben. Veganer Käse (auch selbstgemachter) war da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Auch heute gelüstet es mich manchmal immer noch nach Käse, aber das ist nichts, was ein leckerer Kartoffel-Hefeflocken-Aufstrich nicht überbieten könnte. (dazu sollte man wissen, dass ich vor meiner veganen Zeit NIE Kartoffeln mochte; heute esse ich sie 3-4x pro Woche in allen möglichen Varianten)

- Niemals selbst unter Druck setzen. Wenn man mal eine Mahlzeit nicht durchgehalten hat (z.B. doch morgens Leberwurst aufs Brot geschmiert hat), nicht den Tag "streichen". Es gilt das Kredo "Mache die nächste Mahlzeit zur wichtigsten des Tages" (in Bezug auf die gesetzten Ziele)

- Nur selbst (und frisch) kochen schützt einen vor schädlichen Substanzen (künstl. Konservierungsstoffe, künstl. Geschmacksverstärker, etc.). In jungen Jahren investieren wir wenig Geld und wenig Zeit (z.B. Kochen) in unsere Gesundheit, nur um später viel Zeit und viel Geld in teure und langwierige Therapien zu stecken für den Zweck unsere bisherige mangelnde Investition in unsere Gesundheit rückgängig zu machen (wenn überhaupt möglich).

Ich denke Tipps wie du deine Kollegin unterstützen kannst wären hier fehl am Platz. Du wirkst in deinen Beiträgen immer sehr freundlich und gefasst. Zudem scheint es, als würdest du sie nicht unter Druck setzen, selbst wenn sie einmal in "alte Gewohnheiten" umschlägt. (Korrigier mich, wenn ich mich hier irre ;) )

Beste Wünsche,
Falk
10x bearbeitet

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02.02.2016
Vielen Dank für eure Antworten.
Jetzt habe ich schon eher eine Idee was ich ihr raten sollte.
Denn mit veganen Fertigersatzprodukten kenne ich mich nicht aus.
Aber wie Falk schon sagt, gesund sind die ja auch sowieso nicht.


Vielen Dank für deine sehr ausführliche Antwort, Falk.
Ich möchte meiner Kollegin (Nicole heißt sie) gerne helfen.
Allerdings will ich ihr auch nicht meine Ansichten "aufzwingen" und sie so wieder zu vermehrten Fleischkonsum treiben.
Deine Tipps sind sehr gut, ich leite das an sie weiter.
Deine Worst-Case-Szenarios sind einfach nur gruselig... ;)
Sie sagt gesunde Ernährung ist ihr in Zukunft sehr wichtig und sie hat auch Tiere sehr gern.
Als sie mich nach Ratschlägen gefragt hat, da hat sie gleich den Nachsatz gebracht, dass es nichts Kochbares sein sollte.
Ich bin mir nicht einmal sicher ob sie überhaupt kochen kann... :rolleyes:
Ihr Wissen um gesunde Ernährung zieht sie sich aus zwei Büchern, die sie sich im Internet bestellt hat (keine Ahnung welche) und dem was ich ihr erzählt habe.
So hält sie das sicher nicht lange durch und ich möchte ihr wirklich gerne helfen.
Dein Tipp z. B. nur ein- oder zweimal die Woche Fleisch zu essen erscheint mir sinnvoller als ihr zu irgendeinem Fertigprodukt zu raten.

Vielen Dank nochmal. :lol:

Liebe Grüße

Caro
1x bearbeitet

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